postpiraten, piratenpartei offenbach
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Die Piraten sind tot, es leben die Postpiraten! von Spiegelbest

Spiegelbest findet, die Piratenpartei ist tot. Hoch leben die Postpiraten! Eine echte Netzpartei, das wäre es doch, oder?

Lars und ich (also eigentlich nur ich, weil Lars nichts davon weiß) haben uns entschlossen, die Partei der Postpiraten zu gründen. Im Ernst, kein Spaß … Die Piraten hatten die richtige Idee, aber sie waren in der falschen Partei! Oder umgekehrt! Jedenfalls haben wir eine richtige Idee und eine Partei dazu.

BGE-Opfer-Interner-Piratenprotest

Logisch, die Partei soll zur Idee passen, und umgekehrt. Das ist aber nur möglich, wenn die Partei da ist und gleichzeitig nicht da ist, also rein virtuell ist.

Das war der Geburtsfehler der Piratenpartei. Sie haben zuerst die Partei gegründet und dann die Idee gesucht. Oder sie haben eine Idee gehabt und sind dann zu den Piraten gegangen, um eine Partei zu gründen. Lars kann da eine Menge Anekdoten erzählen. Zum Beispiel Pressesprecher wurden bei denen grauenhaft bezahlt. Auch so ein Geburtsfehler, meint Lars. Ach ja, zum Thema Bezahlung: Parteiwährung sind Bitcoins. Wir nehmen auch Amazongutscheine, aber ungern und am liebsten ab € 50,00.

Die Frage ist ungeklärt zwischen uns, ob wir ein Programm brauchen, wenn wir noch keine Stimmen bekommen haben. Lars meint, ein gut bezahlter Pressesprecher würde vollkommen ausreichen. Ich meine, wir müssen zeigen, dass wir keine Spaßpartei gründen. Sonst kann der Pressesprecher nur sagen, dass er gut bezahlt wird. Ich finde, das ist ein bisschen wenig. Lars meint, ihm persönlich würde es völlig ausreichen. Die Pressesprecher würden immer gut bezahlt, gerade wenn sie nichts zu sagen haben.

Wir können sagen, dass alles, was im Programm der Parteipiraten steht, in unserem Programm ohne Ersatz gestrichen ist. Dann haben wir ein gelöschtes Programm. Immerhin. Lars sagt, er könne damit leben. Entscheidend sei für ihn die Bezahlung. So lange bei der Bezahlung nichts gestrichen wird, sei er konform mit uns. Ich sage ‚uns‘, weil jeder Leser unseres Programms Mitglied unserer Partei wird. Automatisch. Wenn ihr in ein Taxi rein steigt, könnt ihr ja auch nicht wieder raus, ohne zu bezahlen. Oder beim Zahnarzt.

Wer braucht schon ein Programm?

Nur bei der Piratenpartei könnt ihr rein und wieder raus, ohne zu bezahlen. Logisch, das sowas nicht funktioniert!

Wir gründen eine Netzpartei. Eine Anerkennung der Offline-Grenze ist nicht vorgesehen. Wir gründen eine Partei, die keine Partei ist, aber ohne Piraten. Das ist schon das ganze Programm. Einen Berliner Landesverband wird es aus nachvollziehbaren Gründen nicht geben. Auch weil sie ihre Pressesprecher so schlecht bezahlen. (Danke, Lars!)

Ab sofort nehmen wir die Gründung von Landesverbänden entgegen. Doppelnennungen sind möglich. Einzelne Landesverbände müssen aus mindestens drei Nicks bestehen. Ein Ortographie (oder wie das heißt) ist nicht nötig. Ihr könnt also einen bayrischen Landesverband gründen, wenn ihr aus Niedersachsen seid, egal. Ihr könnt auch einen Landesverband ohne Land gründen. Dann müsst ihr euch einen Namen ausdenken. ‚Ostpreussen‘ und ‚Vorpommern‘ sind keine zulässigen Landesverbände, versteht sich.

Da ihr es sicherlich nicht erwarten könnt, Mitglied zu werden, hab ich ein kleines, heute gültiges Parteiprogramm entwickelt. Dazu sollte ich sagen: Das Programm der Postpiraten besteht immer aus zehn Hauptsätzen (egal welche). Sonst liest das keiner. Und wenn es keiner liest, haben wir keine Mitglieder.

Und was ist eine Partei ohne ihre Mitglieder?

Fangen wir also mit den Mitgliedern an:

– Als Mitglieder sind nur Nicks zugelassen mit einem Avatar von 80×80 Pixel.

– Jeder Kandidaten stellt sein Wahlprogramm in einem einzigen Hauptsatz vor.

– Wir fordern ein anonymes, schnelles, kostenloses, genderfreies Internet.

– Die Zeichensetzung in Hauptsätzen gehört abgeschafft.

– Wir veröffentlichen regelmäßig eigene Wahlergebnisse.

– Kommunalwahlkämpfer sollen arbeiten gehen.

– Wir fordern Sprachtests für Offliner.

– Landtagswahlen entfallen aus Zeitgründen.

– Wir fordern eine jährliche Erhöhung der 5%-Klausel um 10%.

– Das Real Life wird auf 2 Stunden ohne Schlafphasen beschränkt.

Im Ernst, kein Spaß: Es stellt sich die Frage, was kommt, wenn die Piratenpartei geht.

Eine echte NETZ-Partei, das wär’s …

(das findet Lars übrigens auch!)

Logos der Postpiraten von Dr. Acab Anonym, thx!