Drogenhändler-Netzwerk mittels EncroChat-Auswertung ausgehoben

Die Entschlüsselung des EncroChat-Netzwerkes brachte Ermittler auf die Spur eines international agierenden Drogenhändler-Rings.

Drogenhändler
Bildquelle: stevanovicigor

Wie Eurojust in einer heutigen Pressemitteilung informierte, haben die französischen und niederländischen Behörden unter Beteiligung von Eurojust und Europol ein internationales Drogenhändler-Netzwerk zerschlagen. Im Rahmen eines Aktionstages am 26. Mai durchsuchte die niederländische Polizei in den frühen Morgenstunden mehrere Orte in den Niederlanden. Dabei haben die Behörden ein Drogenlabor im industriellen Maßstab demontiert und mehrere Vermögenswerte beschlagnahmt. Eine Person wurde auf Antrag Frankreichs aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen.

Die Verdächtigen konnten mit Unterstützung der Operation EMMA 95/LEMONT 26, der von Frankreich und den Niederlanden geführten Ermittlungen gegen das EncroChat-Netzwerk, identifiziert werden. Dem aktuellen Aktionstag vom 26. Mai ging bereits ein Einsatz vom 31. März gegen dieselbe Gruppe der organisierten Kriminalität voraus.

Dabei war die französische Gendarmerie mit 450 Beamten im Einsatz. Es gelang damals, acht Verdächtige festzunehmen, sowie sowohl Kokain im Wert von 5 Millionen Euro, als auch Cannabisharz im Wert von 3 Millionen Euro und 3,4 Millionen Euro in bar sicherzustellen. Es war infolge möglich, das Kokain zu einem illegalen Labor zurückzuverfolgen, das Polizeieinsatzkräfte diese Woche zum Aktionstag in den Niederlanden mit ins Visier nahmen.

Encrochat-Daten-Auswertung

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An der Maßnahme waren achtzig niederländische Polizeibeamte, darunter SWAT-Teams und Spezialhunde, beteiligt. Diese durchsuchten vier Garagen und eine Reihe von Häusern in Rotterdam und Den Haag. Hierbei fanden die Beamten ein Labor für die Zubereitung und Verpackung von Kokain vor. Dieses war für den Drogen-Vertrieb in ganz Europa bestimmt und dementsprechend ausgerüstet. In einem geheimen Hinterzimmer, das hinter einer Doppelwand zum Vorschein kam, fanden die Ermittler Kokain und andere Drogen sowie eine Handfeuerwaffe. Zudem stellten sie Material, das für die Zubereitung, das Mischen und das Verpacken von Kokain in großen Mengen benötigt wird, sicher.

Speziell umgerüstete Autos, die sich vor Ort mit versteckten Fächern insofern situationsbedingt anpassen ließen, sorgten für den verdeckten Drogen-Abtransport. Die Ermittler konfiszierten dabei sieben solcher Fahrzeuge. Gleichfalls beschlagnahmten sie ein weiteres Fahrzeug im Wert von 110.000 Euro. An den verschiedenen Durchsuchungsorten fand sich Bargeld im Wert von 42.000 Euro, das man ebenso einzog. Einen Drogenhändler des Netzwerks hat man aufgrund eines von Eurojust vermittelten Europäischen Haftbefehls in Rotterdam verhaftet.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.