Terrorbekämpfung: Twitter schloss 125.000 Accounts seit Mitte 2015

twitter wall

Twitter on the wall. Foto: Andreas Eldh, thx! (CC BY 2.0)

 

Im Kampf gegen Terror und Extremismus hat Twitter seit Mitte 2015 mehr als 125.000 Accounts geschlossen. Da es keinen Algorithmus im Kampf gegen den Extremismus gibt, werden die Tweets von Hand überprüft. Die Maßnahmen sind auch das Resultat einer Klage von Tamara Fields. Der Mann der in Florida ansässigen Klägerin wurde am 9. November 2015 von militanten Islamisten getötet.


Die Betreibergesellschaft von Twitter befindet sich mitten zwischen dem ausgeprägten Wunsch nach Meinungsfreiheit und dem Vorwurf, man sei zu lange untätig gewesen und habe dadurch Terroristen und sonstige politische Extremisten indirekt unterstützt. Am Freitag kündigte das Unternehmen im firmeneigenen Blog an, man habe seit Mitte letzten Jahres diesbezüglich mehr als 125.000 Twitter-Accounts geschlossen, um die Verbreitung weiterer Aussagen zu verhindern, die gegen die Nutzungsbedingungen des Dienstes verstoßen.

Diese Ankündigung kann als direkte Folge der kürzlich eingebrachten Klage gegen Twitter angesehen werden. Tamara Fields verlor im November 2015 ihren Mann Lloyd Carl Fields Jr. bei einem Angriff von mutmaßlichen ISIS-Kämpfern, die ihre Propaganda zuvor über Twitter verbreitet haben sollen.  Sie wirft Twitter vor, sie hätten die Verbreitung der Inhalte bewusst ignoriert und dem Netzwerk somit die Akquisition weiterer Aktivisten ermöglicht. In so genannten „MujaTweets“ wurden Anleitungen zum Kampf und diverse Videos der Extremisten verbreitet. Fields wirft dem Betreiber vor, er habe die gesetzlichen Richtlinien des Anti-Terrorism Act missachtet. Juristen schätzen die Erfolgsaussichten der Klägerin hingegen als eher schlecht ein.

Trotzdem bemüht sich der Betreiber dieses sozialen Netzwerkes nun um ein besseres Image. Twitter gab bekannt, man habe um den gesetzlichen Regelungen nachzukommen die Anzahl der Mitarbeiter erhöht, die ihren Dienst nach verdächtigen Inhalten absuchen sollen. Da es im Terrorkampf keinen magischen Algorithmus gebe, müsse man sich mit den wenigen Informationen zufrieden geben, die man den Tweets und den Accounts entnehmen kann. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden wird von Twitter nach Möglichkeiten gesucht, um die Terrorismusbekämpfung zu optimieren.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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