Sync 2.0 Pro: BitTorrent Inc. will Cloud-Anbieter werden

Article by · 21. November 2014 ·

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Die BitTorrent Inc. will ab 2015 eine Premiumversion ihres Dienstes Sync zum Kampfpreis von jährlich knapp 40 Dollar anbieten. Trotz unbegrenzter Dateigrößen und ohne Traficbegrenzung wäre dies weniger als die Hälfte des preiswertesten Mitbewerbers am Markt. Daneben gibt es eine kostenlose Version.

bittorrent sync sadIm Gegensatz zu regulären Cloud-Lösungen werden die Dateien ausnahmslos auf den teilnehmenden Geräten und nicht auf zentralen Servern gespeichert. BitTorrent Sync synchronisiert eine unbegrenzte Menge Dateien zwischen mehreren Geräten, der Datentransfer wird via P2P verschlüsselt durchgeführt. Man wählt beliebige Ordner der Festplatte aus, die synchronisiert werden sollen. Für jeden Ordner wird ein eigenes Passwort, hier Secret genannt, bestimmt. Die Benutzung funktioniert völlig ohne vorherige Anmeldung. Wer mitmachen will, muss lediglich das richtige Secret eingeben.

Mit Sync 2.0 Pro positioniert sich der Anbieter gegen große Cloud-Speicherdienste wie Apple iCloud, Dropbox, Google Drive und Microsoft OneDrive. Der Vizepräsident rechnet vor, durch die Vernetzung über das Peer-to-Peer-Protokoll sei man im Vergleich zu langsameren Cloud-Lösungen bis zu 16 Mal schneller unterwegs. Zwar sagt Erik Pounds auch, dieses Produkt soll die Intimität von Dingen schützen, die äußerst privat gehalten werden müssen.

Allerdings stellten Forscher auf der Sicherheitskonferenz Hackito Ergo Sum diverse Sicherheitslücken vor, die einen Zugriff des Betreibers oder von Geheimdiensten auf die verteilten Dateien ermöglichen. Die Möglichkeit zum offiziellen Zugriff wurde nachträglich installiert. Deshalb vermuten die Forscher, das Unternehmen wurde dazu wahrscheinlich mithilfe eines National Security Letters gezwungen. Der Wunsch der Geheimdienste Vollzugriff auf alle geschützten Dateien zu erhalten, gilt aber auch in gleichem Umfang für alle anderen Anbieter von Cloud-Lösungen mit Hauptsitz USA. Wer eine andere Lösung aus den USA nutzt, ist damit genauso viel oder wenig auf der sicheren Seite.

Die Firma BitTorrent Inc. kaufte 2007 die Rechte am BitTorrent-Client µTorrent auf. Daraufhin wurde die Entwicklung der ehemals quelloffenen Software auf Closed Source umgestellt, was BitTorrent viel Kritik aus der Community einbrachte. An der Entwicklung des quelloffenen P2P-Clients BitTorrent ist das Unternehmen hingegen nicht mehr direkt beteiligt.

hackito ergo sum 2015Im September dieses Jahres wurde zudem die erste Vorabversion des Chat-Programms Bleep veröffentlicht. Dieser Messenger, der auch Internet-Telefonie ermöglicht, basiert ebenfalls auf der Peer-to-Peer-Technologie. Momentan ist die Alpha-Version für Android, Mac OS X und Windows verfügbar.

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