Kim Dotcom: Droht ihm nun doch eine baldige Auslieferung in die USA?

Bildquelle: Video: Kim Dotcom – Party Amplifier Live – Konzert aus 2014.

Bildquelle: Video: Kim Dotcom – Party Amplifier Live – Konzert aus 2014.

Bereits im Dezember letzten Jahres stimmte ein neuseeländisches Gericht nach einer 9-wöchigen Verhandlung der Auslieferung Kim Dotcoms in die USA zu. Der deutsche Internetunternehmer solle sich dort wegen Urheberrechtsverletzungen, Internetpiraterie und Geldwäsche verantworten. Es würden dem 42-jährigen und seinen Kollegen dann bis zu 20 Jahre Gefängnis drohen. In einer Anhörung an diesem Montag, dem 29. August 2016, will Dotcom dagegen angehen.

Kim Dotcom weist sämtliche Vorwürfe zurück. Er will nicht in die USA, „das Land der korrupten Politiker und manipulierten Gerichte“ ausgeliefert werden. Er behauptet auch weiterhin, nur der Betreiber einer Plattform gewesen zu sein, der keinerlei Kontrolle darüber hatte, was die Nutzer dort speicherten. Zudem kündigte er einen Neustart von Megaupload für 2017 an.

Nach Ermittlungen des FBI wurde seine Tauschplattform Megaupload 2012 abgeschaltet. Über das Portal wurden laut Vorwürfen der US-Ankläger massenhaft illegale Kopien von Filmen und Musik verbreitet. Dotcom hatte den Ermittlern zufolge 2010 ein Einkommen von 48 Millionen Dollar.

Trotz seiner Verhaftung, dem Einfrieren seines Megaupload-Vermögens und der späteren Trennung von seiner Frau Mona hat Kim Dotcom den Kampf gegen die Behörden und für – wie er sagt – Freiheit im Internet in den vergangenen Jahren kaum einen Tag ruhen lassen. Mit seiner neuen Partnerin lebt Dotcom jetzt in einem Penthouse im Hafenviertel von Auckland. Er nennt es „das Piratenschiff“.

Doch während sich Kim Dotcom als Freiheitskämpfer darstellt, werfen die US-Behörden dem Deutschen kriminelle Energie vor. 90 Prozent des Materials auf Megaupload sei mit Copyright versehen gewesen, dessen Besitzern sei rund eine halbe Million US-Dollar entgangen. Dafür müsse Dotcom ins Gefängnis. Die Saga des Kim Dotcom, mit der sich Neuseeland seit Jahren herumschlägt, ist einer der größte Copyright-Fälle der Geschichte. Rund vier Jahre kämpft der 42-jährige bereits gegen die Auslieferung an die USA.

Fazit:

Die Neuseeländer seien der Dotcom-Show überdrüssig, sagt der Journalist David Fisher, Autor des Buches „The Secret Life of Kim Dotcom“. Anfangs hätten sie ihn noch für seinen Widerstand gegen „die da oben“ bewundert, aber als der Deutsche 2014 versuchte, mit der von ihm gegründeten Internet-Partei groß in die Politik einzusteigen, sei es mit der Sympathie vorbei gewesen. „Plötzlich hatten wir da diese sehr bombastische Person, die noch nicht mal ein Staatsbürger war, der versucht hat, sich in die Wahlkabinen der Menschen zu drängeln.“ Die Partei errang keinen einzigen Parlamentssitz. Seitdem mehren sich die Stimmen, dass Neuseeland ohne Dotcom besser dran wäre. Die Faszination von Dotcom und seinem Lifestyle sei vorübergehend gewesen – etwa wie ein „Freak der Woche“, so Fisher.

Auch die Regierung von Neuseeland würde Dotcom gern loswerden. Nach den Wahlen 2014 sagte der Regierungschef John Key, die Wähler hatten sich gegen Ausländer ausgesprochen, die den Urnengang beeinflussen wollten. Es sei Zeit, dass der Fall Dotcom die Gerichtsinstanzen durchschreite. Doch der Fall schlug hohe Wellen: Nach Enthüllungen, Dotcom sei Ziel illegaler Überwachung gewesen, kommen nun Gesetze, die die Arbeit der Geheimdienste transparenter machen sollen, erklärt der Sicherheitsexperte Rhys Ball.

Auf Twitter schrieb der Deutsche bereits im Dezember letzten Jahres, unmittelbar nach Bekanntwerden des Urteils: „Der Kampf geht weiter.“ Nun sieht es so aus, als solle er damit recht behalten. Dotcom selbst rechnet damit, dass es noch Jahre dauern könnte, bis die Gerichte über seine Auslieferung entscheiden: „Good that I’ll never get extradited to the land of corrupt politicians & rigged courts. New Zealand Appeal Judges will apply the law. I win.“, twitterte er erst vor kurzem.

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6 Kommentare


  1. Und Du bis auf bissige Kommentare sowieso nichts Konstruktives machst, zumindest hier nicht. ;-) Außerdem ist Urheberrecht gar nicht der Schwerpunkt von Antonia, von daher geht der Vorwurf eh ins Leere. Und ich muss zwischendurch auch einfach mal arbeiten.

  2. fatfre^d sagt:

    Bitte, bitte, liebe Neuseeländer… laßt Kimble weiterhin in 20k Kilometer Entfernung glücklich werden. In Deutschland will ihn bestimmt niemand haben!


  3. Ehrlich gesagt rechne ich auch mit über 95%, nur 90% mit Urheberrechtsproblemen scheint mir auch zu tief gegriffen.

  4. Ewald sagt:

    Er wird wegen Zollvergehen drankommen.
    Und wegen Geldwäsche, denn die Server in den USA hat er über Mittelsmänner mieten lassen, um unter dem Radar zu fliegen.
    Und Urheberrecht wahrscheinlich auch, denn aus den belauschten Skype Protokollen ging hervor, dass der innere Zirkel die Werke am Anfang selber hochgeladen hat.
    Schaun mer mal.


  5. Was, nur 90% der Files auf MU hatten ein Copyright-Problem? Die Schätzung kommt mir ein wenig knauserig vor. – Gleichwohl würde ich KD immer noch verteidigen. Bei Notice and Takedown hat MU immer schnell und verlässlich reagiert, und mehr musste es gemäß DMCA auch nicht tun. Ich kann nichts dazu sagen, wie es um die anderen Vorwürfe bestellt ist, aber eine Klage wegen Urheberrechtsverletzungen wird m. E. ins Leere laufen.

  6. Coca-Colabiy sagt:

    Hoffentlich nicht

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