Internet-Bürgerportal startet im Oktober

Article by · 13. Mai 2018 ·

Das von der Bundesregierung für die laufende Legislaturperiode angekündigte digitale Bürgerportal soll im Oktober in vier Ländern starten. Das Bürgerportal starte in Bayern, Berlin, Hamburg und Hessen. Das kündigte die Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU), in einem Interview des „Tagesspiegel“ am Samstag an.

Die Bürger sollen dann ihre Kfz-Anmeldungen online abwickeln können. Auch den Wohnsitz ummelden oder Eltern- und Kindergeld beantragen soll auf diese Weise möglich werden. Später sollen weitere Dienstleistungen folgen. Die große Koalition aus Union und SPD hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag verständigt, ein solches digitales Bürgerportal zu schaffen.
Der Bürger zieht um, meldet dem Amt zwischen den Umzugskartons die neue Adresse, Onlineüberweisung, fertig. Kein Behördengang, keine Wartezeit, nichts. „Im Oktober geht’s los„. Dorothee Bär präzisiert: „Online erledigt werden können dann Anträge für Kinder- und Elterngeld sowie die An- und Abmeldung für Wohnsitze, Gewerbe und Kfz„. Weitere Dienste sollen folgen.

Die begrenzte Anzahl von nur vier Bundesländern begründete die Staatsministerin mit der Eigenständigkeit der Länder. „Ich bin ein großer Fan des Föderalismus, aber man stößt hier an seine Grenzen“, sagte Bär. Sie hoffe, dass sich unter den Ländern ein Wettbewerb darüber entfache, wer wie viele Dienstleistungen digital anbietet. „Das macht ein Bundesland ja auch attraktiver für den Zuzug, sowohl für Bürger als auch für Unternehmen.

Der Tagesspiegel berichtet:
Realitätscheck in einem Berliner Rathaus, Bezirk Spandau, 240.000 Einwohner. Der zuständige Stadtrat dort heißt Stephan Machulik, SPD. Er ist 46 Jahre alt und macht diesen Job seit sieben Jahren. „Wir sitzen nicht erst seit einer Woche an diesem Bürgerportal, sondern planen es seit Jahren“, sagt Machulik. Was Bär meint, nennt sich in Berlin konkret: „Servicekonto“. Und ist in einer ersten, soften Version seit 2017 in Betrieb.

Bürger können sich den ersten Gang zum Amt sparen, wenn sie beispielsweise Anwohnerparkausweise bestellen wollen. „Dinge, die keinen großen Schaden anrichten können“, nennt das Machulik. Vorteil: Es gehen weniger Daten verloren, Warte- und Arbeitszeit wird gespart, weil Bürger nicht mit einem selbst ausgefüllten Papier mühsam zum Bürgerbüro rennen, wo dann einzeln die Buchstaben abgetippt werden müssen. So ähnlich macht es auch die Polizei: Anzeigen mit allen Daten können längst vom heimischen Tablet gestellt werden. Der Gang zur Wache: im ersten Schritt nicht nötig.

Stufe 2 im Bürgerbüro soll dann im Herbst 2018 starten, wie es jetzt die CSU-Politikerin Bär meint. Der Sicherheitsfaktor ist da höher. Machulik: „Wir müssen ja wissen, mit wem wir da kommunizieren.“ Entsprechend detailliert müssen die Daten der Person sein, die sich über eine verschlüsselte Verbindung an die Behörde wendet. Bürger müssen sich anmelden, erstellen – wie etwa bei Banken auch – ein Benutzerkonto, können bestimmte Dinge wie biometrische Fotos hochladen. Die Bezahlung soll per E-Payment funktionieren – das sollte auch kein Hexenwerk sein.

Quelle: Beitragsbild Krissie,thx! (CC0 1.0)

 

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3 Comments

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    ImTheOneWhoKnocks


    Na da bin ich ja mal gespannt…

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    Felix


    Mal schauen, ob das so reibungslos funktioniert.
    Habe vor einigen Tagen via iKFZ mein Auto online abgemeldet.
    Da habe ich mir ja schon wieder meinen Teil gedacht….:
    Man muss sich online via nfc Ausweisfunktion ausweisen. Es geht angeblich super einfach per Mobile-App.
    Nur kann kaum ein Smartphone die NFC Extended Length.
    Also eine App für das Volk, welche nicht für die Masse gemacht ist.. -was für ein Müll.
    Spiegelt sich natürlich auch in den Bewertungen wieder.

    Hat man sich also einen Ausweisreader (~30€) für den PC angeschafft kommt die nächste Hürde.
    Man kann den Service nur mit ausgewählten Kreditkarten bezahlen.
    Von Paypal, Amex, Lastschrift oder normalen Giropay hat der Verein noch nichts gehört. Man muss sich erst wieder irgendwo anmelden und und und.

    Alles in allem hätte ich doch einfach zur Zulassungsstelle marschieren sollen. Ich bin mal gespannt wie sich dies mit anderen „Services“ entwickelt.

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      Mauzi


      Danke…. für den Bericht über deine bisherigen Erfahrungen.
      Zieh bitte einmal um. Setz Nachwuchs in die Welt. Dann kannst du uns weiterhin von deinen Erfahrungen berichten


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