Julian Assange: Ist ein Ende seines Botschaftsasyls in Sicht?

Article by · 11. Januar 2018 ·

Wikileaks-Gründer Julian Assange erhielt eine ecuadorianische Ausweisnummer. Ob er damit auch Bürger des Landes ist, blieb jedoch unklar. Ecuador startete damit eine Offensive, um das seit über fünf Jahren andauernde Botschaftsasyl des 46-Jährigen in London zu beenden.

Seit Mittwoch (10.01.2018) ist bekannt, dass Julian Assange einen ecuadorianischen Pass bekommen hat. Er wird als Julian Paul Assange mit der Nummer 1729926483 im Zivilregister des südamerikanischen Landes geführt. Assange veröffentlichte daraufhin ein Foto bei Twitter, auf dem er das Trikot der ecuadorianischen Fußballnationalmannschaft trägt.

Die ecuadorianische Regierung äußerte sich nicht dazu, ob Assange mit der Ausweisnummer auch die Staatsangehörigkeit des Landes erhalten hat: „Die Regierung wird sich nicht zu Gerüchten oder aus dem Zusammenhang gerissenen Gerüchten zu dem Fall äußern“, hieß es in einer Mitteilung. In der Regel wird die Anfangsziffer 17, wie sie nun in Assanges Ausweis vorliegt, nur an Ecuadorianer vergeben, die in der Hauptstadtprovinz Pichincha geboren wurden. Ausweisnummern von Ausländern, die mindestens seit fünf Jahren im Land leben, beginnen hingegen mit der Ziffer 30.

Zuvor hatte die ecuadorianische Regierung mitgeteilt, sie strebe ein Vermittlungsverfahren an, um das seit nunmehr 2012 bestehende Botschaftsasyl für den Wikileaks-Gründer Julian Assange in London zu beenden. Außenministerin María Fernanda Espinosa gab in Quito bekannt, man stehe deswegen in „ständigem Kontakt“ mit der britischen Regierung. «Wir haben ein enormes Interesse, eine endgültige Lösung für den Fall Assange zu erreichen.“ Die aktuelle Situation sei „nicht nachhaltig“, meinte Espinosa. Die Vermittlung könne über eine Person oder ein Drittland geschehen. Der linksgerichtete Präsident Rafael Correa hatte Assange das Asyl aus humanitären Gründen gewährt. Correas Nachfolger Lenín Moreno beabsichtigt nun, eine einvernehmliche Lösung zu finden, um das Asyl zu beenden.

„Julian Assange hat im Juli 2012 von der damaligen ecuadorianischen Regierung einen internationalen Schutzstatus erhalten. Der amtierenden Regierung kommt es daher zu, Alternativen zu suchen, um diese vorgefundene Situation in voller Übereinstimmung mit den bestehenden rechtlichen Bestimmungen, dem Völkerrecht und den Menschenrechten zu lösen“, heißt es in der Erklärung aus Quito. Das Außenministerium bekräftige zugleich, dass man auf der geltenden rechtlichen Basis „und in Abstimmung mit Großbritannien, einem Land, mit dem freundschaftliche Beziehungen und eine gute Zusammenarbeit bestehen“ Lösungen suche. Assange habe sich indes verpflichtet, „sich nicht in Belange einzumischen, die nichts mit seinen Asylbedingungen zu tun haben“. Espinosa teilte am Mittwoch vergangener Woche bei einer Pressekonferenz in Quito über Assange mit: „Seine Gesundheit ist wirklich angeschlagen, was ja auch zu erwarten ist, wenn jemand fünfeinhalb Jahre in Büroräumen festsitzt, die nicht dazu geschaffen sind, ein normales Leben zu führen“. Sie warnte davor, dass Assange permanente gesundheitliche Schäden davontragen könnte, sollte er die Botschaft nicht verlassen können.

Assange hatte zunächst in der Botschaft Schutz gesucht, um einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Während jedoch die schwedische Justiz ihre Ermittlungen im Mai 2017 einstellte, erklärten die britischen Behörden, dass sie den 46-jährigen Australier wegen anderer Vergehen im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen brisanter Dokumente trotzdem festnehmen würden.

Ein Sprecher des britischen Außenministeriums betonte zuletzt, die ecuadorianische Regierung wisse, dass es für Assange nur die eine Lösung gebe: „Ecuador weiß, dass der Weg zur Lösung der Angelegenheit ist, dass Julian Assange die Botschaft verlässt und sich der Justiz stellt“. Somit hat sich auch die Option, mit einem Diplomatenpass Großbritannien verlassen zu können, zerschlagen. Eine entsprechende Bitte der Regierung Ecuadors um einen Diplomatenstatus für den 46-jährigen Australier lehnte das britische Außenministerium ab. Mit einem solchen Status hätte er bei Verlassen der Botschaft einer Festnahme entgehen und zum Londoner Flughafen fahren können.

Da Großbritannien und die USA als enge Verbündete, auch auf dem Gebiet der Geheimdienste, zusammenarbeiten, befürchtet Assange im Falle seiner Verhaftung, in die USA ausgeliefert zu werden. Dort droht ihm im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des sogenannten „Collateral Murder“-Videos schlimmstenfalls die Todesstrafe. Die harte Haltung Londons macht es ziemlich unwahrscheinlich, nun doch zu einer Lösung zu gelangen.

Bildquelle: photon~wave, thx. (CC BY-NC-SA 2.0)

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21 Comments

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    Anonymous


    „Dort droht ihm im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des sogenannten “Collateral Murder”-Videos schlimmstenfalls die Todesstrafe. “

    Sagt wer? Ausser Assange und seiner Aluhut franktion selbst? Gibt es dafür IRGENDEINE verläßliche Quelle?

    Ds ist doch einfach die Standarsausrede eines Vergewaltigers mit der er sich jahrelang der Strafverfolgung entzogen hat.

    Assange ist eine feige Sa*.

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      Nun ja, viel weniger als Freiheitsentzug für mehrere Jahrzehnte dürfte dabei nicht herauskommen, ansonsten hätte er die Botschaft ja längst verlassen. Ob Todesstrafe, weiß ich nicht. Assange geht es ja nicht um die Vorwürfe Schwedens, sondern die der USA und der drohenden Auslieferung dort hin. Was würdest du denn machen wenn Du wüsstest, was Dir dort droht? Was daran ist feige? Du schreibst ja nicht mal deinen Namen, das ist keinen Deut besser, sorry.

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        Ma Mustermann


        Mein Name ist Max Mustermann.

        Und ICH vergewaltige weder Frauen noch laufe ich vor der Justiz davon.

        Zu Assange: ja und? Mann (mehr oder weniger Mann, eher Memme) begeht Straftat. Mann muss dafür Strafe befürchten. Mann versteckt sich in 20 Quadratmeter Loch für mehr als 5 Jahre.

        Wo genau ist da jetzt der Unterschied zu einem US Knast?

        Wenn ich meinem Nachbarn – oder auch Dir – eine mit einem Kaminscheit überziehe, Du anschliessend lebenslang im Rollstuhl sitzt, und es mir nachzuweisen ist, habe ich auch eine Strafe zu befürchten. Is halt so, wenn man Gesetze übertritt, gelle?

        Also, wenn ich Dir jetzt eine mit dem Holzscheit überziehe und Dich schädige – würdest Du selbstverständlich meine Straffreiheit befürworten? Oder wenn ich Deinen Computer hacken würde und DEIN Privatleben öffentlich mache – würdest Du das auch nicht strafrechtlich verfolgen oder?

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          Möglicherweise lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe, das sind ganz andere Kaliber als 5 Jahre Freiheitsentzug. Den USA geht es ja auch gar nicht um die schwedischen Vergewaltigungsvorwürfe, Du vermischt dort Äpfel und Birnen. Assange hätte im Gefängnis wahrscheinlich auch nicht im jetzigen Ausmaß aktiv für Wikileaks sein können. Das dürfte auch eine Rolle gespielt haben. Im Rollstuhl sitzt auch keines seiner „Opfer“. Was soll der Vergleich?

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            Max Mustermann


            Mit Straftat in Sachen USA meinte ich selbstverständlich das ungeschützte Veröffentlichen vertraulicher Dokumente. Versteht sich wohl von selbst. Dafür droht halt Knast. Genau wie für Vergewaltigung.

            Der Feigling hat sich wegen beider Vergehen im Loch versteckt.

            ‚Arbeitet‘ er noch für wikileaks? Er demontiert es doch eher. Die echten Aktivisten meiden ihn doch wie der Teufel das Weihwasser und distanzieren sich von ihm. Lies mal Domscheidt’s Buch zu diesem Thema. Ausserdem ist wikileaks mittlerweile eben wegen Assange’s Arbeitgeber Putin derartig verfemt, daß es heute keiner mehr ernst nimmt außer ein paar Hardlinern.

            der Rollstuhl war zum Vergleich mit der Holzscheitattacke gedacht. Einige seiner Opfer aus der ungeschützten Veröffentlichung dürften inzwischen im Knast sitzen in Unrechtsstaaten, tot sein oder eben ihr Privatleben / ihre geschützte Tätigkeit bei US Behörden publik. Also, eine zerstörte Privatsphäre gilt Dir nichts bis wenig? Die Leute sehen das vermutlich anders.

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            Auch geheimer Dokumente, nicht nur vertraulicher, das ist strafrechtlich gesehen ein großer Unterschied. Mit den bislang ungeprüften Vergewaltigungsvorwürfen haben die aber nichts zu tun, oder? Ja, er steht Wikileaks noch immer vor. Ob das für die Organisation gut ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Mir kommt es immer mehr so vor, als wenn Assange mittels Wikileaks eine Art Privatkrieg gegen einige US-Politiker führt. Auch seine Einmischung in die US-Wahlen waren total daneben. Bei den Veröffentlichungen türkischer Unterlagen kam kaum etwas Brauchbares zutage. Assange hat seine eigene Plattform in die Bedeutungslosigkeit gesteuert.

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    sooderso


    Ohne Diplomatenpass von der britischen Regierung wird das nix mit „Freiheit“. Bevor dass passiert tragen sie ihn einem Sarg raus.

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      Anonymous


      Und warum sollte Großbritannien einem Kautionsflüchtling Diplomatenstatus gewähren? Logik?

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    Kugelfisch


    Und zurück zur Blockchain ….

    Nach all dem dürfte die Transaktion auf der Blockchain ein Stück mehr Sinn ergeben. Jemand, der bewiesenermaßen im Besitz der privaten Schlüssel von WikiLeaks Bitcoin-Adresse ist, hat die Nachricht in der Blockchain hinterlassen, dass “alles in Ordnung ist” und dass die Posts auf 8chan gefälscht sind.

    Beweist dies etwas? Nicht wirklich. Wenn jemand, wie behauptet wir, die Computer der WikiLeaks-Mitglieder beschlagnahmt hat, dann könnte er auch den Schlüssel haben und anstelle von Wikileaks Nachrichten in die Blockchain schreiben.

    Wir stehen damit nahezu am Anfang: Wir haben eine Nachricht, die von der Identität signiert wurde, die mittlerweile im Zweifel steht. Möglichkeit eines wäre, dass WikiLeaks die Transaktion geschickt hat, um zu sagen, dass alles in Ordnung ist. Dies wäre aber effektiver gegangen, indem sich Julian Assange selbst gezeigt hatte. Ein “Proof of Life” von dem WikiLeaks-Boss fehlt weiterhin. Seit Ende Oktober gibt es kein beweisbares Lebenszeichen.

    Möglichkeit zwei wäre, dass jemand, der im Besitz der Computer von WikiLeaks ist, diese Transaktion geschickt hat, um von einem Verdacht abzulenken. Und Möglichkeit drei wäre, dass wir alle etwas übersehen und dass die Botschaft in der Blockchain selbst einen doppelten Boden hat.

    Dementsprechend findet derzeit eine Art Schnipseljagd auf der Blockchain nach Julian Assange statt. Grund hierfür ist neben der rätselhaften Transaktion ein Kommentar, den Assange schon 2014 über Bitcoin abgegeben hat:

    “Bitcoin ist eine extrem wichtige Innovation, aber nicht so, wie die meisten Leute denken. Bitcoins echte Innovation ist dass sie ein global verifizierbaren Beweis abgibt, dass etwas zu einer bestimmten Zeit publiziert wurde. Das ganze System baut auf diesem Konzept auf und viele andere Systeme können darauf aufgebaut werden. Die Block Chain nagelt Geschichte fest, sie bricht Orwells Diktum ‘wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit, und wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft’.”

    Aufgrund dieses Zitats sind sich viele Leute derzeit sicher, dass Assange noch eine Nachricht auf der Blockchain hinterlassen haben muss. Gefunden hat sie bisher jedoch noch niemand.

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    Kugelfisch


    Es geht aber noch weiter. Der 18. November 2016 ist noch nicht vorbei.

    Die Webseite beforeitsnews – die gerne über Verschwörungstheorien berichtet – veröffentlicht eine Zusammenfassung von Posts eines anonymen Users auf 4chan oder 8chan (das ist nicht ganz klar). Die Geschichte hat den Titel, dass Wikileaks tot sei.

    “Ich bin eines der Wikileaks-Mitglieder, die zur selben Zeit Ärger bekamen, als Julian vom Internet abgeschnitten wurde. Ich bekam einen National Security Letter und eine Schweige-Verordnung. Mein gesamtes Computer-Equipment wurde beschagnahmt … Julian ist verschwunden, wie die meisten der WikiLeaks-Leute, mit denen ich Kontakt hatte. Die WikiLeaks-Mitglieder sind nicht im Besitz des offiziellen Twitter-Accounts … die massiven DoS-Angriffe haben verhindert, dass unser Notfallplan in Kraft trat.”

    Anschließend berichtet der anonyme Poster von einer globalen Verschwörung unerhörten Ausmaßes: “Wir haben hunderttausende von E-Mails und Dokumente von geheimen Think-Tanks erhalten. Wir haben Beweise vom Missbrauch von Kindern in Haiti und der UK durch die Clinton Foundation. Kindesmissbrauch in JEDEM LAND durch die Leute an der Spitze. Wir haben Beweise, dass der Drogenmarkt von den Geheimdiensten kontrolliert wird, um dunkle Projekte zu finanzieren … Die Zerstörung von WikiLeaks war das Ergebnis eines beispiellosen globalen Vorgehens.”

    Natürlich gibt es keinerlei Beweis, dass diese Nachricht authentisch ist. Es könnte auch das Werk von jemandem sein, der sich einen Spaß darauf macht, eine bereits im Entstehen begriffene Verschwörungstheorie zu befördern.

    Wikileaks selbst bestreitet per twitter die Authentizität des Posts:

    Black-PR campaign posts going around recently trying to suppress submissions to WikiLeaks. False, but who benefits? https://t.co/okg2jwgGzL

    — WikiLeaks (@wikileaks) November 19, 2016

    In diesem Sinne wäre die Verschwörungstheorie, dass WikiLeaks übernommen wurde, selbst ein Instrument, um die Glaubwürdigkeit von WikiLeaks soweit zu unterminieren, dass niemand mehr der Enthüllungsplattform Daten anvertraut. Die Verschwörungstheorie ist selbst eine Verschwörung, und jede Erklärung hat einen doppelten und dreifachen Boden …

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    Kugelfisch


    Der tote Kanarienvogel

    Am 6. November veröffentlicht Wikileaks einen weiteren Stoß der Mails von Clintons Wahlkampfmanager Popdesta. Am selben Tag findet eine riesige DdoS-Attacke statt, der es zum ersten Mal seit Jahren gelingt, die Wikileaks-Plattform vom Netz zu stoßen. Die Angriffe hielten mehrere Tage lang an.

    Am 10. November, zwei Tage, nachdem Trump Präsident wurde, beginnen Wikileaks-Mitglieder besorgt darüber zu sein, dass Assange sich noch nicht zu Wort gemeldet hat. Man hätte erwarten können, dass sich Assange darüber freut, dass die Präsidentschaft der ihm verhassten Clinton verhindert wurde. Doch er schwieg.

    Der E-Mail-Anbieter von Assange, riseup.net, facht mit einem rätselhaften Tweet die Verschwörungstheorien weiter an: “Listen to the hummingbird, whose wings you cannot see, listen to the hummingbird, don’t listen to me.” Dies ist eine Zeile aus einem Song von Leonard Cohen, dem kanadischen Musiker, der am 7. November 2016 gestorben ist. Die Empfehlung, auf den Kolibri zu hören, könnte eine Andeutung sein, den “Canary” im Auge zu behalten.

    Ein Kanarienvogel (“Canary”) ist eine Art Warnsystem. Der Begriff kommt aus der Praxis in Bergwerken, einen Kanarienvogel in einem Käfig mit sich zu führen, wenn ma in einen Stollen steigt. Wenn Gas ausströmt, stirbt der Vogel zuerst, und der Mensch kann sich retten. Im Internet ist ein Canary oft eine fortlaufende Entwarnung, die es beispielsweise einem E-Mail-Anbieter ermöglicht, User zu warnen, obwohl ihnen dies von Behörden verboten wurde. Riseup hatte beispielsweise in regelmäßigen Abständen die Nachricht gepostet, dass sie nicht in Kontakt mit Behörden stehen.

    Am 18. November 2016 hätte Riseup seinen Canary updaten sollen. Dies geschah nicht.

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      Eukalyptusbonbon


      Also die Gleichsetzung humming bird mit canary finde ich ein bisschen sehr weit hergeholt.

      Man hätte auch den song ‚Canary in a coalmine‘ von The Police nehmen können:

      First to fall over when the atmosphere is less than perfect
      Your sensibilities are shaken by the slightest defect
      You live you life like a canary in a coalmine
      You get so dizzy even walking in a straight line

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        Mausi


        Bei deinem Nick fällt mir nur ein Song ein:
        Schleim Keim – Trink mit mir noch ein Bier

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          Anonymous


          Ich hätte auch Hustenbonbon schreiben können, aber das war mir zu unspezifisch ^^.

          Hätte ich eine halbe Stunde früher gepostet, hätte da Melittatüte gestanden – ich brühe meinen Kaffee old school.

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    Kugelfisch


    H E L P

    Am 21. Oktober erregten fünf Tweets von Wikileaks die Aufmerksamkeit der Online-Community. In diesen fünf Tweets waren zahlreiche Rechtschreibfehler. An sich war das für Wikileaks nichts besonderes. Wenn man jedoch die fehlenden oder falsch geschriebenen Buchstaben zusammensetzte, kam die Botschaft “H E L P HIM” heraus.

    Zum Charme guter Verschwörungstheoren gehört, dass alles mit allem zusammenhängt. Am 21. Oktober rief Wikileaks nicht nur um Hilfe, sondern es geschahen noch zwei weitere Ereignisse. Zum einen wurde der Londoner Flughafen aufgrund einer chemischen Bedrohung evakuiert (was laut der Verschwörungstheorie dazu diente, um Assange heimlich außer Landes zu fliegen), und zum zweiten kam es an diesem Tag zur größten DoS-Attacke aller Zeiten. Das halbe Internet-der-Dinge wurde an diesem Tag missbraucht, um auf das von Dyn betriebene DNS-System zu ballern, wodurch zahlreiche große Online-Plattformen außer Betrieb waren bzw. im Betrieb eingeschränkt wurden. Die Verschwörungstheorie sagt, dass dieser Angriff verhindert hat, dass der Notfallplan von WikiLeaks ausgeführt werden konnte.

    Am selben Tag versuchte auch Mark Halperin von Politico Assange zu treffen. Er wurde aber an den Toren der Botschaft abgewiesen. In den folgenden Tagen verdichteten sich die Gerüchte, dass mit Assange etwas nicht stimmte, während auf der anderen Seite Wikileaks dem entgegentrat und ankündigte, bald einen Beweis für das Wohlergehen von Assange zu präsentieren.

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    Christoph


    Da gibt es dann wohl nur einen Weg. Da er kein Diplomat ist, muss er in einen verwandelt werden. Das bedeutet, dass die ihm ein Team mit Gesichtschirurgen in die Botschaft schicken und dieses Team operiert ihn in einen bestimmten Botschafter um. Der Botschafter reist in das Land und gibt Assange den Diplomatenausweis. Mit etwas zittrigen Knien und ein wenig Glück könnte er dann erfolgreich ausreisen. Nur was wird dann aus dem richtigen Botschafter? Er kann sich nur bei der Britischen Regierung melden und alles zugeben. Gegen ihn liegt kein Haftbefehl vor und er ist ja an sich immer noch Diplomat. Man wird ihn mit Schimpf und Schande aus dem Land jagen und er brauch nie mehr nach Großbritanien einreisen. Dafür wird Assange bestimmt noch einiges hinblättern müssen. So oder so ähnlich könnte es ablaufen.

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      Perlmutter


      @Christoph:
      „Da gibt es dann wohl nur einen Weg. Da er kein Diplomat ist, muss er in einen verwandelt werden.!

      Ohne OP Version: Da hast Du leider das Faktum ausser Acht gelassen, daß das Gastgeberland, hier Großbritannien, einen Diplomaten als solchen anerkennen, sprich in seinem Status akkreditieren muss.

      Großbritannien hat bereits vor Jahren eben dieses ausgeschlossen.

      Gehe zurück auf Feld 1 über das Gefängnis. ^^

      Mit OP Version: Was die Ausreise betrifft: wann bist Du das letzte Mal in einen englischen Flughafen eingereist oder eingereist? Diplomatenpass heißt nicht ‚keine Kontrolle‘, ganz besonders nicht bei den ecuadorianischen. Die Tommies sind nicht komplett blöde.

      Sobald die Botschafter ihn an die frische Luft setzen, landet er im britischen Gefängnis. Daran geht kein Weg vorbei.

      Vielleicht sollte ihm Pam Anderson bei ihrem nächsten Besuch einen perlmuttverzierten Revolver, geladen mit einer einzigen Patrone, und eine Flasche Whisky mitbringen, und ihn in die Bibliothek einschließen.

      (Falls Du die Referenz nicht verstehst – Google hilft weiter)

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        Das ist richtig, das kann man alles vergessen! Gehen Sie nicht über Los, gehen Sie direkt ins Gefängnis. Aber gut, das wusste Assange ja vorher…

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          Perlmutter


          Stimmt. Gäbe es einen Ausweg, die Botschaft hätte ihn längst rausgeworfen. Er muss ein Kotzbrocken sein als ‚Gast‘, nach dem, was man so liest.

          Es gibt keinen Ausweg ohne das britische Gefängnis, in das er kommt wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen – seit mehr als 5 Jahren.

          Ob er das wußte? Ich denke, er hielt sich für unverwundbar und über dem Gesetz stehend. Wer den Bürgern soviel Gutes tut wie WikiLeaks, der darf sich ansonsten aufführen wie ein Schwein. Oder so ähnlich.

          PS „in einen englischen Flughafen eingereist oder eingereist“ sollte natürlich heißen ‚in einen englischen Flughafen eingereist oder ausgereist‘. Es war früh am Morgen ^^.

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        Christoph


        Ach, Equador hat überhaupt keinen Diplomaten in Großbritanien. Dachte, die wollten ihn einfach nur zu einem Diplomaten ernennen. Dreck, dann ist er am Arsch. Okay, habe noch eine Idee. Ein Arzt kommt und spritzt ihm ein Medikament, damit er scheintot ist. Die britischen Ärzte erklären ihn für tot und er wird als Equadorianer nach Equador geflogen. Völliger Wahnsinn, weil die einen idiotischen Arzt haben müssen, der das nicht entdeckt und er die Reise ja auch an sich überleben soll. Ansonsten würde mir da auch nichts mehr einfallen. Oder halt eine irre Flucht und an der Küste auf irgendeinen gammeligen Fischfrachter unterkommen. Weiß nicht, der muss dann bestimmt durch unterschiedliche Länder flüchten. Krank, ich würde auf der Flucht vor Angst verrecken.

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          Perlmutter


          Du bist mit Deiner ‚Scheintod‘ Idee leider um Jahre zu spät. Google mal ‚Assange escape options‘ ^^ und unterhalte Dich.

          Ausserdem würden ihn die Briten garantiert wochenlang erst mal in einer gut bewachten Leichenhalle deponieren, da er kein Diplomat ist, könnten die Ecuadorianer ihn nicht einfach einsargen und mitnehmen.

          Leichen von Ausländern für Auslands- bzw. Überseeflüge werden übrigens aus hygienischen Gründen in luftdichte (!) Zinksärge eingeschlossen, das nur mal so am Rande, und benötigen reichlich Dokumentation, bevor sie üeberhaupt freigegeben werden. Das alleine dauert eine halbe Ewigkeit.

          Die Realität ist kein James Bond Film.


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