Fakeshop-Betreiber in Haft: Schadenshöhe 430.000 EUR

Fakeshop

So sah der Fakeshop natürlich nicht aus. Foto: Ann Porteus, thx! (CC BY 2.0)

Mit sogenannten Fakeshops hat sich ein Online-Betrüger mehr als 430.000 Euro verschafft. Im Raum Delmenhorst wurde der 27-Jährige bereits am Dienstag festgenommen. Er ist seit dem 08. März in Untersuchungshaft. Der Mann fiel den Ermittlern im Rahmen der Recherchen über die Hintergründe des illegalen Forums Crimenetwork (CNW) auf.

Der Verdächtige war auch im Underground-Economy-Forum Crimenetwork.biz aktiv, weswegen gleichermaßen das BKA aktiv an der Festnahme beteiligt war. Der Täter bot über Fakeshops im Internet unter anderem Smartphones und Spielkonsolen zu verdächtig niedrigen Preisen zum Verkauf an. Die Käufer, die ausschließlich in Vorkasse bezahlen konnten, haben die Ware selbstverständlich nie erhalten. Der Mann soll laut Polizeiangaben mindestens 200 Personen mit dem Online-Betrug geschädigt haben, die Schadenshöhe beläuft sich auf etwa 430.000 Euro. Die genaue Höhe des Schadens soll aber noch nicht abschließend feststehen.


Die Festnahme des Beschuldigten erfolgte aufgrund eines Ermittlungsverfahrens der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Rostock mit Unterstützung von Kräften des Spezialeinsatzkommandos des LKA M-V. Die Cybercrime-Ermittler wurden bei den anschließenden Durchsuchungen an drei verschiedenen Örtlichkeiten (Wohnort, Meldeanschrift und ehemaliger Firmensitz) durch Mitarbeiter der Polizeiinspektion Delmenhorst sowie Finanzermittler und IuK-Forensiker des LKA M-V unterstützt. Die Maßnahmen vor Ort wurden durch den zuständigen Staatsanwalt der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Cybercrime der Rostocker Staatsanwaltschaft begleitet.

Bei der Durchsuchung der privaten Wohnräume und eines Büros wurden Computer, Cannabis-Pflanzen, Bargeld in vierstelliger Höhe und weitere Betäubungsmittel festgestellt. Die Polizei stellte ebenfalls einen Pkw und weitere hochwertige Gegenstände sicher.

Mehr Informationen zum Thema Fakeshops und eine Liste der bekanntesten Abzocker im Internet ist beispielsweise bei Watchlist-Internet.at verfügbar. Sie sind zumeist recht leicht an den verdächtig niedrigen Preisen, dem fehlenden Impressum oder am Zwang, in Vorkasse bezahlen zu müssen, zu erkennen.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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5 Kommentare

  1. Adam Ries sagt:

    in der Originalmitteilung (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/108748/3582110)
    steht:

    …..DERZEIT sind hier über 200 Geschädigte bekannt, die BISHERIGE Schadenshöhe beläuft sich auf ca. 430.000,00 EUR….

    Scheint noch nicht alles gewesen zu sein….

  2. Blub sagt:

    Eventuell dachten sich ein paar Kunden, dass sie damit „Profit“ machen können.

    Im Text steht auch „Polizeiangaben mindestens 200 Personen“.
    Aber wie man die Polizei so kennt, übertreiben die gerne mal bei den Zahlen …

    Insbesondere im Kriminalbereich. Da wird z.b. der Verkaufswert (Drogen) „von der Straße“ genommen und nicht dem vom Deepweb.

    Oder die Polizisten haben bei der Staffelrechnung extra verrechnet?! :)

  3. Schmunzel sagt:

    430000 durch 200 ergeben bei mir verdächtig hohe Preise für eine Spielkonsole :-).
    Da wird er wohl noch einige Dumme mehr abgezockt haben.

    • Manuel sagt:

      Der Mann soll laut Polizeiangaben (!mindestens!) 200 Personen mit dem Online-Betrug geschädigt haben, die Schadenshöhe beläuft sich auf (!etwa!-> geschätzte) 430.000 Euro.

  4. Einstein sagt:

    Mal ganz langsam, zum mitschreiben.
    430.000€ geteilt durch 200 geschädigte macht 2.150€ durchschnittlich pro Opfer. Was haben die bestellt wenn man von Smartphones, Spielekonsolen und verdächtig niedrigen Preisen spricht? Fällt mir spontan nix ein ausser verdächtige bzw. falsche Angaben zur Schadenshöhe, Anzahl der Opfer oder reisserische Berichterstattung seitens der Behörden. Das Tarnkappe die Zahlen so bekommen hat bezweifel ich nichtmal. Aber irgendwas stimmt doch da nicht, Oder mein Rechenschieber ist kaputt.

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