„Stoned100“: Bedburger verkaufte Drogen im Darknet im Wert von 185.000 Euro

Artikel von · 30. Mai 2018 ·

Seit Montag muss sich der 43-jährige Dirk A. vor dem Kölner Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, unter dem Benutzernamen „Stoned100“ im Darknet einen gewerbsmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln betrieben zu haben, um sich „eine Einnahmequelle von erheblichem Umfang“ zu erschließen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte 185.000 Euro umgesetzt hat, berichtet der Kölner Stadtanzeiger.

Zu der im Oktober 2017 bei Dirk A. durchgeführten Hausdurchsuchung fanden die Ermittler sowohl in der Wohnung, als auch in seiner Garage ein großes Drogenlager vor. Sie konfiszierten dort rund 13 Kilogramm Amphetamin, neun Kilogramm Cannabis, sechs Kilogramm Ecstasy und 137 Gramm Kokain, teils als Rohmasse. Auf Nachfrage des Richters begründete er die vorgefundene Menge damit, dass er sich auf einen Schlag gleich viele Drogen besorgt hätte, um sie dann in kleinen Rationen weiter zu veräußern. Auf seinem Computer entdeckten die Ermittler Listen mit den Adressen seiner Kunden. Zudem nahmen die Beamten ein Luftgewehr mit Munition und ein Klappmesser mit.

Die Kölner Staatsanwaltschaft wirft dem Bedburger 60 Fälle von illegalem Drogenhandel vor, von denen er die meisten auch zugibt. Er bestreitet lediglich fünf Fälle, die bereits mehrere Jahre zurückliegen. Die umfangreichen Ermittlungen brachten zutage, dass der Angeklagte die Drogen per Brief, darunter mal ein Gramm Kokain nach München, dann 50 Gramm Haschisch nach Chemnitz oder 20 Ecstasy-Pillen nach Berlin, oder per Paket, wie ein Kilo Amphetamin an eine Packstation in Pirmasens, versandte. Er lieferte nicht nur bundesweit, sondern hatte zudem noch weitere Kunden in Österreich, Belgien, Frankreich und in der Schweiz. Stets versah er die Sendungen mit einem fiktiven Adressaufkleber: „Print und Office Store“ aus Duisburg. Seinen Sendungen legte der 43-Jährige Rechnungen bei, die sich bespielsweise auf Druckerpatronen bezogen, seine Kunden bezahlten meistens mit Bitcoin.

An die Polizei verraten wurde Dirk A. durch einen Spitzel aus seinem Umfeld. Der 43-Jährige ist bereits einschlägig vorbestraft. Er saß schon einige Jahre im Gefängnis. Aktuell sind noch zwei Verhandlungstage vorgesehen. Da der Angeklagte drogenabhängig ist, erwägt man nun eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Bildquelle: stevepb, thx! (CC0 Public Domain)

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4 Kommentare

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    Anonymous

    wie man Rauschwaren nachhaltig an den Mann bringt, ohne erwischt zu werden, berichtet Rolling Stone Journalist und Author Matt Taibbi in seiner neuen Serien-Novelle online:
    „The Business Secrets of Drug-Dealing: Adventures of the Unidentified Black Male. The rules of the drug-dealing game, told from the inside.“

    Die Story basiert auf dem Leben des Co-Authors als Langzeit Gras- und Pilz-Dealers. Taibbi verbindet dabei narrative Fiktion und journalistische Wahrheit.

    https://taibbi.substack.com/welcome
    https://taibbi.substack.com/p/chapters-one-and-two-the-business-secrets-of-drug-dealing

    den Rest findet man im Archiv und Goggle

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    Edekanindianer

    Zitat:
    „Die umfangreichen Ermittlungen brachten zutage, dass der Angeklagte die Drogen per Brief, darunter mal ein Gramm Kokain nach München“

    Ein ganzes Gramm? Wow. Ich wusste ja schon immer, die Bayern sind alles Kokser. Damit hat der Empfänger bestimmt ganz München versorgt :-)

    Unser Staat sollte die Drogen frei verkäuflich geben. Wer das Zeug nehmen möchte, besorgt sich das ohnehin. Würde den Dealern das Wasser abdrehen. Polizei hätte Zeit für wichtigere Dinge. In den Gefängnissen wäre Platz für richtige Verbrecher.

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    verdant

    Mir doch egal … wer sich sein Hirn weg ballern will der soll das halt tun. Der Händler befriedigt halt eine Nachfrage und so lange niemand jemand zu Konsum nötigt finde ich die Knallharten Strafen eh für überzogen. Diejenigen die es haben wollen beschaffen es sich sowieso.

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    pleasure

    selber schuld… hoffentlich bekommen sie noch viel mehr Dealer


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