Raspberry Pi teurer
Raspberry Pi teurer
Bildquelle: ChatGPT

Raspberry Pi teurer, Mini-PCs die bessere Alternative?

Aufgrund der gestiegenen Kosten für den Arbeitsspeicher stiegen auch erneut die Preise für die Modelle des Raspberry Pi in die Höhe.

Der Raspberry Pi wird teurer, erneut! Davon betroffen ist der Raspberry Pi 4 und 5 sowie das hauseigene Compute Module 4 und 5 mit zwei GB RAM oder mehr. Die Staffelung lautet wie folgt: 2 GB entspricht einer Preissteigerung von 10 Dollar, bei 4 GB sind es 15 Dollar. Bei 8 GB schlägt der Hersteller 30 Dollar und bei 16 GB 60 Dollar oben auf den Endpreis drauf.

KI-Technologie benötigt extrem viel Arbeitsspeicher

Als Grund nennt die Raspberry Pi Ltd. deutlich gestiegene LPDDR4-Kosten und verweist auf den Druck durch die KI-Infrastruktur, der allgemein zu gestiegenen RAM-Preisen im Einkauf führt. Die 1-GB-Modelle sind davon übrigens nicht betroffen. Ältere Geräte wie der Pi Zero und der Pi 3 bleiben ebenfalls stabil bei der Preisgestaltung, da der Hersteller nach eigener Aussage über ausreichende Lagerbestände an LPDDR2-Bausteinen verfügt.

dietpi

Beim Raspberry Pi 4 Model B gibt es eine neue Revision, die „Dual RAM” kann. Es handelt sich lediglich um eine neue Art der Fertigung und Prozessoptimierung, die aber interessant ist. Im Dokument der Product Change Notification (PCN) heißt es: „Es gibt einen zweiten Platz für DRAM auf der Rückseite.” Außerdem ist von einem zweiten LPDDR4-Baustein auf der Unterseite die Rede. Das Ziel besteht darin, mehr Spielraum bei der DRAM-Beschaffung zu erhalten.

Bootloader-Versionen ab dem 9. Januar 2026 sollen die neue Revision abdecken und in allen aktuellen Images für das Board enthalten sein. Wenn man den Pi-Imager nutzt, wird das neue Image mit dem neuesten Bootloader automatisch heruntergeladen. Man muss sich also um nichts kümmern. Die leichtgewichtige, stark optimierte Linux-Distribution für Einplatinencomputer (SBCs) und andere ressourcenarme Systeme, DietPI, verfügt inzwischen auch über ein angepasstes Image in seinem Portfolio.

raspberry pi

Raspberry Pi teurer: Wenn alleine das Board 209,90 Euro kostet, erübrigt sich jeder Vergleich

Ein Beispiel aus einem deutschen Shop: Ein Raspberry Pi 5 mit 16 GB kostet ebenfalls 209,90 Euro. Das ist nur das Board. Also erfolgt die Auslieferung ohne Netzteil, ohne Gehäuse, ohne Kühlung und ohne Speicher. Den Namen nennen wir absichtlich nicht. Aber jedem sollte klar sein, dass wir in Deutschland eigentlich nur einen auf Raspberry spezialisierten und registrierten Händler haben. Dieser wird auch auf der Raspberry-Webseite offiziell neben anderen prominent beworben und ist eigentlich hierzulande die Anlaufstelle Nummer eins.

Rechnet man die benötigten Teile neben dem Board dazu, ergibt sich folgende Summe:

– das 27-W-Netzteil: 12,40 Euro
– offizielles Gehäuse: 9,90 Euro
– der active cooler: 5,90 Euro.

Insgesamt kommt man so auf 238,10 Euro, ohne einen Datenträger dabei zu haben. Nimmt man die offizielle Raspberry-Pi-MicroSD-A2-Karte dazu, kosten 64 GB 21,80 Euro und 128 GB 28,70 Euro. Damit landet man bei 259,90 Euro bei 64 GB bzw. 266,80 Euro bei 128 GB Arbeitsspeicher. Wenn man statt per microSD lieber mit NVMe booten möchte, ist das PCIe M.2 HAT+ Compact für 14,90 Euro die Qual der Wahl.

Aber dazu kommt noch die passende SSD-Festplatte. Die offizielle Raspberry-Pi-SSD mit 512 GB Speicherplatz kostet 79,90 Euro. In dieser Konstellation sind das 332,90 Euro für Board, Grundzubehör und NVMe, ohne Versandkosten. Die kommen selbstverständlich noch oben drauf.

Für ein simples Bastelboard zu teuer

Dafür, dass der Raspberry Pi ein Bastelboard sein soll, das schnell einige Aufgaben erfüllen kann, ist der Preis einfach viel zu hoch. Ein Bastelboard, das schnell, gut und günstig ist und Kindern in Afrika den Zugang zur IT ermöglichen soll, ist es damit endgültig nicht mehr. Das war ja mal anfangs die Philosophie dieses Hardware-Projekts.

Auch der Nutzen von einem Hardware-Aufsatzmodul (KI-HAT), auf dem man seine KI-Modelle (LLMs) ausführen kann, ist eher fraglich. Auf dem Papier hat das Modul zwar viel Leistung. Die wenigen seriellen Datenleitungen des PCI-Express-Busses drosseln das Modul aber ungemein. Von daher kann das Modul sein Potenzial nur mit sehr stark begrenzten LLMs ausspielen.

raspi 5
Der Raspi 5 als Kuchen. So sieht das Gerät natürlich nicht aus. ;-)

Ohne GPIO ist der Mini-PC oft die bessere Lösung

Wenn man keine frei programmierbaren digitalen Ein- bzw. Ausgangspins (GPIOs) benötigt, muss man beim Raspberry Pi aktuell zu viel unnötiges Zubehör kaufen, damit er läuft. Der Bedarf an Arbeitsspeicher wird in Zukunft nicht geringer. Es könnte also durchaus passieren, dass der Raspberry Pi nochmals teurer wird.

Ein Mini-PC ist inzwischen die einfachere, günstigere und pragmatischere Wahl. Gehäuse, Netzteil, RAM und SSD sind bereits integriert. Beispielsweise der K1 von ACEMAGIC ist im EU-Shop ab 229 Euro inklusive Versandkosten erhältlich. Es gibt viele gute Hersteller wie Minisforum, Geekom & Co. Der Hersteller der NUC-Derivate ist eher zweitrangig. Solche Geräte sind aktuell die bessere Wahl, wenn man Nextcloud, Adguard Home und vielleicht noch einen eigenen Musikserver oder Plex betreiben will, statt dafür einen Raspi zu kaufen.

Fazit – Raspberry Pi vs. Mini-PC

Für GPIOs, HATs, Sensorik oder Embedded-Stuff. Dafür bleibt der Pi weiterhin die richtige Basis, wenn man sie denn braucht. Für den typischen Homelab-Job ohne Hardware-Bastelei ist der Preisunterschied inzwischen einfach zu groß, sodass Mini-PCs in der 200-Euro-Klasse oft die bessere Wahl sind. Außerdem erledigen sie ihre Jobs genauso gut. Ja, die Stromkosten sind dabei ein wenig höher. Aber dafür hat man direkt ein x86_64 System, was so gut wie jedes zu installierende Paket, Betriebssystem oder Software problemlos unterstützt.