Facebook verbietet Werbung für Datenschutzbuch von Max Schrems

Article by · 7. Juni 2014 ·

Max Schrems vs. Facebook
Die Betreiber von Facebook haben ein Werbe-Posting für das Buch „Kämpf um Deine Daten“ innerhalb ihres sozialen Netzwerks verboten. Max Schrems und der Verlag “edition a” hätten damit nach Angaben von Pressesprecherin Tina Kulow gegen das Markenrecht und die Geschäftsbedingungen des Internet-Portals verstoßen. Der Autor hat nun eine zweite, zensierte Fassung veröffentlicht.

Im Pinnwand-Eintrag, der das Buch von Max Schrems bewerben soll, ist nun nicht mehr von Facebook sondern vom Kampf gegen ein großes soziales Netzwerk die Rede – Barbra Streisand lässt grüßen. Statt die Werbung einzudämmen, hat man durch die Löschung des Pinnwandeintrages für noch mehr Aufmerksamkeit gesorgt.  Der Herausgeber des Verlags, Bernhard Salomon sieht darin einen besonders skurrilen Fall willkürlicher Zensur. Im kürzlich erschienen Buch geht es um Algorithmusdiktaturen, Monopole, Willkür und die Macht der IT-Industrie. Das Werbeverbot kommt für Schrems und den Verlag zum optimalen Zeitpunkt. Besser hätte man die Betreiberfirma des sozialen Netzwerks nicht öffentlich vorführen können.

Klage gegen Facebook: endgültige Entscheidung steht noch aus

In der Vergangenheit machte Schrems als Sprecher der Organisation europe-vs-facebook.org auf sich aufmerksam. Im August 2011 brachte er und weitere Wiener Jurastudenten 22 Anzeigen bei der irischen Datenschutzbehörde gegen Facebook ein. Das Verfahren um die 22 Anzeigen ist nach diversen Verhandlungen, Stellungnahmen und Gegendarstellungen weiterhin anhängig. Bisher haben die Aktivisten und Facebook lediglich den Entwurf einer Entscheidung der irischen Behörde erhalten. Den kompletten Verlauf der bisherigen außergerichtlichen Auseinandersetzung kann man hier nachvollziehen.

Sofern das EU-Recht gegen Facebook nicht vollends durchgesetzt wird, wollen Max Schrems & Co. gerichtlich dagegen vorgehen. Unter crowd4privacy.org werden vorab Spenden zur gerichtlichen Durchsetzung gesammelt. Bisher sind nach eigenen Angaben über 50.000 Euro eingegangen. Um die 300.000 Euro werden insgesamt benötigt.

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