Sky UK veranlasst Löschung unseres Accounts bei Instagram

Sky UK ließ gestern die Löschung unseres Postings bei Instagram veranlassen. Wir hatten als Beitragsbild einen Screenshot ihrer Webseite inklusive der Quellenangabe veröffentlicht. Der Aufforderung uns beim Rechteinhaber zu melden, kamen wir nach. Allerdings werden alle derartigen Anfragen automatisch beantwortet, weswegen man keine unserer Fragen beantwortet hat. Als einzige Reaktion wurde unser kompletter Instagram Account ohne Vorwarnung gesperrt.

Zero strikes and you’re out: lieber direkt löschen und sperren!

sky sports logoPassend zum Thema haben wir gestern über Sky Italia und Sky UK berichtet. Beide Unternehmen lassen derzeit unzählige Ergebnisse aus der Suchmaschine von Google löschen. Als Beitragsbild nutzten wir den Ausschnitt eines Screenshots von Sky.com. Darauf waren u.a. zwei Fußballer und das Logo der Premiere League und Sky Sports zu sehen.

Gestern Mittag erreichte uns dann überraschend von [email protected] eine E-Mail von Instagram, dass man einen unserer Beiträge entfernt hat. Angeblich haben wir die Rechte Dritter mit unserem Posting verletzt. Wer damit nicht einverstanden ist, soll sich per E-Mail an [email protected] wenden.

Das taten wir auch, um uns nach der Begründung zu erkundigen. Es hat in all den Jahren nie Probleme mit Logos oder mittelgroßen Ausschnitten von irgendwelchen Webseiten gegeben, solange wir gleichzeitig die Quelle angegeben haben. Das taten wir auch gestern unterhalb des Beitrages.


Keine persönliche Kontaktaufnahme erwünscht!?

Mittlerweile läuft im Antipiracy-Sektor alles nur noch über Bots. Wir wissen also bis heute nicht, worin konkret Rechtsverletzung Nummer 668554833679429 bestehen soll. Als Antwort kam lediglich die automatische Aufforderung, Sky UK nochmals eine E-Mail mit mehreren Angaben zu schicken. Da wir eine Kommunikation mit einem Computer für wenig zielführend halten, haben wir gerne darauf verzichtet. Eine Telefonnummer oder andere Kontaktmöglichkeit wird einem nicht angegeben. Dass unser Account komplett von Instagram gesperrt wurde, hat uns ebenfalls niemand mitgeteilt. Das wäre ein Tick mehr Aufwand gewesen. Den sucht man ja zu vermeiden wo es nur geht. Beim Login-Versuch kommt aktuell lediglich die Meldung:

Dein Konto wurde aufgrund eines Verstoßes gegen unsere Nutzungsbedingungen gesperrt: http://instagram.com/about/legal/terms/

instagram

Post von Instagram. Das war die erste und letzte E-Mail zu dem Thema, der Account ist weg vom Fenster.

instragram logoInstagram vermeidet Aufwand wo es nur geht

Instagram (Eigentümer: Facebook) verfährt bei DMCA-Löschaufforderungen noch extremer als Twitter. Man löscht auf Anfrage ohne jede Prüfung. Wer damit nicht einverstanden sein sollte, kann sich ja melden und um eine Klärung kümmern. Die Arbeit haben dann die Nutzer und nicht etwa die Betreibergesellschaft. Und da man der Löschaufforderung zeitnah nachgekommen ist, muss Instagram mit keinen juristischen Konsequenzen rechnen.

Twitter lässt immerhin zwei Copyright-Verletzungen zu, bevor die Sperre des Accounts angedroht wird. Instagram macht sich so viel Arbeit nicht, da macht man lieber direkt kurzen Prozess. In den deutschsprachigen Hilfsseiten von Instagram hat man keinen Hinweis hinterlassen, dass es im Fall von Urheberrechtsverletzungen keine Vorwarnung geben soll. In der E-Mail heißt es, bei wiederholten Urheberrechtsverleetzungen würde man die entsprechenden Accounts über den Jordan werfen. Nur ist das bei uns gar nicht der Fall.

Zensur in Reinkultur

Es gab nämlich seit Eröffnung unseres Accounts niemals Probleme mit Urheberrechtsverletzungen. Instagram hat uns bisher auch noch nie über eine andere Beitragslöschung informiert. Unseren Account hat man einfach ohne Vorwarnung ins Nirwana geschickt. Das Ganze wäre nachvollziehbar, wenn wir mehrfach negativ mit vergleichbaren Verstößen aufgefallen wären. Da wir eh kaum den Instagram-Account betreut haben, kam es nicht dazu. Möglicherweise haben wir in den letzten Monaten einfach nur Glück gehabt. Normalerweise beschränken wir uns auf gemeinfreie Werke als Beitragsbilder, die wir Unsplash oder Pixabay entnehmen. Deswegen sind wir wohl noch keinem der Bots der Rechteinhaber aufgefallen. Die Gründe für diese Vorgehensweise werden wir wohl nie erfahren, weil wir von der Adresse noreply@facebook.com angeschrieben wurden. Soll heißen: bitte nichts schreiben, bitte uns keine weitere Arbeit machen.

Wir sind mit solchen Bezeichnungen normalerweise eher zurückhaltend, doch derart drakonische Maßnahmen darf man wohl ohne Übertreitung als Zensur bezeichnen!!!

Beitragsbild von NotAVandal auf Unsplash, thx!

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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