Auf den 30-jährigen Crimenetwork-Admin kommt eine lange Haftstrafe zu. Am gestrigen Mittwoch verkündete das Landgericht Gießen das Urteil.
Gestern Nachmittag verurteilte das Landgericht Gießen Jannis H. aus dem hessischen Rockenberg (Wetterau) zu sieben Jahren und zehn Monaten Haft. Man wirft dem früheren Crimenetwork-Admin unter anderem das gemeinschaftliche bandenmäßige Handeln mit Betäubungsmitteln in größerem Umfang vor. Damit liegt das Urteil vergleichsweise gering unter der Forderung der zuständigen Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Haftstrafe von neun Jahren und sechs Monaten gefordert.
12 Millionen Euro vom Crimenetwork-Admin beschlagnahmt
Bereits im Dezember 2024 hatten die Behörden Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 12 Millionen Euro eingezogen. Dazu gehörten die erwirtschafteten Gebühren für den Handel und Werbung auf dem Crimenetwork (CNW), Silber, Kryptowährungen, Autos und last, but not least eine Wohnung in Dubai. Das Forum CNW diente von 2012 bis 2024 als Marktplatz für illegale Waren und Dienstleistungen, insbesondere für gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente. Die Plattform war über viele Jahre hinweg eine der zentralen Handelsplattformen der deutschsprachigen Underground Economy. Die hessische Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) war maßgeblich für den Bust vom CNW und des Darknet-Shops Archetyp verantwortlich.
Kooperatives Verhalten wirkte sich strafmildernd aus
Positiv auf das Strafmaß wirkte sich das kooperative Verhalten des Angeklagten aus. Dieser hatte die Behörden bei ihren Ermittlungen unterstützt und war geständig. Der Vorsitzende Richter sagte bei der Verkündung des Urteils, ein derartiges Verhalten habe er bei vergleichbaren Prozessen nur selten erlebt.
Zuvor las der frühere Betreiber eine Erklärung vor. Darin entschuldigte er sich für den Handel von hunderten Kilo Cannabis, dutzenden Kilo Kokain, tausenden Pillen Ecstasy und vielen anderen BTM-pflichtigen Stoffen. Dies hätte Leid und Elend verursacht. Da er finanziell davon profitiert hat, habe er sich durch den Handel mit den Drogen mitschuldig gemacht. Am heimischen Schreibtisch habe er nichts von den Konsequenzen des Drogenkonsums mitbekommen. Mit den Folgen sei er jetzt im Rahmen der Untersuchungshaft in der JVA konfrontiert worden. Der frühere Crimenetwork-Admin hofft auf eine Zukunft nach der Verbüßung seiner langen Haftstrafe. Entschuldigt hat er sich auch bei seiner eigenen Familie.
CrimeMarket: noch keine Urteile gefallen
Noch nicht verurteilt sind die früheren Betreiber vom CrimeMarket. Das Forum nahmen die Behörden bereits Ende Februar 2024 vom Netz. Wahrscheinlich kam es zu der Verzögerung aufgrund der permanenten Überlastung der Justiz als auch der Gerichte. Von möglichen Strafmaßnahmen sind natürlich auch die Kunden beider Online-Plattformen betroffen.
Es gibt zwar mehrere neue Foren mit ähnlichem Aufbau und Inhalt. Mit der Marktmacht vom CNW oder Crimemarket im deutschsprachigen Raum kann man diese aber nicht vergleichen. Außerdem sind die meisten Foren schon nach wenigen Wochen wieder offline gegangen.

















