Ried: Darknet-Drogendealer wegen Anfängerfehler gefasst

Article by · 18. September 2017 ·

Wie die Landespolizeidirektion Oberösterreich in einer Pressemitteilung vom Freitag (15.08.2017) bekannt gab, konnten sie einen Ermittlungserfolg verzeichnen: Ein Drogendealer-Pärchen aus dem Bezirk Ried im Innkreis ist durch Briefe, die “zurück an den Absender” gingen, aufgeflogen. Sie hatten ihre Couverts unterfrankiert, häufig den gleichen Briefkasten benutzt und eine in der Nähe ansässige Firma als Absender angegeben, wie die ortsansässige Presse bekannt gab.

Demnach hatten ein 24-Jähriger und seine 22-jährige Partnerin, beide beschäftigungslos, einen gut gehenden Handel im Darknet betrieben: Seit Mai 2017 boten sie als Onlinehändler am Darknetmarktplatz ihren Dienst an, nämlich den Verkauf Ecstasy, LSD, Speed- Paste und MDMA an, bzw. kündigten an, dass auch sogenannte 2 CB Pillen bald zum Verkauf stehen würden und sie ihre „Ware“ binnen drei Tagen nach Österreich liefern würden. Bis Mitte Juni wurden bereits knapp 50 derartige Geschäfte abgewickelt.

Ihre Ware verschickten sie per Post und nannten als Absender eine Innviertler Firma. Diese meldete sich Anfang Juni 2017 bei der Polizei, weil die Post an sie sieben nicht zustellbare Briefe zurückgeschickte, die offensichtlich nicht von ihnen versandt wurden. In einem geöffneten Brief fand sich Ecstasy. So verfolgte die Polizei die Spur der Briefe.

In den darauf folgenden Ermittlungen kam die Polizei dem Paar auf die Schliche. Durch einen zielgerichteten Erstangriff der Polizeibeamten konnten am 09.06.2017 weitere sechs Briefe bei einem Postamt bzw. einem Postverteilzentrum sichergestellt werden, die diverse Suchtgifte zum Inhalt hatten und an Empfänger ausschließlich in Österreich adressiert waren. Eine Analyse durch das Bundeskriminalamt ergab bereits vage Verdachtsmomente zu den Verdächtigen. Die Auswertung einer Videoüberwachung brachte dann aber erst den erhofften Durchbruch: Ein erster konkreter Tatverdacht bzgl. der später überführten Versender der Briefe konnte so gewonnen werden. In der Folge wurde die Amtshandlung vom Landeskriminalamt Oberösterreich, Suchtmittelkriminalität, übernommen.

Der Tatverdacht gegen einen 24-Jährigen und eine 22-Jährige aus dem Bezirk Ried im Innkreis, konnte nun soweit erhärtet werden, dass seitens der Staatsanwaltschaft Ried/I. eine Durchsuchungsanordnung für deren Wohnsitz erlassen wurde. Bei einer Hausdurchsuchung Ende Juli 2017 durch Beamte des LKA OÖ konnten verschiedene Suchtmittel sichergestellt werden. Darüber hinaus wurden eindeutige zum Darknethandel verwendete „Werkzeuge bzw. Gegenstände“ vorgefunden. Auch der Laptop, von dem aus der Account angelegt und betreut wurde, konnte von den Beschuldigten sichergestellt werden. Die Beschuldigten selbst hatten kurz vor der Durchsuchung drei Packungen Speedpaste via Darknethandel erhalten. Hier konnte noch der dazu verwendete Versandkarton vorgefunden werden. Eine hochprofessionelle umfangreiche Cannabis-Indoor-Zuchtanlage im Wert von mindestens 10.000 Euro wurde zudem noch im Keller des Wohnhauses der Beschuldigten entdeckt und sichergestellt. Die Hälfte der Anlage war bereits einmal in Betrieb und offenbar abgeerntet. Samen und Setzlinge waren ebenfalls vorhanden, darüber hinaus ca. 330 Gramm Marihuana.

Aufgrund der belastenden Beweise zeigten sich die Beschuldigten geständig. Sie wurden noch am Durchsuchungsort festgenommen, wobei man den 24-Jährigen in die Justizanstalt Ried im Innkreis einwies, die 22-Jährige hingegen wurde auf freiem Fuß angezeigt.

Bildquelle: typographyimages, thx! (CC0 Public Domain)

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10 Comments

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    Werauchimmer

    Einfach ALLE Drogen legalisieren und auch in passenden Shops für KLEINSTPREISE verkaufen. Und schon wären alle illegalen Quellen über Nacht ausgetrocknet. Natürlich darf man das Zeugs nur freiwillig nehmen, zum Eigenbedarf erwerben und niemals öffentlich konsumieren etc. Aber wenn man die Drogenszene zerschlagen will … Nun, das ist das einfachste der Welt. Einfacher noch als einen PC einzuschalten. Aber wie immer: der Staat jammert lieber.

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    Herb

    Alkohol zählt gemeinsam mit Heroin zu den gefährlichsten Drogen überhaupt, wo ist dein Gott jetzt? Weder das Eine noch das Andere ist geil, beides scheisse gefährlich. Warum ist Alkohol dann legal? Darauf habe ich eine ganz einfache Antwort, die sogar ein Bernd versteht. Hätte Jesus sich eine Nadel mit Heroin in den Arm gerammt, würdest du nun hier schreiben „Nur durchgeknallte Junkies vergleichen Heroin mit Alkohol!“. Der einzige Grund für den legalen Alkoholgenuss ist unsere Kultur. Noch ein Beispiel gefällig? In der arabischen Welt wird Alkohol genau so behandelt, wie bei uns Heroin. Das ach so böse Heroin wird dort in abgewandelter Form als Opium geraucht. Der Alkohol dagegen verteufelt, wie bei uns das Heroin. Auch dort gibt es Leute die nicht klar kommen, genau wie es bei uns Alkoholiker gibt, die in der Gosse landen. Informiere dich, bevor du den Mund aufmachst.

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    Jerry Garcia

    Man sollte endlich alles legalisieren, (ja auch Heroin).
    Zumindest langjährigen Nutzern einen Bezugsschein geben.

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    Bernd

    Womit können sich eigentlich zwei beschäftigungslose ein Haus leisten (Zitat „Wohnhauses der Beschuldigten“) und in einem Keller dann eine für 10.000 Euro teure Hanfplantage aufbauen… Da kann doch nur eine Bank ohne irgendwelche Sicherheiten einen hohen Kredit gewährt haben…

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    Sorry Bernd aber ich nehme nicht mal Drogen. Trotzdem ist diese Aussage einfach nur dumm.
    Haschisch ist auch eine Drogen und rettet sogar Leben. Es kommt doch am Ende auf die Art und Weise an, wie man es einsetzt.

    Du kannst auch ein Auto oder wie in Berlin gesehen, ein LKW als Waffe nutzen. Sind deswegen alle Autohändler Mörder?
    Nein sind sie nicht.

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    Bernd

    Nur durchgeknallte Junkies vergleichen Alkohol und Tabak mit Heroin.

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    Herb

    Total differenzierte Aussage. Ist Jägermeister auch ein Mörder? Oder McDonalds? Oder Philip Morris? Neee stimmt ja, das ist ja alles legal und wird demnach halb so wild sein, wa?

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    Autohändler dann auch? Oder sterben durch Unfälle keine Mitbürger oder Kinder?

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    Drogendealer sind Mörder!

    Sie nehmen den Tod, auch von Kindern, bewußt in Kauf.

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    Floetenspiel

    Juhu! Dann haben die Politiker ja wieder einen Grund gefunden, warum die Kameraüberwachung Sinn macht. ;-(


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