Doom läuft auf Digitalkamera Kodak DC20 von 1996

Ein Egoshooter auf einer Kodak DC20? Ja, das geht. Die offizielle Webseite für das MAME und MESS Projekt (MAMED!) für Digitalkameras hat einen weiteren Port für das Spiel Doom veröffentlicht, der kürzlich entdeckt wurde. Man kann tatsächlich den populären Spieletitel von ID Software auf einer Digitalkamera von 1996 zocken.

Eigentlich sollte uns das nicht verwundern. Es gab schon Umsetzungen dieses Egoshooters auf diversen Druckern, Taschenrechnern, den verschiedensten Retro-Computern oder Spielkonsolen. Das Game läuft sogar auf manchen Geldautomaten, die mit Windows betrieben werden (siehe unteres Video). 2014 wurde das Spiel schon einmal für den Multifunktionsdrucker Canon Pixma umgesetzt. Zwei Jahre später gelang es, den Egoshooter Wolfenstein 3D auf einem Gameboy Color laufen zu lassen.


Port für Kodak DC20 verfügbar, Webseite offline!

Die eigentliche Webseite unter der Adresse digita.mame.net ist gar nicht mehr online. Trotzdem kann man noch immer den Port über die Wayback Machine (Internet Archive) beziehen. Verfügbar sind dort auch Doom Ports für die Kodak DC260, DC265 und DC290 mit dem 823 Prozessor. Doch es gibt auch Umsetzungen für die HP 618 und 912 Photosmart und last, but not least Pentax EI-200 und EI-2000 mit dem Coldfire Prozessor. Die Umsetzung funktioniert offenbar recht gut, wie das unten stehende Video zeigt. Die 3D-Grafik wurde auf der Kodak DC20 ohne erkennbare Einbußen integriert, der Spielablauf ist durchaus flüssig. Lediglich die Steuerung wirkt hakelig, weil man dafür die eher ungünstig platzierten Bedienelemente der Kamera nutzen muss. Aber gut, das ist halt keine tragbare Spielkonsole mit Linse, sondern eine digitale Spiegelreflexkamera inklusive einem Prozessor.

MAMED

In der Vergangenheit gab es aber schon mehrere vergleichbare Projekte, wie beispielsweise die DoomBOX für die Kodak DC290. Wer sich im Netz ein wenig umschaut, dürfte für seine Digitalkamera wahrscheinlich auch recht bald fündig werden.


Video: Doom Port auf der Kodak DC20, die 1996 erstmals verkauft wurde.


Doom auf einem Geldautomaten, Canon Drucker, iPod Classic, Oszilloskop etc.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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