Sync 2.0 Pro: BitTorrent Inc. will Cloud-Anbieter werden

Die BitTorrent Inc. will ab 2015 eine Premiumversion ihres Dienstes Sync zum Kampfpreis von jährlich knapp 40 Dollar anbieten.

sync 2.0

Die BitTorrent Inc. will ab 2015 eine Premiumversion ihres Dienstes Sync zum Kampfpreis von jährlich knapp 40 Dollar anbieten. Trotz unbegrenzter Dateigrößen und ohne Traficbegrenzung wäre dies weniger als die Hälfte des preiswertesten Mitbewerbers am Markt. Daneben gibt es eine kostenlose Version.

bittorrent sync sadSync als Freemium-Modell

Im Gegensatz zu regulären Cloud-Lösungen werden die Dateien ausnahmslos auf den teilnehmenden Geräten und nicht auf zentralen Servern gespeichert. BitTorrent Sync synchronisiert eine unbegrenzte Menge Dateien zwischen mehreren Geräten. Den Datentransfer führt man via P2P verschlüsselt durch. Man wählt beliebige Ordner der Festplatte aus, die man synchronisieren will. Für jeden Ordner bestimmt man ein eigenes Passwort, hier Secret genannt. Die Benutzung funktioniert völlig ohne vorherige Anmeldung. Wer mitmachen will, muss lediglich das richtige Secret eingeben.

Mit Sync 2.0 Pro positioniert sich der Anbieter gegen große Cloud-Speicherdienste wie Apple iCloud, Dropbox, Google Drive und Microsoft OneDrive. Der Vizepräsident rechnet vor, durch die Vernetzung über das Peer-to-Peer-Protokoll sei man im Vergleich zu langsameren Cloud-Lösungen bis zu 16 Mal schneller unterwegs. Zwar sagt Erik Pounds auch, dieses Produkt soll die Intimität von Dingen schützen, die äußerst privat gehalten werden müssen.


Sicherheitslücken bekannt geworden

Allerdings stellten Forscher auf der Sicherheitskonferenz Hackito Ergo Sum diverse Sicherheitslücken vor, die einen Zugriff des Betreibers oder von Geheimdiensten auf die verteilten Dateien ermöglichen. Die Möglichkeit zum offiziellen Zugriff hat man nachträglich installiert. Deshalb vermuten die Forscher, das Unternehmen wurde dazu wahrscheinlich mithilfe eines National Security Letters gezwungen. Der Wunsch der Geheimdienste Vollzugriff auf alle geschützten Dateien zu erhalten, gilt aber auch in gleichem Umfang für alle anderen Anbieter von Cloud-Lösungen mit Hauptsitz USA. Wer eine andere Lösung aus den USA nutzt, ist damit genauso viel oder wenig auf der sicheren Seite.

Die Firma BitTorrent Inc. kaufte 2007 die Rechte am BitTorrent-Client µTorrent auf. Daraufhin wurde die Entwicklung der ehemals quelloffenen Software auf Closed Source umgestellt, was BitTorrent viel Kritik aus der Community einbrachte. An der Entwicklung des quelloffenen P2P-Clients BitTorrent ist das Unternehmen hingegen nicht mehr direkt beteiligt.

hackito ergo sum 2015Bleep – Voice-over-IP-Telefonie & Chat

Im September dieses Jahres wurde zudem die erste Vorabversion des Chat-Programms Bleep veröffentlicht. Dieser Messenger, der auch Internet-Telefonie ermöglicht, basiert ebenfalls auf der Peer-to-Peer-Technologie. Momentan ist die Alpha-Version für Android, Mac OS X und Windows verfügbar.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.