Musikbranche erfreut sich am Wachstum

Hatte die Musikbranche einst noch durch Musikpiraterie und den Rückgang der CD-Verkäufe deutliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen, so wendete sich das Blatt bereits im vergangenen Jahr deutlich. Das Zauberwort heißt Audio-Streaming. Die Streaming-Abos läuteten nicht nur die Wende ein, sie bescherten dem weltweiten Musikmarkt zugleich das stärkste Wachstum seit Jahrzehnten.

Wie der Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI) im aktuellen Halbjahresreport mitteilt, hält dieser positive Trend, speziell für Deutschland, im ersten Halbjahr 2019 auch weiterhin an. So belaufen sich die Gesamteinnahmen der Branche auf 783,2 Millionen Euro. Diese wurden generiert durch Audio-Streams sowie durch den Verkauf von CDs, Downloads und Schallplatten. Ein Umsatz-Plus von 7,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum-Umsatz sorgt für die höchste Wachstumsrate seit 1993.


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Audio-Streaming – Nummer Eins bei großer Formatvielfalt

So waren auch in dieser Periode die Abos für Streaming-Dienste der bedeutendste Geldbringer. Mit einem Anwachsen des Audio-Streaming um 27,7 Prozent und einem Anteil von 56,4 Prozent an den Brancheneinnahmen bleibt es umsatzstärkstes Format. Die CD-Verkäufe setzen zwar ihren Abwärtstrend mit einem Minus von 11,7 Prozent fort. Jedoch konnte sich der Absatz zumindest mit einer halbierten Rückgangsrate gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht stabilisieren. Schallplattenverkäufe lagen mit einem Zuwachs von 7,4 Prozent gut im Plus. Downloads hingegen verzeichneten gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von 16,3 Prozent. Mit 28,2 Prozent Beteiligung am Gesamtumsatz liegt die CD auf Platz 2, gefolgt von den Downloads mit 6,6 Prozent, den Vinyl-LPs mit 4,4 Prozent. Danach folgt der Musikkonsum über Video-Streaming mit weniger als 3 Prozent. Während das Digitalgeschäft im ersten Halbjahr diesen Jahres bei 21,1 Prozent Wachstum zu 66 Prozent am Gesamtumsatz beteiligt war, entfallen beim physischen Geschäft bei 11 Prozent Verlust lediglich 34 Prozent am Gesamtumsatz.

Audio-Streaming-Boom zurückzuführen auf attraktive Angebote

musikbrancheDer Vorstandsvorsitzende des BVMI, Dr. Florian Drücke, analysiert den Aufwärtstrend am Tonträgermarkt: „Streaming entfaltet jetzt auch in Deutschland die Hebelwirkung. Mit einem Digitalanteil von zwei Dritteln zeigt die Branche, wie weit sie bereits auf dem Weg des digitalen Turnarounds ist.“ Die hohen Wachstumsraten beim legalen Audio-Streaming führt er vor allem auf „attraktive Angebote, aber auch die mehr oder weniger flächendeckende Verbreitung von Smartphones und Flatrates“ zurück. Drücke begrüßt die Entwicklung, dass „zunehmendes Verständnis“ wahrzunehmen wäre dafür, „dass die Rechte von Künstlern und ihren Partnern auch online zur Geltung kommen müssen und Online-Plattformen in diesem Zusammenhang ebenfalls in die Pflicht zu nehmen sind, also Verantwortung tragen müssen.

Prognose

Trotz allem Optimismus hinsichtlich der positiven Bilanz der Musikbranche und der Einschätzung eines wachsenden Verständnisses für die Wahrung der Urheberrechte von Künstlern, ist wohl kaum davon auszugehen, dass die Abmahnungen im Musik-Bereich weniger werden.

Tarnkappe.info

 

Bildquelle: whoalice-moore, thx! (Pixabay Lizenz)

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