TuneFab Spotify Music Converter im Mai 2021 ausprobiert

Mit 70 Mio. Tracks, 2,6 Mio. Podcasts und 4 Mrd. Playlists hat man mit dem TuneFab Spotify Music Converter beinahe unbegrenzten Zugriff.

Spotify
Bildquelle: Alexander Shatov

Wir haben schon häufiger darüber berichtet, wie kostenlose Software-Projekte die Schutzvorrichtungen von Deezer ausgehebelt haben. Heute schauen wir uns in Ruhe den TuneFab Spotify Music Converter an. Sind die umgerechnet 30,74 Euro gut investiert für eine Einzelplatz-Lizenz?

Die Statistiken des schwedischen Streaming-Anbieters Spotify sind wahrlich beeindruckend. Seit dem Start im Jahr 2008 ist der Online-Dienst weltweit mit 356 Millionen Nutzern, inklusive 158 Millionen Abonnenten, ohne Frage der beliebteste Audio-Streaming-Dienst überhaupt. Es gibt nur vergleichsweise wenig Länder, wo man das Programm des Stockholmer Unternehmens nicht empfangen kann. Seit der Markteinführung zahlte man an die Rechteinhaber insgesamt 21 Milliarden US-Dollar aus. Trotzdem gilt das Geschäftsmodell bei einigen Musikern und Rechteverwertern alles andere als unumstritten.

Lohnt sich der Kauf vom TuneFab Spotify Music Converter?

TuneFab Spotify Music Converter

Hersteller TuneFab hat sich auf das Entfernen von Kopierschutzmaßnahmen verschiedener Streaming-Portale spezialisiert. So kann man mit ihren kostenpflichtigen Tools das Digital Rights Management (DRM) von Apple Music, iTunes oder zum Beispiel das DRM von Audible entfernen. Das gilt gleichermaßen für Musikdateien, als auch für Podcasts oder Hörbücher.

Das Problem bei Spotify ist wahrlich nicht die Werbung. Sogar das kostenlose Spotify Free strahlt anfangs überhaupt keine Werbung aus. Der Anbieter will zunächst für eine entsprechende Kundenbindung sorgen. Wer sich dort wohl fühlt und nicht von Werbung belästigt wird, schließt womöglich ein Abo ab. Das hat in unserem Fall auch geklappt. Wir haben bei Spotify nach wenigen Tagen die kostenpflichtige Variante ausgewählt, weil wir bis heute mehr als zufrieden mit dem Produkt sind. Außerdem sind viele Tunes dann in einer höheren Qualität verfügbar.

Spotify Free verwöhnt seine Nutzer

Zum Vergleich: Wer bei YouTube versucht, sich von Musikvideos unterhalten zu lassen, muss entweder jeden Monat aufs Neue in die Tasche greifen. Oder aber die Google-Tochter blendet fast ständig Werbeeinblendungen ein. Die kann man weder gut überhören, noch übersehen. Wer gerade nicht in der Nähe seines Gerätes oder zu faul zum Aufstehen ist, hat verloren. Auch wenn die Monetarisierung stets von den Betreibern der YouTube-Kanäle abhängt, so etwas passiert bei Spotify nicht. Zumindest war das bei unserem Testlauf Anfang Mai nicht der Fall. In fünf Tagen erschien innerhalb der Spotify-Clients plattformübergreifend kein einziger Werbebanner. Es kam auch beim kostenlosen Betrieb zu keiner hörbaren Werbeunterbrechung. So funktioniert Entertainment. Und nur so kann man Piraten zu zahlenden Kunden machen.

DRM verhindert Zugriff auf Dateien

Tja, andererseits sind auch die bei Spotify heruntergeladenen Dateien nur solange nutzbar, solange man sein Abo bezahlt. Danach hat man aufgrund des DRM jeden Zugriff darauf verloren. Spotify Free bietet den Download gar nicht erst an. Das Feature ist vor allem sinnvoll für Personen, die sich in der Bahn oder Auto unterwegs etwas anhören wollen. Da kein Mobilfunkanbieter eine lückenlose Netzabdeckung bietet, eher das Gegenteil ist abseits der Innenstädte der Fall, käme es beim Anhören sonst zu längerfristigen Zwangspausen. Kein Empfang bedeutet unter dem Strich, dass man sein Hörbuch erst dann fortsetzen kann, wenn man wieder genug Netz hat.

Dagegen will der TuneFab Spotify Music Converter etwas unternehmen. Dass man bei der Konvertierung der Songs, Podcasts und Hörbücher gegen die Nutzungsvereinbarungen von Spotify verstößt, versteht sich von selbst. Das ist bezogen auf Deezer, beim deemix, Deezloader Remix oder SMLoadr, ganz genauso.

TuneFab Spotify Music Converter

Der TuneFab Spotify Music Converter im Einsatz. Unten das Fenster von Spotify.

 

TuneFab Spotify Music Converter: simple Anwendung & Installation!

Der Hersteller stellte uns zu Testzwecken eine kostenlose Lizenz für macOS zur Verfügung. Die Installation ist selbsterklärend. Das Konvertieren der Lieder geht simpel vonstatten. Einfach die Datei in das Fenster vom TuneFab Spotify Music Converter ziehen, fertig. Die Datei kann man als MP3, M4A oder FLAC speichern, ganz wie man möchte. Die kostenlose Variante des Converters tut es auch. Dabei muss man aber hinnehmen, dass die Software das konvertierte Lied ab der dritten Minute abschneidet. Wer alles hören möchte, bezahlt für die Einzellizenz 36.95 EUR. Für den Lizenzcode für fünf Apple-Geräte werden hingegen €69.95 fällig. Windows-Nutzer bezahlen übrigens exakt das gleiche. Im Preis sind nach eigenen Angaben kostenlose Updates und ein deutschsprachiger Kundendienst inbegriffen, falls Probleme bei der Nutzung auftauchen sollten.

Kaufempfehlung, ja oder nein?

Das ist abhängig vom jeweiligen Nutzer. Spotify hat wirklich viele Musikstücke im Angebot. Aber abhängig vom Geschmack des Hörers gibt es im Repertoire natürlich auch Lücken. Manche Künstler weigern sich weiterhin, ihre Werke bei Spotify abspielen zu lassen. Viele befürchten nicht zu Unrecht, dass für sie am Jahresende kaum etwas dabei herausspringen wird. Es gewinnen wie üblich die wenigen Superstars, die sowieso schon über keine Geldnot klagen können. Die weniger bekannten Musiker gehen bei dem Geschäftsmodell von Spotify beinahe leer aus.

Deutschsprachige Hörbücher sind bei Spotify leider noch Mangelware. Ein klarer Hörtipp ist aber z.B. das gesprochene Sachbuch von Stefan Mey: „Darknet – Waffen, Drogen, Whistleblower“, was man in zehn Kapitel unterteilt hat.


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Fazit

Keine Frage, der TuneFab Spotify Music Converter tut, was er soll. Ob man dafür knapp 37 oder für die ganze Familie etwas unter 70 Euro ausgeben will, muss jeder für sich entscheiden. Wir haben zumindest bei unserem Test nichts zu bemängeln. Von TuneFab gibt es im Online-Store käufliche Software-Pakete, mit denen man gleichzeitig auch das DRM von Apple Music überlisten kann. Dafür werden dann €59.12 im Paket für die lebenslang gültige Einzelplatz-Lizenz fällig. Ob sich die Investition lohnt, hängt letztlich von den Vorlieben und dem Nutzungsverhalten der Musikfans ab.

TuneFab Spotify Music Converter

PS: Für Windows sind wir in den einschlägigen Quellen direkt fündig geworden. Wer das Programm kauft statt den Crack aus April 2020 zu nutzen, würde zumindest wegen einer möglichen Infektion des eigenen PCs mit Spy- oder sonstiger Schadsoftware kein Risiko eingehen. Außerdem sollte man sich überlegen, ob man ein derartiges Projekt nicht zumindest einmalig finanziell unterstützt. Wenn das keiner tut, wird der Hersteller sein lebenslanges Update-Versprechen mangels Masse nicht halten können.

PPS: Die Betreibergesellschaft von TuneFab sitzt in Hong Kong. Somit hat man mit möglichen Klagen oder Schadenersatzansprüchen der Rechteinhaber oder von Streaming-Anbietern grundsätzlich nichts am Hut.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.