market.space: Rapidgator plant Blockchain basierten Sharehoster

Einer der weltweit größten Sharehoster will bald market.space launchen. Dies ist eine Online-Plattform, die künftig auf Basis der Blockchain überall in der Welt Daten speichern soll. Dahinter steckt Alex Rakhmanov, der Eigentümer von Rapidgator. Die Ausgabe des eigenen Coins hat schon begonnen, die Vorbereitungen für diese dezentral organisierte Plattform sind offenbar in vollem Gange.

Mit mehr als 20 Millionen Seitenzugriffen monatlich ist Rapidgator beim Thema Share-Hosting global gesehen ein echtes Schwergewicht. Bei den deutschsprachigen Webwarez-Seiten wird Rapidgator gerne als reines Backup benutzt, sofern der Wettbewerb die Files schon gelöscht haben sollte. In der deutschen Szene stehen die Konkurrenten Share-Online.biz und Uploaded.net klar im Vordergrund. Im englischsprachigen Markt für Warez stellt sich die Situation genau anders herum dar. Alex Rakhmanov von Rapidgator will mit dem Initial Coin Offering (ICO) insgesamt 50 Millionen US-Dollar zusammentragen, um sein neues Projekt market.space starten zu können.


market.space soll dabei als Vermittler noch ungenutzter Kapazitäten anderer Webhoster und Sharehoster fungieren. Wie zu erwarten war, soll dabei die Anonymität aller Beteiligten im Vordergrund stehen. Rakhmanov prophezeit, dass sein neuer Dienst irgendwann so groß wie Booking.com sein wird. Nur eben nicht für Hotelbuchungen, sondern für das Belegen von Speicherkapazitäten. Als Kunden kommen die unterschiedlichsten Personengruppen infrage. Neben Forschern oder Künstlern könnten größere Unternehmen Interesse an diesem Angebot haben, hofft der CEO von Rapidgator. Private Kunden sind als solche für market.space nicht vorgesehen.

Über die Anwendung der Blockchain wird lediglich ausgeführt, dass sie zur Speicherung der Daten eingesetzt werden soll. Wie das im Detail geschehen soll, war auch dem Whitepaper des Startups nicht zu entnehmen. Derzeit läuft die Geldsammlung per ICO über den hauseigenen Market Space Token (MASP), der dem Ethereum angelehnt wurde. Der Verkauf der Geschäftsanteile per eigenem Coin läuft noch weitere 19 Tage. 60 % der Token sollen bis zum 27. Mai veräußert sein, wenn es nach dem Willen der Macher geht.

Wir werden das Projekt auf jeden Fall weiter im Auge behalten. Fest steht: Wer sich wie Rapidgator über acht Jahre in diesem hart umkämpften Bereich halten kann, der weiß, was er tut. Ob das auch für die Blockchain-Technologie gilt, wird alleine die Zeit zeigen.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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11 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    Super Zeitpunkt, ohne zu wissen wie institutionelle Spielregeln für die Brache künftig aussehen werden, sowas jetzt rauszuhauen. Da sieht man vor lauter Gesichtspalmen doch das Ufer nicht mehr.

    Sollten sich lieber neue Entwickler für MORPHiS finden. Ein FOSS p2p Kad DHT Speichersystem, plus Dmail/Dpush als spamfreien Mailsystem und Killerfeature.

    Leider ist dem Entwickler Sam Maloney das Projekt mächtig entglitten und er wurde vor 16 Monaten während einer Durchsuchungsmaßnahme von der Polizei erschossen. Seitdem liegt es auf Eis.

    Emin Gün Sirer (@el33th4xor), Cornell Prof zum Dpush Paper:
    „Er hat die Technologie hinter zensurresistenter Software klar verstanden, wusste um die Schwächen der aktuellen Ansätze und tat sein Bestes, um einen neuen Ansatz zu entwickeln, der diese Probleme anspricht“.

    https://morph.is/v0.8/
    https://morph.is/description.html
    Backup: https://github.com/bitcoinembassy/morphis

  2. No Coiner sagt:

    Ich begrüße ich jede Idee, den großen Datenkraken Google, MS, DropBox und Apple etwas entgegenzusetzen.
    Kritik am technischen Verfahren ist durchaus berechtigt. Habe das Paper nur überflogen, man werfe aber einen Blick auf Seite 14.
    Nur der Cloudspeicher ist wenn man so will dezentral organisiert, der Betreiber, der ja auch verdienen möchte, fungiert als notwendiger Verwalter und Mittelsmann. Die User sind vielleicht „gleichberichtigt“ untereinander, haben aber gegenüber dem Betreiber nichts zu melden.
    Auf mich wirkt das Vorhaben als Versuch, Haftungsfragen bzgl. Straf- und Urheberrecht verpuffen zu lassen.
    Es erinnert an ein p2p Sharing System mit Verschlüsselung, also eine Mischung aus Mega (wir wissen nicht um den Inhalt der Daten) und dem altbekannten UseNext (wir liefern nur den Zugang, nicht den Inhalt).
    Wobei UseNext nach meiner Erinnerung wohl auch den Content finanziert haben solle, um Anreize für eine Mitgliedschaft zu liefern.

    Trotz Dezentralisierung werden die großen Anbieter Dank riesiger eigener über den Globus verteilter Datencentren auch auf lange Sicht eine bessere Verfügbarkeit vorzuweisen haben – leider.

    Den einzigen Vorteil, den ich sehe, ist Verhinderung von Zensur.
    Wobei sicher auch der „Mittelsmann“ per Gerichtsurteil angewiesen werden kann, gewisse Datenpakete (Chunks) mit vermeintlich illegalem Inhalt zu blacklisten.
    Ähnliche Projekte existieren schon länger. Ein Versuch, natürlich auch um im Rahmen des Hypes Geld zu verdienen.

  3. 43bananen sagt:

    Uploaded steht klar im Vordergrund?
    Traurig dass immer noch so viele Deppen auf den Hoster setzen.

  4. Anonymous sagt:

    Blockchain, so ziemlich alles soll in Zukunft damit laufen und vieeel besser als alles zuvor sein.
    Aktuell läuft damit zumindest das Geld einzusammeln.
    Ich glaube da gab es schon mal so was, die Dotcom-Blase. Schön rumschwatronieren, das blaue vom Himmel versprechen, viele interessante Begriffe verwenden, Geld einsammeln und pleitegehen.
    In der so nebulös beschriebenen Anwendung Speicherplatz zu verwalten und hin und her zu schieben, wozu zum Teufel braucht man da den Blockchain?
    Oder soll in Zukunft Warez auch auf Privatrechnern (als Downloadquelle, das Andere ist Istzustand) landen und die Bereitsteller Centbeträge erwirtschaften können und sich im Ausgleich dafür eine fette Abmahnung (OK, hauptsächlich DE-Problem) zu holen.
    So was gibt es schon, nennt sich torrent.

  5. TeeB sagt:

    Na Hauptsache bei der Ankündigung Blockchain erwähnen, das zieht die Spekulanten ja an. Den Rest mit heißer Luft füllen und fertig ist die Geschäfstidee :-)

    • Holger sagt:

      Bei dir fragt man sich langsam, was du noch auf TK willst,außer meckern. Natürlich hast du selbst kein Arsch in der Hose, hier selbst Artikel zu schreiben. ;)

      • Ewald sagt:

        Man muss selber schreiben sonst darf man nicht kritisieren?
        Wo findet man denn deine Artikel Holger?

        • Holger sagt:

          Kritisiere ich ständig Lars seine Artikel?
          Mich interessiert auch nicht jeder Artikel hier, dann scroll ich einfach weiter. Aber TeeB fällt schon auf. Es ist ja auch keine konstruktive Kritik von ihm.

          • TeeB sagt:

            Holger: wenn Du doch mal bitte meine Kommentare richtig lesen würdest. Ich kritisiere hier nicht den Artikel, sondern die aus meiner Sicht unseriöse Geschäftsidee.

            Holger fällt schon auf.

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