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Bildquelle: Ujesh Krishnan

TRK mit kurioser DMCA-Anfrage – Lösch mich aus dem Internet!

Täglich werden tausende DMCA-Anfragen versendet. Illegale Streaming-Websites, Warez-Portale, Torrenting. Der Sender TRK schoss den Vogel ab.

Die Liste der zu sperrenden Webseiten wächst immer mehr. TRK, ein ukrainischer Fernsehsender, hat dem Lösch-Wahn im Netz jetzt die Krone aufgesetzt. Über die abgefahrene Geschichte berichtete kürzlich der P2P Blog Torrentfreak.

TRK killed sich selbst aus dem Internet

Der ukrainische TV-Sender TRK hat kürzlich mittels seines Anti-Piraterie-Partners Vindex eine DMCA-Anfrage an Google geschickt. Dabei ging es nicht etwa um die Domain einer Streaming-Plattform, sondern um keine andere Adresse als 127.0.0.1. Jeder technisch Interessierte wird diese Adresse kennen. Denn sie verweist nicht etwa auf einen Server in irgendeinem Land, sondern auf sich selbst.

127.0.0.1 ist die lokale Maschine, auch Localhost genannt. TRK’s Dienstleister Vindex hat also nicht etwa den nächsten Stream-Ripper ausgeschaltet, sondern Piraterie auf den eigenen Servern festgestellt.

Weil Suchmaschinen sich so einer großen Reichweite erfreuen, sind sie ein sehr starkes Werkzeug um möglichst viele Menschen zu erreichen. Sie sind aber auch ein großer Dorn im Auge der Rechteinhaber. Streaming-Portale finden immer wieder neue Wege, um die Sperrungen und Zensur von Ergebnissen zu umgehen. Somit ist es auch keine Überraschung, dass Google und die anderen Suchmaschinen einen durchgehenden Strom an neuen DMCA-Anfragen erhalten.

Der Suchanbieter Google hat alleine mehr als fünf Milliarden DMCA-Anfragen erhalten. Es kommen jede Woche Millionen neue URLs hinzu. Der Großteil dieser Anfragen ist berechtigt, doch es passieren natürlich Fehler. Rechteinhaber durchsuchen fortlaufend das Internet nach Urheberrechtsverletzungen. Manchmal kommen ihnen dabei auch ganz legale Streaming-Portale unter, die man ebenso meldet. Die Portale können sich damit selbst große Probleme bereiten, wie es kürzlich bei dem Comic-Abo-Dienst „Toomics“ der Fall war, der die eigene Website mit einer DMCA-Anfrage aus Google entfernen ließ.

Einmal Internet löschen, bitte!

TRK hat mit der eigenen Anfrage die Kirsche oben drauf geliefert. Würde man die Adresse 127.0.0.1 sperren, würde sich in der Theorie Google selbst sperren, weil jeder Server und jedes internetfähige Gerät diese Adresse für interne Anfragen verwendet.

Die Anfrage, die Vindex im Aufrtrag von TRK gestellt hatte, sollte eigentlich die URL „127.0.0.1:6878/ace/manifest.m3u“ blockieren. Diese verweist auf eine Playlist-Datei, welche oft von der P2P-Plattform Ace Stream verwendet wird.

Böse Dateien

TRK

Die DMCA-Anfrage weist Google an, eine einzelne Datei unter 127.0.0.1 zu sperren. Da Localhost auf den lokalen Server verweist, kann Google diese Datei nicht finden. Die Anfrage wurde von Google also angenommen und passiert ist…. nichts. Scheinbar sollte sich Vindex mal die eigenen DMCA-Bots ansehen und verbessern, denn von allen Links, die diese melden, werden nur schlappe 10% entfernt. Oder TRK sollte sich vielleicht nach einem neuen IT-Dienstleister umschauen!?

Was kommt als nächstes? Google.com soll Bing sperren?! Vindex sperrt die eigenen Suchbots? Findet es heraus und seid live dabei in der nächsten Folge von „Vindex sperrt das Internet“!

Tarnkappe.info

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