Duell in der Werbewirtschaft: Werbeblocker vs. Facebook

Facebook vs Werbeblocker - die nächste Runde. Adblock-Plus-Entwickler Eyeo fand eine Lösung gegen die Blockade, nun schlug Facebook zurück.

Werbeblocker vs. Facebook
Werbeblocker vs. Facebook Foto geralt, thx! (CC0 1.0 PD)

Werbeblocker vs. Facebook – die nächste Runde? Wie bereits am Dienstag (09.08.2016) angekündigt, zeigt Facebook seit einigen Tage auch Adblocker-Nutzern Werbung an. Ein ungleicher Kampf bahnt sich an, denn Adblock-Plus-Entwickler Eyeo fand eine Lösung dagegen, die jedoch nicht lange währte. Facebook schlug rasch zurück.

Werbeblocker vs. Facebook

Da Facebook die Nutzung seines Netzwerkes kostenlos jedermann zu Verfügung stellt, ist Werbung deren wichtigste Einnahmequelle. Allein im jüngsten Quartal nahm das Unternehmen 6,2 Mrd. Dollar (5,6 Mrd. Euro) mit Werbeumsätzen ein. Rund 84 Prozent dieser Einnahmen stammten aus Werbung, die auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets angezeigt wurden. Was auf den mobilen Apps von Facebook bereits wunderbar funktioniert, das soll nun also noch auf Desktop-PCs oder Notebooks ausgeweitet werden. Das Problem dabei: Viele User nutzen darauf Adblocker. So kann die Lösung nur heißen, will man seine Werbeeinnahmen auch künftig maximieren, die Wirkung dieser Adblocker auszuhebeln.


Auch Adblock-Plus-Entwickler Eyeo ist im Geldverdienen mit Werbung kein unbeschriebenes Blatt, nur ist deren Geschäftskonzept ein völlig anderes: Eyeo verlangt für das Anzeigen von sogenannten „Acceptable Ads“ Geld von den werbenden Unternehmen. Diese müssen bis zu 30 Prozent ihrer Werbeumsätze abgeben, damit die Werbung trotz Adblocker angezeigt wird. Kritiker bezeichnen dies als „moderne Wegelagerei“, Eyeo musste vor Gericht deswegen kürzlich eine Niederlage einstecken.

Facebook betritt den „dunklen Pfad gegen die Selbstbestimmung des Nutzers“

Facebook zählt also offenbar nicht zu Eyeos zahlenden „Kunden“ und so kritisiert Eyeo-Manager Ben Williams nun das Vorgehen Facebooks mit den Worten, das soziale Netzwerk begebe sich auf den „dunklen Pfad gegen die Selbstbestimmung des Nutzers“. Mit einem Update versuchten sie bereits am Donnerstag (11.08.2016) diese Maßnahmen von Facebook rückgängig zu machen. „Wir haben versprochen, dass die Open-Source-Community sehr schnell einen Weg finden wird und ehrlich gesagt hat sie unsere Erwartungen übertroffen.“, so äußerte sich Williams. Allerdings meinte er auch: „Es ist sehr gut möglich, dass Facebook Software-Code schreiben wird, der den Filter unbrauchbar macht – und dies kann jederzeit passieren.“

Facebooks Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, sie kündigten binnen weniger Stunden Gegenmaßnahmen an, die die Filter von Adblock Plus unbrauchbar machten. Hier zeigt sich auch der ungleiche Kampf: Während Eyeo zwei Tage benötigte, um die Anti-Adblocker-Mechanismen auszuhebeln, fand Facebook sogar binnen weniger Stunden einen Weg, die Aktion unwirksam zu machen. Ein Sprecher von Facebook beschwerte sich in einem Statement darüber, dass die erste neue Filterregel der „Easylist“ nicht nur Werbung, sondern auch normale Postings aus der Facebook-Timeline entfernt habe. Das sei der Grund, weshalb man sich des Problems annehmen wolle. Das Problem mit dem Werbeblocker ist noch nicht ganz gebannt.

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.