Netzsperren an neun von zehn deutschen Schulen

Netzsperren: Damit Schüler online nicht mit Gewalt, Sex oder Horror konfrontiert werden, kommen an vielen deutschen Schulen sogenannte Webfilter zum Einsatz. Der Branchenverband BITKOM hat dieses Phänomen vor kurzem ausführlich untersucht.

Netzsperren gehören zum Schulalltag

Netzsperren gehören für die meisten Schüler schon lange zum Schulalltag. Sie sind für deutsche Schülerinnen und Schüler offenbar so selbstverständlich wie Hefter, Pausenbrote und Klassenarbeiten. Eine aktuelle Umfrage des IT-Branchenverbands BITKOM hat ergeben, dass immerhin 88 Prozent der deutschen Schulen den Zugang zum Internet mit Hilfe von Webfiltern einschränken. Umgesetzt werden diese Sperren mit Filter- oder auch Proxy-Software.


Im Vordergrund dieser Netzsperren stehen hier vor allem gewaltverherrlichende, pornografische und politisch extreme Inhalte.

Schüler werden online mit Gewalt, Sex & Horror konfrontiert

Schon bei einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr hatten 80 Prozent der Lehrkräfte angegeben, dass es zu viele Gefahren für ihre Schützlinge im Internet gibt. Nur rund die Hälfte der befragten Lehrkräfte sehen sich in der Lage, die Heranwachsenden effektiv vor Online-Risiken zu schützen. Das liegt laut der Befragung daran, dass die meisten befragten Lehrkräfte weder eine Beschwerde- oder Beratungsstelle, noch eine Vorstellung von Jugendschutzprogrammen im Netz haben.

Missglückte Digitalisierung an deutschen Schulen?

Immerhin wird die Digitalisierung der Schulen schon seit 1996 mit Hilfe der Deutschen Telekom vorangetrieben. Das Ziel alle Schulen in Deutschland mit einem kostenfreien Internetzugang zu versorgen, wurde dann auch im Jahr 2001 erreicht. Ob diese Bemühungen immer noch ausreichend sind, darf in Anbetracht der mangelnden Anbindung (Geschwindigkeit beim Surfen etc.) ernsthaft bezweifelt werden. Auch 2019 haben nur ca. 87 Prozent der deutschen Schulen Computer und nur 82 Prozent Notebooks im Angebot. Nur 65 Prozent der Schulen verfügen über interaktive Whiteboards. Nur 31 Prozent haben Tablets und nur zwei Prozent der deutschen Schulen haben oder nutzen VR-Brillen. Smartphones hingegen werden kaum in den Unterricht einbezogen. Immerhin 90 Prozent der Lehrkräfte gaben in der Umfrage an, diese nie in ihrem Unterricht zu nutzen.

Fazit: Es fehlt an unseren Schulen also noch an technischer Infrastruktur, digitaler Curricula, an entsprechend angepassten pädagogischen Konzepten und kompetenten Lehrerinnen und Lehrern beim Thema Internet.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild geralt, thx! (Pixabay Lizenz)

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