Edward Snowden: Will Russland ihn tatsächlich ausliefern?

Angeblich erwägt Russland die Auslieferung von NSA-Whistleblower Edward Snowden an die USA als "Geschenk" an US-Präsident Donald Trump.

Edward Snowden
Edward Snowden

Russland, so wird aus Geheimdienst-Kreisen berichtet, erwägt eine Auslieferung des NSA-Whistleblowers Edward Snowden. Angeblich will die russische Regierung sich damit bei US-Präsident Donald Trump beliebt machen. Snowden selbst begegnet den Spekulationen mit Gelassenheit.

Will Russland Edward Snowden ausliefern?

Die US-Geheimdienste haben angeblich herausgefunden, dass die russischen Behörden aktuell über eine Auslieferung des NSA-Whistleblowers Edward Snowden nachdenken. Snowden soll demnach eine Art „Geschenk“ an US-Präsident Donald Trump sein. Snowden hat Asyl beantragt. Trump ist Snowden gegenüber sehr kritisch eingestellt. Er hat den Whistleblower in der Vergangenheit als „Spion“ und „Verräter“ bezeichnet und sogar seine Hinrichtung gefordert.

Spekuliert wird über eine mögliche Auslieferung Snowdens an die USA schon, seit Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde. Nun aber gibt es ernsthafte Hinweise darauf, dass Russland diesen Schritt ernsthaft erwägt. Das zumindest berichtet der US-Fernsehsender NBC unter Berufung auf einen ranghohen US-Geheimdienst-Offiziellen. Demnach konnten US-Geheimdienste vertrauliche russische Dokumente abfangen, in denen eine Auslieferung Snowdens als eine von mehreren möglichen Vorgehensweisen erwogen wird, sich bei Trump beliebt zu machen. Eine weitere Quelle in Geheimdienst-Kreisen bestätigte NBC zufolge diese Aussage und fügte hinzu, die Dokumente seien nach Trumps Amtseinführung gesammelt worden.

Anwälte sind skeptisch

Snowdens Rechtsanwalt Ben Wizner weiß nach eigener Aussage nichts von entsprechenden Plänen. „Snowdens Team hat keine entsprechenden Signale bekommen und hat keine neuen Gründe zur Besorgnis,“ erklärte der zur Bürgerrechtsorganisation ACLU gehörende Jurist.

Auch Snowdens russischer Anwalt Anatoli Kutscherena begegnete den Berichten mit Skepsis. „Es gibt keine Gründe, Snowden an die USA auszuliefern,“ sagte er gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS, „Das ist eine Art von Spekulation, die aus sogenannten Dienstkreisen der USA kommt. Ich glaube, dass dieses Thema auf der Tagesordnung in den USA war und nach wie vor ist, aber es sind die amerikanischen Geheimdienste, die mit Hilfe dieser Story manipulieren, indem sie begrenzte Informationen platzieren. Es gibt nicht den geringsten Grund, dieses Thema in Russland auf die Agenda zu setzen oder anzusprechen.“

Der Whistleblower bleibt gelassen

Edward Snowden selbst sieht die Diskussionen, wie schon in den vergangenen Wochen, eher gelassen. Auf die Frage der Journalistin Katie Couric, ob es ihm nichts ausmachen würde, dass man ihn an die USA ausliefert, sagte er. „Nun, wem würde das nichts ausmachen? Das ist offensichtlich etwas, das mir etwas ausmachen würde. Es wäre offensichtlich etwas, das meine Freiheit und mein Leben gefährden würde,“ sagte er zwar.

Snowden hat nie dem russischen Geheimdienst zugearbeitet

Vor allem sieht Snowden die aktuellen Diskussionen aber als Beweis dafür, dass er nicht, wie von einigen Kritikern behauptet, im Dienst der russischen Regierung steht. „Endlich: Ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass ich niemals mit den russischen Geheimdiensten kooperiert habe. Kein Land verkauft Spione ins Ausland, da der Rest befürchten würde, sie könnten die nächsten sein,“ schrieb der Whistleblower auf Twitter. Im Interview mit Couric äußerte er sich ähnlich.

In einem früheren Interview hatte Snowden außerdem gesagt, er sehe dem Risiko einer Auslieferung mit Gelassenheit entgegen, da er sicher sei, das Richtige getan zu haben. Er macht den Eindruck, sich dessen nach wie vor sicher zu sein.

Tarnkappe.info