Europol: Boris Pistorius setzt sich für mehr Ressourcen und Kompetenzen ein

Boris Pistorius fordert mehr Kompetenzen und Ressourcen für Europol. Diese verzeichneten gestern einen Erfolg bei der Operation Dark HunTOR.

Bildquelle: MaykovNikita

Nach dpa-Informationen spricht sich Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius aktuell sowohl für mehr Ressourcen, als auch für mehr Kompetenzen für Europol aus. Diese koordinierten neben Eurojust einen gestrigen Großeinsatz. In dessen Rahmen haben Polizeikräfte in acht Ländern 150 mutmaßliche Verdächtige festgenommen, allein 47 in Deutschland, die am Kauf oder Verkauf illegaler Waren im Darknet beteiligt waren.

Die Operation Dark HunTOR ist zurückzuführen auf die Schließung von DarkMarket am 11.01.2021, dem damals größten illegalen Darknet-Marketplace. Nach der Festnahme des mutmaßlichen Betreiber-Ehepaars aus dem australischen Queensland durch deutsche Behörden beschlagnahmte die Polizei die kriminelle Infrastruktur. Damit lieferten sie Ermittlern auf der ganzen Welt eine Fülle von Beweisen. Das Europäische Zentrum für Cyberkriminalität (EC3) stellte infolge gemeinsam mit Europol seither Informationspakete zur Feststellung der wichtigsten Ziele zusammen.

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Die durchgeführten Maßnahmen erfolgten gestern in Australien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Sichergestellt hat man bei Aktion mehr als 26,7 Millionen Euro (31 Millionen US-Dollar) in bar und virtuellen Währungen. Zudem beschlagnahmten die Beamten 234 kg Drogen und 45 Schusswaffen. Zu den sichergestellten Drogen gehörten insofern 152 kg Amphetamin, 27 kg Opioide und über 25.000 Ecstasy-Pillen. Zugleich haben italienische Behörden auch die Darknet-Marketplaces DeepSea und Berlusconi geschlossen. Dabei haben die Ermittler vier Administratoren festgenommen und Kryptowährungen im Wert von 3,6 Millionen Euro beschlagnahmt.

Boris Pistorius will mehr Ressourcen und Kompetenzen für Europol

Aufgrund der gestrigen Ereignisse und der entscheidenden Rolle Europols dabei, appellierte der SPD-Politiker Boris Pistorius, die europäische Polizeibehörde „mit deutlich mehr Ressourcen und Kompetenzen auszustatten“. Er weist auf Defizite in Europa diesbezüglich hin und auf die sich daraus ergebende Notwendigkeit, Europol mittelfristig mit Exekutivbefugnissen aufzustellen:

„Da haben wir großen Nachholbedarf in Europa. Kriminelle vernetzen sich immer mehr auf digitalen Plattformen und agieren immer digitaler. Ich fordere seit langem den Aufbau einer Art europäischen FBIs. Dieser Fall zeigt, wie wichtig länderübergreifende und internationale Arbeit der Strafverfolgungsbehörden ist. Wir lassen nicht zu, wenn Kriminelle die dunkelsten Ecken des Darknet nutzen wollen, um dort ihre illegalen Geschäfte abzuwickeln. Rechtsfreie Räume nehmen wir nicht hin, auch nicht in der digitalen Welt.“

Tarnkappe.info

Antonia Frank

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.