Kim Dotcom: Auslieferungsverfahren wird live zu sehen sein

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Die Verhandlung über das Auslieferungsersuchen der USA von Kim Dotcom darf „fast“ live im Internet gezeigt werden – das hat ein Gericht in Neuseeland entschieden. Dotcom selbst spricht von einem „Meilenstein“.

Der für die Verhandlung im neuseeländischen Auckland zuständige Richter Murray Gilbert gab dem Antrag von Kim Dotcom am Dienstag (30.08.2016) statt und wies damit einen Versuch seitens der USA, den Livestream zu verhindern, zurück. Dotcom selbst twitterte: „Richter hat Livestream genehmigt! Erfolg!“

Das Gericht hat immerhin eine Verzögerung der Übertragung von 20 Minuten angeordnet, ganz live ist sie folglich nicht. Auch eine anschließende Archivierung im Netz ist offiziell nicht zugelassen. Wann genau die Übertragung am 31. August 2016 beginnt, ist derzeit noch unklar. Die Berufungsanhörung dazu läuft zurzeit in Auckland und könnte bis zu sechs Wochen dauern.

Dotcoms Anwalt Ron Mansfield hatte am Montag beim Beginn der Anhörung gesagt, der Fall habe eine nie dagewesene Dimension des öffentlichen und internationalen Interesses. Deshalb sei es unfair, wenn die Verhandlung ohne Livestream ablaufe. Die Anwälte der US-Regierung hätten indes versucht, die Übertragung zu verhindern, berichtete Radio Neuseeland. Sie argumentierten, das könne potenzielle Geschworene beeinflussen, die Dotcom in den USA eines Tages den Prozess machen sollen.

Der Internetunternehmer Kim Dotcom wehrt sich gegen den Auslieferungsbescheid in die USA. Die USA werfen Dotcom und drei Mitstreitern massiven Copyright-Betrug vor. Er hatte die einst populäre Internet-Tauschplattform Megaupload gegründet, auf der Nutzer Musik, Filme und andere Inhalte untereinander austauschten. Dotcom argumentiert dagegen: er könne nicht verantwortlich gemacht werden, wenn Nutzer auf der Plattform copyrightgeschütztes Material illegal verbreiteten. Bei einem Schuldspruch drohen ihnen langjährige Haftstrafen.

Kim Dotcom in Stein gemeißelt: Foto Thierry Ehrmann, thx! (CC BY 2.0)

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7 Kommentare

  1. Ewald sagt:

    Für solche Sendungen wurde das Bildverhältnis 16:9 eingeführt.
    Ein normales TV Gerät hätte Big Schmitz gar nicht zeigen können.
    Da wäre nur eine große schwarze Fläche zu sehen gewesen.

    • blörp sagt:

      hihi, ein Witz über das Übergewicht von Dotcom, ist ja ganz was Neues! Hast du den aus deiner Vorschulklasse?

      • Ewald sagt:

        es freut mich, wenn er dir gefallen hat.
        Ja, genau da ist er her. Ich dachte, das hat noch keiner gemacht, da fange ich doch mal an.

        Ich habe noch einen, der wird dich auch erfreuen:
        Niemand verköpert die fetten Filesharing Jahre besser als Kim Schmitz.

        Wenn mir noch welche einfallen, dann schreibe ich sie hier auf, ok?

        Have Fun!

        • blörp sagt:

          Du bist also einer von den verbitterten der Content-Industrie :-D man kann die madness regelrecht riechen! Habe auch einen Witz für dich: die fetten Jahre der Filesharing Industrie sind sicherlich vorbei, aber dennoch werden die ehemalig fetten Jahre der Content-Industrie nie wieder kommen :-)

          Tut mir außerordentlich leid, dass dich das persönlich so berührt und du am Existenzminimum leben musst. Aber wie sagte Oma noch so schön: „Hättest du eben was anständiges gelernt…“

          • Ewald sagt:

            Nö, absolut nicht verbittert. Sonst würde ich doch keine Gags reichen.
            Offenbar ist dein Sinn für so was nicht stark ausgepägt.
            Macht Dir nichts draus.

            Oder gibt es eine persönliche Beziehung zu Kim Schmitz?

  2. blörp sagt:

    „Die Anwälte der US-Regierung hätten indes versucht, die Übertragung zu verhindern, berichtete Radio Neuseeland. Sie argumentierten, das könne potenzielle Geschworene beeinflussen, die Dotcom in den USA eines Tages den Prozess machen sollen.“

    Hören die sich eigentlich selbst reden? Die potenziell zukünftig Geschworenen sollen sich also nicht selbst ein umfassendes Bild im Vorfeld machen dürfen? Warum nicht?? Dass man sich überhaupt traut so einen Spruch rauszuhauen, zeigt die Dreistigkeit und Arroganz der Amis…

  3. Dotcomzweifler sagt:

    Aha. Und warum sieht der fette Kim diese fastlive Übertragung als Sieg für sich? Die Meinung in Neuseeland hat sich in der jüngeren Vergangenheit zu seinen Ungunsten entwickelt. Nachzulesen in der dortigen Presse. Er geht den Leuten inzwischen schlicht und einfach auf den Sack, seit er versucht hat, sich mit seiner Partei als Ausländer in die Politik einjzumischen. Ein Gericht in USA wird wegen dem Twitterstream wohl kaum vor Ehrfurcht erstarren. Die hatten schon OJ Simpson und Jacko live. Aus meiner Sicht: Fehlschlag.

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