Wegen Bitcoin-Mining: größter Stromdiebstahl Bulgariens

Bulgarischen Ermittlern sind zwei Männer ins Netz gegangen, die sich beim Bitcoin-Mining durch Stromdiebstahl unglaublich bereichert haben.

Bitcoin-Mining
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Stromdiebstahl trat in der Vergangenheit schon häufiger im Zusammenhang mit Kryptomining auf. Bulgarischen Ermittlern sind aktuell zwei Männer ins Netz gegangen, die sich auf genau diese Art beim Bitcoin-Mining in exorbitanter Weise bereichert haben, berichtet BTC-Echo auf Grundlage der Ausführungen von Bulgaria Today.

Zwei Bitcoin-Mining-Farmen bezogen illegalen Strom in Millionenhöhe

Bitcoin-Mining verbraucht viel Strom und ist entsprechend teuer. Warum sich dann nicht gleich die Stromkosten sparen? So dachten offenbar die Betreiber zweier illegaler Mining-Farmen in Kyustendil (Bulgarien). Allerdings gelang es Ermittlern, die beiden 31- und 38-Jährigen aus der Nähe der bulgarischen Hauptstadt Sofia, am Tatort aufzugreifen. Man wirft ihnen vor, Stromleitungen unerlaubt angezapft zu haben und Strom in Höhe von 2,5 Mio. BGN (1,26 Millionen Euro) illegal bezogen zu haben.

Auf einer Pressekonferenz gaben ein Vertreter der Oblast-Direktion des Innenministeriums (ODMVR) und ein Repräsentant des örtlichen Stromversorgers CEZ Electro Bulgaria, Einzelheiten zu dem Vorfall bekannt. Dementsprechend fanden sie zwei Bitcoin-Mining-Farmen mit voller Ausstattung in zwei Produktionsstätten im industriellen Stadtteil vor. In beiden Farmen stellten die Beamten eine illegale Verbindung zum Stromverteilungsnetz fest. Vor Ort hat man zwei Personen im Alter von 31 und 38 Jahren aus Sofia ausgemacht. Einer der beiden Männer sei bereits wegen Zahlungsbetrugs verurteilt worden, bekundet Staatsanwalt Iliev. Er führt aus, dass er diese auch auf dem Territorium von Kyustendil verübt hat.


Bulgariens größter Stromdiebstahl aller Zeiten

Die beiden Täter werden verdächtigt, über zwei Zeiträume von jeweils drei und sechs Monaten, Strom aus dem Netz gestohlen zu haben. Gemäß Angaben der Staatsanwaltschaft haben sie beide Bitcoin-Farmen seit etwa anderthalb Jahren betrieben. Gegenwärtig sind die Räumlichkeiten versiegelt und die Ausrüstung gesichert, teilten die Behörden mit. Der stellvertretende Direktor der CEZ, Philip Yordanov, informiert darüber, dass dies „der größte Stromdiebstahl, der sich bisher jemals zugetragen hat“, sei. Er verdeutlicht, dass der für das Bitcoin-Mining gestohlene Strom ausreiche, um das Dorf Kyustendil mit rund 120.000 Einwohnern für ca. einen Sommer-Monat mit Strom zu versorgen. Filip Yordanov weist zudem darauf hin, dass man „in beiden Bitcoin-Farmen eine professionell ausgeführte, illegale Verbindung zum Stromverteilungsnetz feststellte“. Die Polizei behielt die beiden Männer 24 Stunden in Gewahrsam.

Sie befinden sich allerdings aktuell wieder in Freiheit. Das Vorverfahren gegen die beiden wurde wegen illegalem Anschluss an das Stromverteilungsnetz und dem Diebstahl von Elektrizität eingeleitet. Das Bitcoin-Mining kann sie noch teuer zu stehen kommen…

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.