NiPoGi Pinova P2
NiPoGi Pinova P2
Bildquelle: ChatGPT

NiPoGi Pinova P2: Eine kleine Alltagskiste statt einer Mini-Workstation

Daheim, im Büro oder als Medien-Server via Plex ist der Mini-PC NiPoGi Pinova P2 durchaus sinnvoll. Wir haben uns das Gerät näher angesehen.

Der NiPoGi Pinova P2 sieht auf den ersten Blick hochwertiger aus, als das Gerät tatsächlich ist. In ihm arbeitet leider nur eine ältere Ryzen-Plattform mit den entsprechenden Einschränkungen. Für den Alltag, das Büro oder als Plex-Server kann der kleine Rechner trotzdem sinnvoll sein. Man sollte aber keine Wunder erwarten.

Das Gehäuse sieht nach Aluminium aus, es ist aber Kunststoff

Der NiPoGi Pinova P2 wirkt optisch überraschend edel, fast wie ein Gerät eines anderen Herstellers, dessen Produkte wir oft testen. Die Oberfläche erinnert an gefrästes Aluminium, die Form ist sauber. Das Gerät macht auf dem Schreibtisch einen besseren Eindruck, als man es in dieser Preisklasse erwarten würde.

Beim Anfassen merkt man jedoch schnell, dass es sich um ein Gehäuse aus Kunststoff handelt. Es gibt kein Aluminium, das die Kühlung unterstützt, und auch keinen CNC-gefrästen Unibody, wie man es von hochwertigeren Mini-PCs für etwas mehr Geld kennt. Trotzdem ist das Gerät* stabil, nur die Wertigkeit liegt sichtbar unter den Metallgehäusen dieser Klasse.

NiPoGi Pinova P2

Leistung des NiPoGi Pinova P2 im Alltag

Im Inneren arbeitet ein Ryzen 3 4300U. Vier Kerne, vier Threads – ursprünglich ein Notebook-Prozessor, wie bei den meisten NUC-Derivaten üblich.

Für den Alltag ist der Mini-PC wirklich ausreichend. Trotz der 50 geöffneten Tabs in Firefox, Word, einer RDP-Verbindung und Aonsoku als Navidrome Mediaplayer im Hintergrund ruckelte nichts. Alle Anwendungen liefen mit normaler CPU-Auslastung einwandfrei. Das ist überraschend. Das Ganze funktionierte sogar flüssig mit einem Plex-Mediaserver im Hintergrund, der einen 4K-Stream transcodieren musste. Natürlich fehlen dem Gerät für noch mehr Anwendungen gleichzeitig die Leistungsreserven. Aber so, wie wir ihn getestet haben, werden die meisten ihren Mini-PC auch nutzen. Und dabei macht das Gerät seinen Job zuverlässig. Die Leistung vom NiPoGi Pinova P2 ist nicht herausragend, aber auch nicht schlecht. Für viele Nutzer wird das ausreichend sein.

Hwinfo
Die Daten des Analyseprogramms HWiNFO.

Arbeitsspeicher

Ab Werk ist der Speicher als Single-Channel konfiguriert. Verbaut sind 16 GB DDR4-2666 in einem typischen SO-DIMM. Ab Werk läuft der Speicher im Single-Channel-Modus, also mit nur einem Modul.

Für das oben beschriebene Szenario reicht das vollkommen aus. Aber wenn noch mehr Personen gleichzeitig auf den Plex-Server zugreifen, wäre das nicht mehr ausreichend, weil die Bandbreite des RAMs fehlt.

Mit einem zweiten passenden Modul arbeitet der Speicher logischerweise im Dual-Channel-Modus. Das erhöht die Bandbreite und man kann gleichzeitig mehr in den RAM legen. DDR4-2666 ist weit verbreitet und trotz der aktuellen Speicherkrise preislich überschaubar. Bei einem Gerät* für 323 Euro ist dies eine der wenigen Stellen, an denen ein kleines Upgrade die größte Wirkung entfaltet. Mehr RAM ist immer gut und für eine etwas ältere Plattform wie diese hier umso besser.

NiPoGi Pinova P2
Lese- und Schreibgeschwindigkeit der Festplatte.

Massenspeicher M.2, aber nur SATA

Die verbaute 512-GB-SSD erreicht rund 540 MB/s beim Lesen und knapp 500 MB/s beim Schreiben. Das entspricht leider nur dem SATA-Niveau.

Von der Geschwindigkeit merkt man im Alltag bei regulärer Nutzung nichts. Wenn man jedoch die Daten zuerst für Plex auf die SSD lädt und dann auf die externe Festplatte für Plex überträgt, merkt man den Flaschenhals bei den I/O sehr deutlich. Es ist eben nur eine SSD im M.2-Formfaktor und keine NVMe-SSD. Sie reicht aber für den alltäglichen Bedarf aus.

SSD

Anschlüsse und Displays

Für den Schreibtisch ist das Gerät* flexibel genug. Es ist möglich, mehr als einen Monitor anzuschließen, wodurch sich ein Setup ohne zusätzliche Docks und viele Adapter ergibt. Für einen kleinen Office-Rechner oder einen Office-Rechner mit Mediaserver ist das ganz praktisch.

Netzwerk und Funk vom NiPoGi Pinova P2

Leider arbeitet der LAN-Port nur mit 1 Gbit. Für Internet, Streaming oder Plex im Direct-Play reicht das aus. Außerdem haben viele alte Router ohnehin nur 1-Gbit-Anschlüsse. Neue natürlich nicht, da würde man sich mit dem Setting selbst ausbremsen.

Funkseitig arbeitet der P2 mit WLAN 5 (802.11ac) und Bluetooth 4.2, was dem Alter der Plattform entspricht. Für Peripheriegeräte und normales WLAN reicht das völlig aus, aktuelle Standards wie Wi-Fi 6 oder Bluetooth 5 fehlen jedoch.

NiPoGi Pinova P2, RAM
Die Daten des Arbeitsspeichers vom NiPoGi Pinova P2.

USB-C und externer Speicher

Der USB-C-Port auf der Frontseite unterstützt USB 3.2 Gen 1 mit einer Geschwindigkeit von 5 Gbit/s. Das ist schneller als die interne SATA-SSD, ersetzt aber keinen modernen High-Speed-Anschluss.

Beim Test schlossen wir ein großes externes Datengrab an den Mini-PC*. Der limitierende Faktor war echt nur die Geschwindigkeit der darin verbauten Festplatten. Die machen ihren Job, nicht mehr und nicht weniger. Die Ausstattung ist zeitgemäß, aber die Hardware ist vielleicht nur noch für ein bis zwei Jahre zukunftssicher.

NiPoGi Pinova P2
Der NiPoGi Pinova P2 von hinten.

Lautstärke und Kühlung

Die Plattform ist sparsam, deshalb blieb das Gerät* trotz vieler gleichzeitig geöffneter Anwendungen so leise, dass man es nicht gehört hat. Unter Dauerlast dreht der Lüfter etwas hörbar auf. Aber der Lüfter klingt nicht wie bei anderen Geräten in der Preisklasse, als würde gerade ein Flugzeug starten. Das ist angenehm und positiv in dieser Preisklasse.

Windows 11 Pro

Bereits auf dem Gerät installiert ist Windows 11 Pro mit Windows 24H2, wie es leider auch noch bei anderen Geräten üblich ist. Dort gibt es noch die Option der Offline-Aktivierung, die man nutzen sollte. Da es nicht direkt funktionierte, wählten wir zur Abwendung jeglicher Bastelei die Option „Ich habe kein Internet“. Damit lässt sich diese Windows-Version direkt aktivieren.

NiPoGi Pinova P2 – unser Fazit

Der NiPoGi Pinova P2 ist kein Mini-PC für hohe Ansprüche an Material oder die aktuellste Technik. Das Kunststoffgehäuse, die ältere Chip-Plattform, Single-Channel ab Werk, SATA-SSD, 1-Gbit-LAN, WLAN 5 und USB-C mit 5 Gbit zeigen sehr deutlich, woran der Hersteller bei dem Gerät gespart hat.

Als Schreibmaschine funktioniert der Rechner sehr gut. Der AMD Ryzen 3 4300U reicht für den Alltag mit etwas Büroarbeit, Surfen im Internet und auch der Wiedergabe von Medieninhalten aus.

Auch als günstiges Plex-Zuspielgerät kann das Gerät sinnvoll sein – vorausgesetzt, das Transcoding ist nicht erforderlich. Kritisch wird es sonst, sobald mehrere Personen gleichzeitig darauf zugreifen. Wenn das kein Thema ist und die Medien auf einem externen Speicher liegen, ist dies ein gutes, günstiges und vielseitiges Gerät.

Bei einem Preis von rund 369 Euro darf man auch keine Reserven oder aktuelle Schnittstellen erwarten. Man erhält mit diesem kleinen Rechner ein Gerät, das unauffällig seinen Job macht. Nicht mehr und auch nicht weniger. Doch dafür ist die Ausstattung ausreichend.

Bei den aktuellen Preisen ist er einem Raspberry 5* mit 16 GB RAM immer noch ebenbürtig und kostet nur wenig mehr als die Basisausstattung eines Raspi. Wenn man den NMVE-Hat und eine passende NVME von Raspberry kauft, ist man zwar schneller unterwegs, bleibt aber auf der ARM-Plattform gefangen. Wenn ich mich zwischen dem Mini-PC und einem Raspberry 5 entscheiden müsste, würde ich mich trotz der Schwächen des Geräts für den NiPoGi P2 Mini-PC entscheiden.

Die von uns getestete Version der Hardware ist komischerweise nicht mehr verfügbar, aus welchen Gründen auch immer. Aber selbst für 399 € mit einer 1-TB-SSD eignet sich das Gerät als Arbeitsmaschine daheim und im Büro. Mehr Infos sind hier verfügbar*.

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