Julian Assange: Staatsanwaltschaft lässt nicht locker

Julian Assange. Foto: Espen Moe, thx! (CC BY 2.0)

Julian Assange. Foto: Espen Moe, thx! (CC BY 2.0)

 

Julian Assange, der Mitbegründer von Wikileaks, soll nach den Plänen der schwedischen Staatsanwältin Marianne Ny sobald wie möglich in der Botschaft von Ecuador befragt werden. Vom Rechtsgutachten der UNO, wo von willkürlicher Freiheitsberaubung die Rede ist, zeigt man sich „unbeeindruckt“.

Durch das UNO-Gutachten hat sich unter dem Strich nichts verändert, Julian Assange kann die Botschaft von Ecuador weiterhin nicht verlassen. Für die Stockholmer Staatsanwaltschaft hat das Rechtsgutachten der UNO nämlich keine Relevanz. Zuvor hatte Assange bekannt gegeben, die Einschätzung der UNO sei „ein Sieg, den man nicht leugnen“ könne. Die Entscheidung des Gremiums sei „historisch“ für ihn, seine Familie aber vor allem sei es ein Zeichen für die „Unabhängigkeit des UN-Systems“.


Staatsanwältin Marianne Ny gab anschließend per Pressemitteilung bekannt, dass sie derzeit die wiederholte Anfrage an die Botschaft Ecuadors vorbereitet. So wie im Januar dieses Jahres verlangt Ny die Erlaubnis zur Befragung von Assange im Botschaftsgebäude. Die Anfrage wurde letzten Monat von der Staatsanwaltschaft Ecuadors abgelehnt. Alle Interviewanfragen werden von der Staatsanwältin ausnahmslos abgelehnt. Sobald es neue Informationen zum Fall Assange gebe, würde man diese auf der Webseite der schwedischen Staatsanwaltschaft veröffentlichen.

Neue Unterlagen, die vom Observer veröffentlicht wurden, sollen nun die Unschuld des Chefs von Wikileaks beweisen. Bislang wurden die Vergewaltigungs-Vorwürfe allerdings weder bewiesen noch endgültig entkräftet. Was im August 2010 wirklich geschah, wissen wohl nur Anna Ardin, Sofia Wilen und der Angeklagte selbst.

truth will out pirate bay wikileaks thierry ehrmannHintergrund: Assange lebt seit mehr als drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London, um einem schwedischen Haftbefehl und einer möglichen Auslieferung von Schweden in die USA zu entgehen. Die USA werfen dem Australier zahlreiche Vergehen in Verbindung mit dem Betrieb der Enthüllungsplattform Wikileaks vor. Die Londoner Metropolitan Police stellte die pausenlose Bewachung des Botschaftsgeländes im Oktober 2015 ein. Die anhaltende Präsenz der Polizisten hat bislang Kosten in Höhe von mindestens zwölf Millionen Britischen Pfund generiert. Die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und Nötigung sind mittlerweile verjährt. Der Vorwurf der Vergewaltigung bleibt aber noch bis zum Jahr 2020 bestehen.

Bildquelle Foto rechts unten: Thierry Ehrmann, thx! (CC BY 2.0)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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Ein Kommentar

  1. Obey sagt:

    Klar USA (über Schweden) kommt nach Europa und schon wollen Sie uns Weiß machen das ihre Gesetze bei uns gelten … TTIP usw…. aber beschließt die UNO was tun sie so als würde es uns nicht geben! Abgesehen davon würde jeder Vergewaltiger auf diese Art verfolgt werden würde sich warscheinlich niemand mehr dem weiblichen Geschlecht nähern wollen aus Angst gleich auf der Terrorliste der U.S.A. zu landen!!!!

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