tribler soll anonymes Filesharing ermöglichen

Article by · 18. Dezember 2014 ·

tribler hidden transfers filesharing
Die Entwickler des neuen Netzwerks tribler wollen anonymes und zensurresistentes Filesharing ermöglichen. Die Software stammt von Wissenschaftlern der holländischen Delft University of Technology. Die Verschleierung der IP-Adressen übernimmt die kostenlose Software selbstständig.

Anhand der Razzien bei The Pirate Bay Anfang letzter Woche wird einem vor Augen geführt, wie anfällig Filesharing mithilfe von BitTorrent ist. tribler funktioniert ohne eigene Tracker, braucht keine Index-Webseiten und soll seinen Nutzern auch ohne aktivierten Proxy- oder VPN-Dienst Anonymität gewährleisten. Das Netzwerk soll dabei ähnlich schwer nachvollziehbar und beeinflussbar wie TOR sein. Für deutsche Nutzer könnte der Client aufgrund der vielen verschickten P2P-Abmahnungen interessant werden.

Den Kollegen von TorrentFreak sagte Prof. Johan Pouwelse von der Universität in Delft, tribler könne niemand herunterfahren. Die bisherige Entwicklungszeit soll bereits 10 Jahre betragen. “Die Öffentlichkeit hatte schon angefangen, den Kampf um die Freiheit des Internets zu verlieren. Wir sind jetzt aber stolz bekannt geben zu können, dass wir eine gegen Angriffe resistente und zudem zensurfreie Infrastruktur vorstellen können.”

Die Nutzer können selber einstellen, ob sie sich wahlweise für mehr Sicherheit oder für eine höhere Geschwindigkeit entscheiden. Wenn der Trafic über viele Knotenpunkte (sogenannte hops) läuft, sinkt die Übertragungsgeschwindigkeit. Dafür wird es für Dritte schwerer, die Quelle und den Verlauf des Datenstroms auszumachen. Das eigene Netzwerk soll ähnlich sicher wie TOR sein, tribler ist aber nicht Teil des TOR-Netzwerks. Ähnlich wie bei Retroshare werden Transfers über andere Tauschpartner durchgeführt. Die Übertragungsgeschwindigkeit hängt in erster Linie von der Anzahl der aktiven Nutzer ab. Umso mehr Personen sich einklinken ins tribler-Netzwerk, umso schneller gehen die Transfers vonstatten.

tu delft triblerAufgrund der finanziellen Ausstattung des Projekts der Universität Delft ist man zuversichtlich, die weitere Entwicklung zügig vorantreiben zu können. Seit der Downtime von The Pirate Bay erfuhr tribler in den letzten Tagen einen Zuwachs von 30 Prozent. Offenbar haben die Durchsuchungen einige Nutzer wachgerüttelt.

Wer die Software selbst ausprobieren will, sie ist für Windows, Mac OS X (nicht Snow Leopard!) und Linux Ubuntu verfügbar.

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13 Comments

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    Realnamen haben hier nichts verloren. Deswegen sind diese Kommentare über den Jordan gegangen.

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    Felix Krull

    Also ich weiß nicht, ob das wirklich ein sicheres, anonymes P2P ermöglicht. Möglicherweise ist die Darstellung zu sehr vereinfacht, denn ich vermute in diesem System einen großen Schwachpunkt. Als Knotenpunkte werden die anderen Teilnehmer eingesetzt, d.h. alle Filesharer sind Teil des Netzwerks,
    über das der Verkehr abgewickelt wird. Durch eine Vielzahl von Knoten soll so etwas wie “Verwirrung” beim Transport von Daten erzeugt werden.

    Nehmen wir mal an, ein Teilnehmer möchte eine illegale Datei beziehen und die liegt auf einem präparierten Server der Content-Mafia, so wie das heute auch schon gemacht wird. In dem Augenblick haben die Nachbarknoten des Content-Servers ein Problem, weil dem präparierten Server deren IP-Nummern bekannt sind. An diese Nachbar-IPs werden die Daten ausgeliefert, die dann wiederum von dort an weitere Knoten gesendet werden.

    Damit sind die Nachbarknoten aber nicht mehr anonym, denn der Content-Server braucht die IPs der
    Nachbarknoten, um dorthin Daten senden zu können. Die Nachbarn befinden sich dadurch in der gleichen Situation wie der Betreiber eines offenen WLANs, über deren IP sich Dritte illegale Daten laden. Der Betreiber ist Teil einer Kette geworden, die illegale Inhalte verbreitet und damit auch in Haftung.

    Ob die Mitgliedschaft in einem solchen Netz eine gute Idee ist, weiß ich nicht. Fein raus ist allenfalls der Bezieher der Daten am Ende der Kette, weil er wohl tatsächlich anonym bleibt, wenn nur genügend Knoten dazwischen liegen.

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      Mhh.. dann wohl doch besser einen VPN nutzen.

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        Felix Krull

        Sofern man dem VPN-Dienstleister vertrauen kann, ist VPN sicherer und auch schneller.

        tribler hat wohl mehr als eine Schwachstelle. Der Grund dafür ist, dass die Filesharer untereinander auch als Knoten fungieren, sich also gegenseitig decken sollen. Das funktioniert nicht mehr richtig, wenn im Pool der Knoten ein paar Raubfische mitschwimmen. Je mehr Raubfische, desto leichter kann man die Anomymität der anderen Filesharer aufbrechen.

        Um den Transportweg weiter zu verschleiern, werden die Knoten immer wieder neu geknüpft. Dadurch bekommt man immer wieder neue Nachbarn und natürlich auch deren IP-Nummern. Wenn man nur lange genug wartet, erhält man eine lange Liste von IPs der anderen Teilnehmer. Anonymität sieht anders aus.

        Sobald man die Software aktiviert, ist man Teil einer Verteilerkette, auch wenn man selber gar keine Daten lädt oder anbietet. Der Verkehr der anderen Filesharer läuft trotzdem über den eigenen Computer. Ob das jeder will, sei mal dahingestellt.

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    Esther

    Das klingt nach einem erheblichen Fortschritt im Kampf gegen Datenschnüffelei.

    So etwas ist übrigens nicht nur für Leute interessant, die Abmahnungen vermeiden wollen. Auch wer nichts zu verbergen hat, hat ein Recht auf Privatsphäre.

    Esther

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      Das ist sicher richtig. Aber mal Hand aufs Herz: Wieviel Prozent (Promille) der über The Pirate Bay verbreiteten Werke waren gemeinfrei oder CC-lizenziert? Das waren doch nicht alles OpenOffice.org-Archive oder Linux-Distributionen, oder?

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        Der war gut, Lars :)
        Ich habe alle in meiner näheren Umgebung immer gewarnt, lasst eure Kid´s nicht in ein P2P-Netz.
        Ist bei mir in Ösi-Land nicht so schlimm, da keine Abmahnungen. Aber wer weiss was kommt.

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        Esther

        Bei der Pirate Bay waren mit Sicherheit vorwiegend open-office-Distributionen zu finden :-)) Auch der Name Pirate Bay ließ´nicht den geringsten Zusammenhang mit illegalen Aktionen vermuten :-))

        Auf manche ordentlich gemachten Bücherseiten, die jede Menge gemeinfreie, aber eben auch nicht gemeinfreie Literatur anbieten und unverdächtige Namen haben kommt man dann schon eher mal auf der Suche nach freier Literatur. Dafür will ich auch nicht gleich eine Abmahnung riskieren.

        Aber geht es bei der Anonymität im Netz wirklich in erster Linie um illegale Downloads? Eine ganze Menge durchaus legale Aktionen – etwa die Suche nach Krankheiten oder Medikamenten – gehen niemanden etwas an.

        Zudem erinnert die Vorstellung, dass nahezu alles, was jemand im Netz tut von einer Firma oder gar einem Staat nachvollzogen werden kann gespenstisch. Da lässt der Circle grüßen.

        Esther

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          Thomas Elbel

          Mal ehrlich, Frau S., es soll im Netz Leute geben, die anonyme Identitäten knacken um anderer Leute Krankheiten zu erfahren?

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            Esther

            Das geht verdammt weit Herr Elbel,

            Ihre Beiträge hier haben ein so unterirdisches Niveau, dass ich davon ausgegangen bin, dass jemand Ihren Namen benutzt um Ihnen zu schaden. Deshalb habe ich Thomas Eibel unter meinem echten Namen über eine Autorenseite eine Mail geschickt um ihn über diese Beiträgen zu informieren.

            Diesen Namen hier zu veröffentlichen zeigt das ethische Niveau, von dem auch Ihre Beiträge zeugen.

            Ich habe nichts zu verbergen – und Ihre ethische Verkommenheit haben Sie spätestens mit diesem Beitrag hinreichend unter Beweis gestellt.

            Die Vermutung, dass jemand, der – wohl aufgrund des Niveaus seiner Bücher -nicht pirateriert worden ist zu Werbezwecken derart herumkrakeelt liegt nahe und ist nicht strafbar. Es ist ebensowenig strafbar zu überpüfen, ob ein Werk auf einer illegalen Seite zu finden ist.

            Birgit S.

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            Thomas Elbel

            Beste Frau S,

            wenigstens lasse ich mich hier von Anfang an unter meiner Realidentität – auch von Ihnen – verbal verprügeln, statt mich feige hinter einem Pseudonym zu verstecken. Wenn alles was Sie hier so sagen und tun, so rein und lauter ist, warum haben Sie es dann überhaupt nötig, einen derartigen Mummenschanz zu betreiben?
            Und dann haben Sie auch noch den großartigen Einfall, mich bei mir selbst zu denunzieren. Ganz großes Kino.
            Die Behauptung, meine Bücher würden nicht piratiert, wird durch ständige Wiederholung auch nicht wahrer. Tatsächlich sind sie laut Auskunft eines anderen Posters auf allen gängigen Sites zu finden. Was das allerdings mit der Qualität meiner Bücher zu tun hat, ist mir schleierhaft. Meiner bescheidenen Meinung nach wird auf deutschen Tauschbörsen alles angeboten, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
            Ebenfalls unverständlich ist mir auch immer noch der Zusammenhang, den sie zwischen der angeblich schlechten Qualität meiner Bücher (wie ich schon öfter fragte: haben Sie sie den überhaupt gelesen?) und meinem Recht auf Teilnahme an dieser Debatte herzustellen versuchen. Darf ich das jetzt verstehen, dass Schriftsteller in diesen Angelegenheiten ihr Grundrecht auf Meinungsäußerungsfreiheit verwirkt haben, weil sie sich sonst der Gefahr aussetzen, dass irgendwelche Esthers das für verkappte Werbung halten?
            Überhaupt: Werbung für legale Bücherverkäufe? Ausgerechnet HIER??? IM ERNST? Ich denke, wenn meine Postings hier irgendeinen Werbeeffekt haben, dann eher, dass sie sich jetzt jeder Filesharer zwischen hier und Oberammergau schon aus Prinzip runterlädt.
            Aber im Gegensatz zu Ihnen habe ich eben keine Angst meine Meinung auch in schwieriger Umgebung offen und ehrlich kundzutun. Ihren Söhnen wünsche ich dieselbe Grundhaltung.
            Übrigens: Nein es ist nicht strafbar, zu überprüfen, ob ein Buch auf einer illegalen Seite zu finden ist. Es ist aber sehr wohl strafbar, einen anderen Menschen öffentlich als “ethisch verkommen” zu bezeichnen. Steht so in § 185 StGB.
            Mit stirnrunzelnden Grüßen, Thomas Elbel

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            Esther

            Lassen Sie die Beiträge doch löschen wenn Sie Ihnen nicht passen.

            Ich habe Ihnen eine Mail geschickt, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass möglicherweise jemand Ihre Identität missbraucht um Ihnen mit Beiträgen im Gossenjargon und hysterischem Gekreische zu schaden. Das habe ich mit einem Namen – ob es nun meiner ist oder nicht – unterschrieben, um es von der Forumsdiskussion zu trennen.

            Wer so etwas veröffentlicht hat bewiesen, was er als Mensch taugt. Es steht Ihnen frei Strafanzeige zu erstatten.

            In Ihre Bücher habe ich hineingeschaut. Sie sind so schlecht wie Ihre Beiträge.

            Und noch einmal: Ihre Bücher sind zumindest bis jetzt nicht auf Library Genesis – und wahrscheinlich auch nirgendwo sonst – zu finden. Das liegt aus meiner Sicht darin, dass sie nicht nur stinklangweilig sind, sondern auch noch vor logischen Fehlern strotzen. Etwas anderes habe ich nicht behauptet.

            Esther.

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            mario

            besteht auch irgendwann mal die möglichkeit, dass ihr euch einfach mal aus dem weg geht?
            oder wie oft wollt ihr euch eure standpunkte hier noch gegenseitig eindräschen?

            ich gehe wohl nicht zu weit, wenn ich behaupte, dass es bei euch zwei voll nichts mehr wird.

            und das liegt nicht nur daran, dass herr elbel ganz offensichtlich gegen eine wand redet…


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