Auch das neue Crimenetwork war nicht von langer Dauer, das Forum haben mehrere Behörden abgeschaltet und den Betreiber in Spanien verhaftet.
Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) schalteten gemeinsam am Mittwoch in einer international koordinierten Aktion die Neuauflage der kriminellen Online-Handelsplattform „Crimenetwork“ ab. Eine Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei nahm den mutmaßlichen Betreiber, einen 35-jährigen Deutschen, auf der Grundlage eines Europäischen Haftbefehls an seinem Wohnsitz auf Mallorca fest. Die Domain ist beschlagnahmt, mehr als den animierten Beschlagnahmungsbanner bekommt man unter c-network.to nicht mehr zu Gesicht.
Klon wollte vom Ruhm des Originals profitieren
Dem Beschuldigten wirft man vor, bereits wenige Tage nach der Abschaltung der Vorgängerversion von „Crimenetwork“ und der Festnahme des damaligen Administrators im Dezember 2024 eine vollständig neue technische Infrastruktur aufgebaut und administriert zu haben, die er ebenfalls „Crimenetwork“ nannte. Gegen den Mann besteht daher der Verdacht des Betreibens krimineller Handelsplattformen im Internet gemäß § 127 des Strafgesetzbuches. Daneben werden ihm weitere Straftaten vorgeworfen, wie etwa der Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gemäß §§ 29a, 30a des Betäubungsmittelgesetzes.
„Crimenetwork“ war vor der Abschaltung durch die Strafverfolgungsbehörden Ende 2024 über viele Jahre hinweg einer der zentralen Handelsplätze der deutschsprachigen Underground Economy. Die Neuauflage der Plattform bot ein ähnlich breites Spektrum an illegalen Waren und Dienstleistungen an. Angeboten wurden unter anderem gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente. Die Neuauflage zählte zuletzt über 22.000 Nutzer und mehr als 100 Vendoren (Verkäufer). Der inoffizielle Nachfolger wollte ein wenig vom Ruhm des Originals abbekommen, was den Machern des neuen Betrugs-Forum auch gelungen ist.
Crimenetwork erwirtschaftete Umsatz von 3,6 Millionen Euro
Die Nutzer der neuen Plattform verwendeten Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin und Monero, um ihre Transaktionen abzuwickeln. Bei den Einsatzmaßnahmen sicherten die Strafverfolgungsbehörden umfangreiche Beweise, die auf einen Umsatz der Plattform von mehr als 3,6 Millionen Euro schließen lassen. Der Betreiber der Plattform erhielt für die Abwicklung der Verkäufe Provisionszahlungen. Und die Verkäufer leisteten monatliche Gebühren für Werbung und Verkaufslizenzen.
Bei den jüngsten Maßnahmen stellte man Vermögenswerte mit unmittelbarem Bezug zu „Crimenetwork“ in Höhe von rund 194.000 Euro sicher. Zudem konnte man sowohl umfangreiche Nutzer- als auch Transaktionsdaten erlangen. Diese bieten den Ermittlern wertvolle Ermittlungsansätze zur weiteren Aufklärung der kriminellen Strukturen hinter der Plattform. Die Kunden der Plattform dürften sich überwiegend im deutschsprachigen Raum aufhalten. Wer zu wenig vorsichtig war, muss mit Ärger rechnen.
Das BKA hat mal wieder eine witzige Animation zum Thema erstellt, die man hier abrufen kann.
Cybercrime lohnt sich nicht
Carsten Meywirth, Direktor beim Bundeskriminalamt und Abteilungsleiter Cybercrime äußerte sich zum CNW-Bust. „Die Neuauflage von Crimenetwork ist gescheitert und ein weiterer Administrator wird sich vor einem deutschen Gericht verantworten müssen. Auch im Darknet setzen wir gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern geltendes Recht konsequent durch. Cybercrime lohnt sich nicht.“
Auch Dr. Benjamin Krause, Leitender Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der ZIT, kommentierte die Abschaltung des Fraud-Forums. „Im März 2026 ist der mutmaßliche Betreiber der Vorgängerversion von ‚Crimenetwork‘ durch das Landgericht Gießen zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Zudem ist durch das Gericht die Einziehung von Taterträgen in Höhe von über zehn Millionen Euro angeordnet worden. Auch wenn dieses Urteil noch nicht rechtskräftig ist, zeigt es eindeutig: Auch Kriminalität im Darknet hat Konsequenzen.“



















