Intel warnt vor der Installation der eigenen Software-Updates

Kürzlich wurde bekannt, dass Intel versehentlich erhebliche Mängel in ihre Softwareupdates eingebaut hat. Intel warnt vor einer Installation.

Meltdown & Spectre, Intel, Sicherheitslücke
Meltdown & Spectre, Intel, Sicherheitslücke Meltdown & Spectre

Kürzlich kam ans Tageslicht, dass Intel versehentlich erhebliche Mängel in ihre Softwareupdates eingebaut hat. Der Chiphersteller warnt seine Nutzer nun eindringlich davor, die neuen Versionen zu installieren.

Intel: Eigene Software-Updates überaus fehlerhaft

Eigentlich sollten die Updates die Probleme mit den Sicherheitslücken Meltdown und Spectre schließen. Bei manchen Prozessoren kam es allerdings zu einer erhöhten Anzahl an Abstürzen und einem „unberechenbaren Verhalten“. Dies schrieb ein Intel-Manager in einem aktuellen Blogeintrag der Firma. Man solle die neue Software besser nicht aufspielen. Und lieber auf weitere Updates warten, die man im Laufe dieser Woche erwartet darf.

Ein Kommentator bei Tagesschau.de berichtet davon, dass sein Lenovo PC direkt nach dem Bios Update immer wieder mit einem Bluescreen abstürzt. Leider wurde mit dem Update eine Rückkehr zur früheren BIOS Version unterbunden, womit der Nutzer bis auf weiteres nichts am fehlerhaften Zustand seines Gerätes ändern kann. Im Ereignisprotokoll werden fast minütlich Prozessorfehler festgehalten, pro Tag kommen nach Aussage des Kommentators etwa 3.000 Stück zusammen. Ab und an lässt sich das Gerät überhaupt nicht mehr neu hochfahren.


Ältere Modelle noch ohne neue Software

Wie wir bereits berichtet haben, wurde im Januar dieses Jahres bekannt, dass Chips der Hersteller AMD, ARM und Intel anfällig für Schwachstellen sind. Die Lücken müssten aber erst von einer entsprechenden Schadsoftware ausgenutzt werden. Von daher sind die Geräte nicht automatisch offen für Hacker. Auf Intel kommen in den USA möglicherweise Sammelklagen von Unternehmen und Privatanwendern zu. Im Vorfeld hatten Intel-Manager ihre Aktienpakete abgestoßen, um bei Bekanntwerden der Lücke einem Kurssturz der Intel-Aktien zuvorzukommen. Die Prozessorhersteller sind schon seit etwa einem halben Jahr informiert. Auf der CES in Las Vegas gab ein Sprecher von Intel bekannt, bisher sei noch nicht bekannt geworden, dass es aufgrund der Bugs zu Datenverlusten gekommen sei. Bleibt abzuwarten, ob dies die Anwender tatsächlich beruhigen kann oder sogar von ihrer geplanten Sammelklage abhalten wird.

So oder so müssen sich die Benutzer verschiedenster Geräte noch ein wenig gedulden. Für die älteren Prozessoren hat Intel noch gar keine Zeitpläne für den Bugfix bekannt gegeben. In diesem Fall ist die Verzögerung aufgrund der fehlerhaften Updates ausnahmsweise sogar von Vorteil.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.