Fußball-Streaming: DFL & Sky fühlen sich von illegaler Konkurrenz bedroht

Illegales Fußball-Streaming gefährde das Geschäftsmodell der deutschen Bundesliga, erklärte die Deutsche Fußball Liga (DFL). Sky äußerte sich ganz ähnlich.

livetv.sx, Fußball-Streaming
livetv.sx, Fußball-Streaming Foto Agencia Brasil (CC BY 3.0 BR)

Auch diese Saison fühlen sich die Lizenzhalter von Fußballübertragungen durch die illegale Konkurrenz und deren Fußball-Streaming bedroht. Die Streaming-Portale aus dem Graubereich gefährden das Geschäftsmodell der Berichterstattung der deutschen Bundesliga, erklärte kürzlich die Deutsche Fußball Liga (DFL). Ganz ähnlich äußerte sich der Pay-TV-Sender Sky.

Illegales Fußball-Streaming sehr beliebt

Als Anfang August in der 1. und 2. Bundesliga die Saison eröffnet wurde, waren die Anbieter aus dem Graubereich live dabei. Manche Portale bieten die Streams werbebasiert an, andere verlangen eine monatliche Gebühr für die Übertragung der Sport-Streams. Wir haben vor mehreren Monaten ausführlich dokumentiert, wie sich Webseiten wie LiveTV.sx finanzieren. Noch immer wird dort für angebliche Player-Updates geworben und an vielfacher Stelle versucht, auf den PCs der Besucher Schadsoftware einzuschleusen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erklärte gegenüber der dpa, digitale Piraterie gefährde die qualitativ hochwertige TV-Berichterstattung der Bundesliga und die damit verknüpften Geschäftsmodelle. Man habe beobachtet, dass die Betreiber oft auf internationaler Basis in kriminellen Strukturen agieren. Die Betreiber halten sich häufiger im Ausland auf, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert.

Nach Medienangaben beobachten DFL und der Pay-TV Sender Sky eine ständig wachsende Anzahl derartiger Angebote im Internet als auch eine zunehmende Professionalisierung der Anbieter. Diese Form der Online-Piraterie sei längst zu einem festen Bestandteil der internationalen Cyber-Kriminalität geworden, erklärte ein Sprecher von Sky. Beim Betrachten der Fußballspiele auf derartigen Streaming-Portalen seien sich viele Nutzer nicht darüber im Klaren, dass sie dabei die organisierte Kriminalität unterstützten, wurde argumentiert.


Fußball-Streaming: finanzieller Schaden unbekannt

Keiner der Lizenzhalter konnte dabei auch nur annähernd beziffern, wie groß der finanzielle Schaden sein soll, der jedes Jahr durch die Nutzung illegaler Webseiten entsteht. Weder Sky noch DFL ist die genaue Anzahl der Zuschauer und der illegalen Wettbewerber im Netz bekannt. Experten schätzen, dass der Verlust der Clubs, Profi-Ligen und Sender durch illegale Livestreams pro Saison Einnahmen in einem mehrstelligen Millionenbereich liegen sollen.

Screenshot von Livetv.sx, Fußball-Streaming

Screenshot von Livetv.sx – der BVB.

Kampf gegen illegale Anbieter so aussichtsreich wie der Ritt von Don Quijote

Der Kampf gegen derartige Anbieter ist wie ein Angehen gegen Windmühlen. Im Sommer 2013 versuchte die Premier League mehrere britische Internet-Anbieter dazu zu zwingen, den Zugang zur Streaming-Plattform FirstRow Sports zu sperren. Später gelang der Premier League eine Klage gegen die Betreiber der Webseite. Der Erfolg war nicht von langer Dauer. FirstRow Sports ist mit Fußball-Streaming & Co. nun wieder unter einer anderen URL online. Unter firstrowge.eu verlangt man dort eine monatliche Gebühr für die Nutzung der Seite. Zudem jubelt man den Besuchern angebliche Player-Updates unter. Der Popularität der Seite konnte die Klage offenbar ein wenig schaden: Momentan werden dort mit Fußball-Streaming monatlich etwas weniger als 700.000 Seitenzugriffe generiert.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.