Neue Fake-Abmahnungen für Movie4k & KinoX aufgetaucht

In den letzten Tagen sind vermehrt Fake-Abmahnungen der britischen Kanzleien Copyrightslawyer.eu und LawLimited.eu aufgetaucht. Man bezichtigt die Empfänger, die illegalen Streaming-Plattformen Kinox.to oder Movie4k.to besucht zu haben. Pro E-Mail-Abmahnung sollen 345,35 EUR an ein Londoner Bankkonto bei der HSBC Bank entrichtet werden.

Wie Watchlist Internet berichtet, kam es in den vergangenen Tagen vermehrt zum Versand von nachgemachten Abmahnungen, die die Empfänger um ihr Geld erleichtern wollen. Den Empfängern wird in den unterschiedlichsten E-Mails vorgeworfen, bei Movie4k oder KinoX illegal Filme der Firma 20th Century Fox konsumiert zu haben. Wer sich schon ein wenig mit der Materie beschäftigt hat, wird direkt einige Dinge entdecken, die die Abmahnungen wenig authentisch erscheinen lassen. Für die Kriminellen dürfte sich der Versand trotzdem lohnen: Normale Nutzer fallen sicher in größerer Anzahl auf die Imitate der beiden britischen Anwaltskanzleien herein.

Was spricht gegen die Echtheit dieser E-Mails?

Kostenpflichtige Abmahnungen werden grundsätzlich in Schriftform verschickt und selten bis nie als E-Mail. In Deutschland ist die Münchner Medienkanzlei Waldorf Frommer für Abmahnungen des Filmstudios 20th Century Fox zuständig. Die Empfänger werden in den Fake-Abmahnungen nicht persönlich angesprochen. Wahrscheinlich, weil deren Daten gar nicht bekannt sind. Es ist anzunehmen, dass man die E-Mail-Datenbank irgendwo im Graubereich gekauft hat, um die Mails so vielen Empfängern wie möglich zuzustellen. Zwar wird im Anschreiben auf das Filmspeeler-Urteil vom EuGH hingewiesen. Allerdings erwähnt man in der Nachricht die längst überholte strafrechtliche Auskunftspflicht der Internet-Provider. Schon seit einigen Jahren sind die ISPs aufgrund der zivilrechtlichen Auskunftspflicht dazu angehalten, die Daten der Anschlussinhaber preiszugeben. Das gestaltet sich für die Abmahner auch viel schneller und zuverlässiger. Einige Staatsanwälte hatten nämlich irgendwann keine Lust mehr, die ISPs zur Mitarbeit zu drängen. In der Folge verschwanden die Anfragen in den Stahlschränken einiger Behörden auf Nimmerwiedersehen.

Interessant wäre auch die Fragestellung, wie die abmahnende Kanzlei überhaupt an die IP-Adressen gekommen sein will. Das würde einen Vollzugriff auf die Server der Streaming-Anbieter und der Streaming-Hoster voraussetzen, wovon nicht auszugehen ist. Spannend auch: Wie kommt es zu einem Schadenersatz von 200 Euro und Rechtsanwaltskosten von über 145 Euro, wo der Gegenstandswert nur wenige Euro (ergo den Wert der Kinokarte) betrifft? Im Gegensatz zu einer Filesharing-Abmahnung hat kein Upload stattgefunden. Auch hat man dem Schreiben keine Unterlassungserklärung beigefügt, mit der die Abgemahnten auf ihre Rechte verzichten. Last, but not least mahnt nie eine ausländische Kanzlei ab. Die Zahlung auf ein ausländisches Konto ist auch äußerst unüblich. Und auch die in der Abmahnung erwähnten Anschriften stimmen nicht mit dem Impressum von Copyrightslawyer.eu und LawLimited.eu überein. Nähe Informationen zur Rechtsverletzung wurden auch nicht erwähnt. Übrigens wurden beide Domains von der Firma TLD Registrar Solutions Ltd. anonymisiert. Das heißt, dass niemand sehen soll, wer tatsächlich dahinter steckt. Auch der Einsatz von Cloudflare als DDoS-Schutz weist eindeutig auf einen Anbieter aus dem Graubereich hin. Wer Cloudflare einsetzt, der verschleiert nämlich zudem den wahren Standort der eigenen Webserver. Ein solches Vorgehen wäre für eine seriöse Rechtsanwaltskanzlei keinesfalls tragbar.

Fake-Abmahnung von Copyrightslawyer.eu / LawLimited.eu erhalten? Was tun?

Um es kurz zu machen: einfach wegwerfen! Die Forderung ist schlichtweg nichtig. Wer zahlt, sieht sein Geld wahrscheinlich nie wieder! Wer nicht zahlt, wird nach ein paar Wochen eine Mahnung erhalten, die man ebenfalls dem eigenen Spam-Ordner oder Mülleimer zur Verfügung stellen sollte.

 

P.S.: So oder so ähnlich sehen die Fake-Abmahnungen aus:

 

fake-abmahnungen

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

Vielleicht gefällt dir auch

10 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    Alles Juden.

  2. Anonymous sagt:

    ich würde vermutlich diesen inselaffen,sofern sie schon jemals von ihm gehört haben,den charlie von hans söllner zitieren: blos ma oan mau,blos ma oan.für mich wäre die lösung diese amiarschlöcher aussen vor zu lassen und ein eigenes europäisches internet auf zu bauen,problem von dem ganzem spam,virenscheissdreck gelöst.

  3. Anonymous sagt:

    1. Richtig ist…“Was sind das denn für Menschen, die das glauben und nicht merken, dass es ein Fake ist“.
    Ich beherrsche die Regel zu das und dass.
    2. „Sorry, für mich sind diese Menschen so dumm wie Brot im Kopf“ unterstellt, dass der Mensch auch Brot im Kopf haben könnte. Gemeint ist natürlich …“sind diese Menschen im Kopf so dumm wie Brot“. Schreibt man aber nicht so („….sind diese Menschen so dumm wie Brot“ reicht), weil Dummheit oder Intelligenz immer etwas mit dem Kopf zu tun haben. Anstand dagegen kann manchmal auch mit einem anderen Körperteil in Verbindung gebracht werden, falls Du mir noch folgen kannst.
    Nach Deinen eigenen Regeln bist Du also auch geistesgestört und solltest ein absolutes Schreibverbot bekommen. Ist doch fair, Martin, ne.

  4. wayn0r sagt:

    Übrigens wird man in dem Schreiben aufgefordert 345,35€ zzgl. !! MwSt. zu überweisen. Im Beispiel zur Bankverbindung wird die MwSt. jedoch ebenfalls nicht berücksichtig.

    Ich wünsche allen Empfängern das sie lesen, verstehen und einen gesunden Menschenverstand haben :) ff&cv

  5. Choki sagt:

    Den ganzen Ärger und Arbeitszeitaufwand mit Phisching und Spam etc. könnten wir seit über 20 Jahren los sein. Vernünftige End zu End Verschlüsselung via PGP / OpenPGP und das Problem ist gelöst. Eine einfache Email darf man niemals als verbindlich ansehen. Wirksame Verschlüsselung ist aber von der Werbeindustrie und den Diensten nicht gewollt da dann die Auswertung des Inhaltes nicht klappt.

    Wobei, einen Nachteil hat PGP schon, wir hätten nie von unserem Großcousin und Prinz aus Kenia erfahren, der uns als Erben einsetzte. ^^

  6. Snickers sagt:

    Es ist zwar sehr arg ausgedrückt aber der Kern der Aussage stimmt.
    Wenn jemand illegalen Content abgreift nur weil er es kann und keinerlei Verständnis dafür hat. Wird auf solche Fallen herein fallen aber wer umsichtig ist, ist immer hellhörig und riecht den Braten. Was ich damit sagen möchte:” Wenn du dumm und nicht umsichtig bist wirst du an jeder Ecke abgezogen! Ein Internet Führerschein wäre sehr oft angebracht. Schlimm ist es auch das hier Werbung für Va… gemacht wird und ich unterscheide auch nicht zwischen Werbung und Information da der Grad ganz schmal ist. Es gibt täglich viele andere Themen über die man aufklären sollte

  7. Martin sagt:

    Normale Nutzer fallen sicher in größerer Anzahl auf die Imitate der beiden britischen Anwaltskanzleien herein. ????? Was sind das den für Menschen die das glauben und nicht merken das es ein Fake ist? Sorry, für mich sind diese Menschen so dumm wie Brot im Kopf. Die sind geistesgestört und dürfen eigentlich nicht im Internet sein!


    • Was ist schon normal? Das Ganze hat viel mit Unwissenheit und so überhaupt gar nichts mit Intelligenz zu tun! Ich frage mich ernsthaft, wer hier jetzt “geistesgestört” sein soll.

      • Langstetter Toni sagt:

        Ach lass ihn doch… Martin ist vermutlich 16 und sieht die Welt noch eingeteilt in schwarz und weiß.

      • mauzi sagt:

        Lars..
        ich sehe das auch so wie du..

        Furchtbar, mit welcher Arroganz so manche hier urteilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.