Erneut großer Ausfall bei Cloudflare

Cloudflare in trouble. Heute waren viele Webseiten aufgrund eines längeren Ausfalls nicht mehr erreichbar. Mehr als die Fehlermeldung 502 wurde dort den meisten Besuchern nicht angezeigt. Zudem war längere Zeit unklar, wie es zu dem großflächigen Ausfall gekommen ist.


Cloudflare: Ausfall betraf bis zu 16 Millionen Kunden

cloudflareDas Content Delivery Network (CDN) Cloudflare ist heute mindestens eine Stunde lang ausgefallen. Betroffen waren die Portale von bis zu 16 Millionen Kunden. Offline war unter anderem die Webseite vom Chat-Dienst Discord, die Dating-Seite OKCupid oder die Krypto-Newsseite CoinDesk. Dort wurde der Wert des Bitcoin aus Versehen mit nur 26 Dollar ausgewiesen. Nach eigenen Angaben erhielten die Analysten aufgrund des Ausfalls falsche Daten, die dann einige Anleger regelrecht in den Wahnsinn getrieben haben. Nach dem Bugfix teilte man den Lesern mit, jeder solle sich erstmal beruhigen. Der Preis war aufgrund des Ausfalls aus Versehen irreführend, weil viel zu niedrig. Ein Bitcoin ist momentan etwa 10.000 US-Dollar statt nur 26 Dollar wert. Kein Wunder also, wenn die Nerven einiger Investoren zwischenzeitlich blank gelegen haben.

DDoS-Attacke nicht ursächlich

DDoSZwischenzeitlich wurden heftige DDoS-Angriffe aus China als Ursache vermutet. Nach Informationen der BBC gab es dafür einen ganz anderen Grund. Ein fehlerhaftes Software-Update war schuld. Auf dem hauseigenen Blog schrieb ein leitender Techniker, entgegen der häufig geäußerten Spekulationen gab es keinen Angriff, der die Problematik verursacht hätte. Zunächst hieß es, man müsse eine vollständige Untersuchung durchführen, um die wahre Ursache ausfindig zu machen. Später berichtete CTO John Graham-Cumming, eine falsch konfigurierte Cloudflare Web Application Firewall habe die Problematik verursacht. Dadurch kam es zu einer einhundertprozentigen Auslastung der CPU. Aufgrund dessen wurde der Error 502 angezeigt. Im schlimmsten Fall soll der Datenstrom pro Webseite um 82 Prozent gesunken sein. Wegen der übermäßigen Auslastung der Hardware kamen kaum noch Surfer durch. Die meisten Seitenzugriffe wurden schlichtweg blockiert. Man wisse, dass derartige Ausfälle dramatisch für die Kunden seien und tue alles, um derartige Probleme künftig zu vermeiden. The Register berichtete, dass dies nicht der erste Ausfall in den letzten Tagen war. Letzte Woche gab es schon ganz ähnliche Probleme, die dem Unternehmen das zehnjährige Bestehen versalzen hat. Als Quelle wurde seinerzeit das Telekommunikationsnetz des Internetanbieters Verizon benannt. Bleibt abzuwarten, ob es wirklich daran lag…

Kunden gefrustet

cloudflare crimeflare

Bildquelle Cloudflare Watch

Viele Kunden haben bei Facebook, Twitter und anderswo ihrem Frust freien Lauf gelassen. „Schön, dass das halbe Internet wegen eines einzigen Dienstes ausfällt„, schrieb jemand. Dies zeige doch sehr eindrucksvoll, dass die Monopolstellung des Unternehmens starke Nachteile für alle Internet-Nutzer mit sich bringen könne. Sollte der bereits verschobene Börsengang erneut auf später geschoben werden, wären solche News Gift für die künftige Cloudflare-Aktie. Doch womöglich kommt es dazu gar nicht mehr. Möglicherweise waren die 150 Millionen US-Dollar der letzten Finanzierungsrunde schon genug, um alle Ziele des Unternehmens umzusetzen. Dann wäre ein Börsengang gar nicht mehr notwendig.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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