Elon Musk mit einem schwarzen Regenschirm
Elon Musk mit einem schwarzen Regenschirm
Bildquelle: ChinaImages, Lizenz

Elon Musk will Twitter zur Bank machen – PayPal lässt grüßen

Twitter-User, die das Bedürfnis haben, einem anderen Benutzer Geld zu schicken, können dies dank Elon Musk womöglich bald tun.

Als neuer Chef von Twitter gedenkt Elon Musk seiner Wurzeln und spricht in einem internen Meeting offen darüber, Bankgeschäfte über den Kurznachrichtendienst abzuwickeln. Eine Branche, in der er sich in der Vergangenheit schon ausgetobt und viel Erfahrung gesammelt hat. Dabei scheint der Multimilliardär bereits auf alles eine Antwort zu haben.

Elon Musk besinnt sich seiner Wurzeln

Back to the roots” wird sich Elon Musk gedacht haben, als er kürzlich in einem Meeting mit Mitarbeitern darüber sprach, mit dem Kurznachrichtendienst Twitter in Bankgeschäfte einzusteigen.

x.com

Denn wer die Geschichte des Multimilliardärs schon länger verfolgt, weiß, dass er Ende der 90er den Zahlungsdienstleister X.com gründete. Und dieser ging in ein Unternehmen auf, das heute jeder kennt: PayPal. Durch dessen Verkauf an eBay schuf Elon Musk schließlich das finanzielle Fundament für Tesla und SpaceX.

Wie The Verge berichtet, sprach der neue Twitter-Chef gestern erstmals direkt zu seinen Mitarbeitern. Demzufolge berief er ein Meeting ein, in dem er die finanzielle Lage des Unternehmens offenlegte. Mit einer Vorlaufzeit von lediglich 20 Minuten für die Versammlung demonstrierte er bereits eindringlich seine Erwartung an das Personal, ab sofort mit einem “wahnsinnigen Sinn für Dringlichkeit” zu arbeiten.

Twitter als Finanzdienstleister – Elon Musk hat auf alles eine Antwort

Ich glaube, dass der Zahlungsverkehr eine transformative Chance ist“, ließ Elon Musk in dem Meeting verlauten. Denn offenbar möchte er mit Twitter nun ins Bankgeschäft einsteigen, um eine finanzielle Grundlage für den Dienst zu schaffen.

Ähnlich wie Direktnachrichten sei das Senden von Zahlungen nichts anderes als ein einfacher Austausch von Informationen.

“Das ist im Grunde dasselbe. Im Prinzip kann man einen Direktnachrichten-Stack für Zahlungen verwenden. Und das ist definitiv eine Richtung, in die wir gehen werden, indem wir es den Leuten auf Twitter ermöglichen, überall auf der Welt sofort und in Echtzeit Geld zu senden. Wir wollen es einfach so nützlich wie möglich machen.”

Elon Musk
twitter
Elon has vomit visions.

Später ging der Twitter-Chef tiefer ins Detail und sprach mitunter über Zinssätze. Sein Ziel sei es, höhere Zinsen für Guthaben zu bezahlen als die Konkurrenz. Und zugleich wolle er niedrigere Zinsen für Schulden verlangen. “Dann hat man ein viel einfacheres System“, argumentierte er.

Und auch Abwärtskompatibilitäten zu bereits bestehenden Zahlungssystemen waren Thema des Meetings. Dafür wolle Elon Musk jedem Benutzer automatisch eine mit seinem Twitter-Konto verknüpfte Debitkarte zukommen lassen, sobald “ein bestimmter Kontostand überschritten wird“.

Verluste sind nicht hinnehmbar

Und auch für Herausforderungen, die jetzt noch nicht absehbar sind, hatte Elon Musk bereits eine Antwort parat.

“Im Laufe der Zeit wird man sich dann mit all den Dingen befassen, die man aus finanzieller Sicht benötigt. Und wenn man alle Dinge berücksichtigt, die man sich aus finanzieller Sicht wünscht, dann werden wir das Finanzinstitut der Menschen sein.”

Elon Musk

Zugleich warnte der Multimilliardär seine Belegschaft vor der finanziellen Situation des Unternehmens. Twitter müsse mehr Geld einnehmen, als es ausgibt, da ein Konkurs sonst nicht ausgeschlossen sei. “Wir können nicht auf eine Milliarde Nutzer skalieren und auf dem Weg dorthin massive Verluste hinnehmen. Das ist nicht machbar.

Ich glaube nicht, dass wir das tun werden“, entschied Elon Musk vor versammelter Mannschaft.

Tarnkappe.info

Kategorie: Internet
Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.