PCFritz mit Lieferengpass: kein Windows 7 verfügbar

PC Fritz kann momentan kein Windows 7 Professional 64-Bit ausliefern. Das Produkt wird aber weiterhin bei pcfritz.de beworben.

Dem News-Portal Golem liegen Beweise vor, dass es bei PCFritz derzeit zu Lieferengpässen kommt. Die Lieferanten des Online-Shops sollen dafür verantwortlich sein. Nach eigenen Angaben handelt es sich um einen „kurzfristigen Lieferengpass“, den PCFritz schon bald beheben will.


Den Kollegen von Golem.de liegen E-Mails eines Käufers vor. Diese belegen, dass der Online-Shop momentan kein Windows 7 Professional 64-Bit ausliefern kann. Unter pcfritz.de wird das Produkt aber weiterhin ohne jede Einschränkung beworben.

Dem Besteller wurde angeboten, man könne ihm den Product Key vorab zusenden. Der Käufer soll sich beim Downloadportal Chip.de eine Demo-Version von Win 7 herunterladen und diese mithilfe des Keys registrieren. Diese Vorgehensweise wird in der E-Mail als „absolut legal“ bezeichnet. Alternativ könne man ihm die 32-Bit Version liefern und den Differenzbetrag erstatten, hieß in der E-Mail weiter. Der Kunde hatte das Windows-Betriebssystem bereits am 20. Februar 2014 bezahlt. PCFritz erklärte gegenüber Golem, dass man schon bald alle Kunden wieder ordnungsgemäß beliefern wird. Microsoft hat auf die Anfrage der Kollegen erst gar nicht geantwortet. Zudem wird wohl niemand offiziell erfahren, wie der Import der Windows 7-Versionen tatsächlich vonstattengeht.

Erneuter Betreiberwechsel: pcfritz Vertriebs GmbH

pcfritz-titelLaut Impressum ist für den Online-Shop schon wieder eine neue Betreibergesellschaft verantwortlich. Neuer Betreiber ist die pcfritz Vertriebs GmbH, Nachtalbenweg 61 in 13088 Berlin. Geschäftsführer ist jetzt laut Impressum Daniel Kulicke.

Wir berichteten Anfang Februar, dass die vormalige Betreibergesellschaft (Lege Artis GmbH), wegen Vermögenslosigkeit gelöscht werden sollte. Wir werden unseren rasenden Reporter Pascal Kurschildgen bald erneut nach Berlin schicken. Der nerd-fon-Podcaster und IT-Sicherheitsexperte Kurschildgen versuchte schon mehrfach, das Büro der früheren Betreibergesellschaften ausfindig zu machen. Bisher blieben alle Versuche erfolglos, weil es die Firmen zum Zeitpunkt des Hausbesuches an den angegebenen Adressen nicht gab.

Laut dem Forum computerbase hieß der Betreiber zwischenzeitlich „SEB-BELL Unternehmensberatung GmbH“. Der Name des Geschäftsführers ist offenbar auch auf mehreren anderen Webseiten aufgetaucht. An der Adresse befand sich eine Niederlassung von Seat. Bei Google Maps hingegen ist derzeit das SHI-Ingenieurbüro (GTÜ) eingetragen. Näheres wird man erst wissen, sobald die Adresse überprüft wurde.

Wer sich für die Hintergründe interessiert: Wir haben schon 28 Artikel zum Thema PCFritz veröffentlicht.

Kommentar von Lars »Ghandy« Sobiraj:

Ich glaube, dass die Lieferprobleme tatsächlich sehr bald behoben werden. Sollte es sich herumsprechen, dass man dort für beinahe 40 Euro kein haptisches Produkt bekommt, würde sich dies negativ auf die Verkaufszahlen auswirken. Dieses Risiko wird man nicht eingehen wollen.

pcfritz-titel2Fraglich ist auch, warum man seit den Durchsuchungen der Geschäfts- und Lagerräume im September 2013 nichts Neues gehört hat. In der Zwischenzeit müsste die Auswertung der beschlagnahmten Gegenstände doch längst abgeschlossen sein. PCFritz wurde verdächtigt, illegal erstellte Kopien des Microsoft-Betriebssystems Windows 7 als Originale verkauft zu haben.

Für diesen Verdacht gab es von der Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität (Halle) oder von Microsoft bisher weder eine Bestätigung noch ein Dementi.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.