Front Row: Bedeutet neues Wearable Gefahr für Privatspäre?

Die von Ubiquiti Labs entwickelte Front Row-Kamera wird an einer Kette um den Hals getragen und kann die Umgebung dauerhaft filmen.

Front Row
Front Row FrontRow von Ubiquiti Labs - die freiwillige Totalüberwachung

Wearables wie die von Front Row liegen im Trend. Man versteht darunter alle Arten von Technologien und Sensoriken, die am Körper, in Körpernähe oder im Körper selbst getragen werden. Sie sind aus dem Leben nicht mehr wegzudenken: kleine Gerätschaften, mit deren Hilfe wir uns beobachten und unser Leben optimieren sollen. Sie kontrollieren die Fitness und filmen unser Leben. Das neueste Produkt von Ubiquiti Labs ist eine FrontRow-Kamera. Diese trägt man unauffällig an einer Halskette.

Front Row schafft die Privatsphäre ab?

Was sogenannte Wearables können, ist erstaunlich. In nahezu jedem Gerät stecken Sensoren, die die Bewegungsmuster des Nutzers analysieren und bewerten. Mit der passenden App kann das eigene Wohlbefinden dann auf dem Smartphone überwacht werden. Nun kam am 15. August in den USA das neueste Gerät in dieser Kategorie auf dem Markt, eine FrontRow-Kamera, die als Anhänger an einer Kette getragen weder kann.


Unter dem Werbeslogan, nie wieder einen Moment zu verpassen, der ein Foto oder ein Video lohnt, wird das neueste Produkt von Ubiquiti Labs, dem Hersteller von FrontRow, beworben. Mit einer Größe von 60 x 70 x 12 mm und einem Gewicht von nur 55 Gramm ist die FrontRow tatsächlich klein und leicht und in den Kerndisziplinen der FrontRow, dem Filmen und Fotografieren, besteht sie auch einen Vergleich zu herkömmlichen Smartphones. So verfügt FrontRow auf der Vorderseite über eine 8 Megapixel-Linse, die in Full-HD Qualität filmt. Auf der Rückseite befinden sich eine Frontkamera mit 5 Megapixeln für Selfies und ein Display. Der Anhänger bietet 2 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 32 Gigabyte internen Speicher. Die Kamera arbeitet sowohl mit iOS als auch mit Android zusammen.

Es gibt drei Kamera-Modi: Entweder filmt oder fotografiert man oder nutzt eine Funktion, die zwischen den beiden Optionen liegt: den Story-Modus. Dabei sammelt die Kamera Fotos und Videos und schneidet sie im Zeitraffer-Stil zusammen. Der Hersteller verspricht 16 Stunden Batterie-Leben im Story-Modus, im Standby sogar 50 Stunden. Die Akku-Laufzeit reduziert sich jedoch drastisch bei kontinuierlichen Videoaufnahmen: für Live-Streaming verspricht Ubiquiti Labs, dass der Akku immerhin zwei Stunden durchhält.

Fotos und Videos live übertragen

Videos kann man über Facebook oder YouTube live ins Internet streamen. Über USB-Anschlüsse (für USB 3.0 und 2.0), Bluetooth 4.1 oder Wi-Fi lässt sich das Material dann auch auf Smartphone oder PC übertragen. Laut The Verge verfügt die FrontRow sogar über eine Verbindung zur Spotify-App. Die Musik ist über einen 1-Watt-Lautsprecher abspielbar.

Die Kamera von Front Row kostet 399 US-Dollar (ca. 340 Euro) und ist bislang nur im Online-Shop des Herstellers Ubiquiti Labs in Jet Black erhältlich – eine Rosé-Variante soll folgen. Die FrontRow App gibt es kostenlos in Apples App Store und im Play Store. Der Entwickler Ubiquiti Labs ist Teil des amerikanischen Unternehmens Ubiquiti Networks, das sich auf Wi-Fi-Produkte spezialisiert hat.

Fazit

Mit Wearables ist es bereits möglich, größtenteils unbemerkt, Unmengen personenbezogener Informationen über Dritte, auch auf öffentlichen Straßen, zu sammeln, zu speichern und auszuwerten. Für FrontRow ist das besonders zutreffend, da man der Kette nicht auf den ersten Blick ansieht, dass es sich um eine Kamera handelt.

Gerade aufgrund des versteckten Einsatzes der Technik entfallen viele der herkömmlichen Hinweise, die Personen darauf aufmerksam machen, dass eine solche Kamera vorhanden ist und verwendet werden kann, was besonders bedenklich ist. Die Möglichkeit, mit Front Row heimlich Bilder aufnehmen zu können, kann sehr leicht die Privatsphäre anderer Menschen verletzen und in Sachen Datenschutz bleiben daher einige Fragen offen.

Hier die einzelnen technischen Details nochmals insgesamt im Überblick:

  • Snapdragon 625 Quadcore-Prozessor, ein eigener Android-Ableger namens Front Row OS (FROS) dient als Betriebssystem,
  • ein rundes Display, das außerdem kratz- und wasserfest sein soll, misst knapp 2 Zoll im Durchmesser bei einer Auflösung von 640 x 572 Pixeln und demnach einer ordentlichen Pixeldichte von 327 ppi,
  • gleich zwei Kameras sind in der Front Row eingebaut. Neben der 8-Megapixel-Hauptkamera zudem noch eine 5-Megapixel-Frontkamera. Beide können Videos in Full HD (1920 x 1080px) bei 30 fps aufnehmen,
  • 32 GB Speicher und 2 GB RAM,
  • neben einem Stereo-Mikrofon haben die Anbieter auch noch einen 1-Watt-Monolautsprecher untergebracht,
  • die Front Row ist WLAN-fähig (802.11 b/g/n/ac). Sie lässt sich außerdem problemlos über Bluetooth 4.1 mit anderen Geräten koppeln. Sie verfügt über GPS und lässt sich via USB-Typ C wieder aufladen

Bildquelle, thx! (CC0 1.0 Public Domain)

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.