Der Digitalkünstler Dries Depoorter präsentiert belgische Parlamentarier in „Die flämischen Bildschirmschubser“

Dries Depoorter präsentiert "Die flämischen Bildschirmschubser". Ein Blick auf das Smartphone und schon wird man beim Chef verpetzt.

Bildquelle: ramana16

Dries Depoorter hat am Anfang dieser Woche sein Kunstprojekt „The Flemish Scrollers“ vorgestellt, welches Politikern einmal vor Augen führt, wie Überwachung Menschen in Zukunft bloßstellen könnte. Auch wenn Sie nur aufzeigt, wie leicht Menschen sich während der Arbeit von Ihrem Smartphone ablenken lassen. Bereits im Oktober 2019 wurde der flämischen Ministerpräsident von Kameras dabei erwischt während einer Debatte Angry Birds zu spielen.

The Flemish Scrollers verwendet Python und maschinelles Lernen, YouTube, Instagram und Twitter

Jede Zusammenkunft im Flämische Parlament wird live auf YouTube gestreamt. Depoorter nutzt diese Aufzeichnungen für sein Kunstprojekt „The Flemish Scrollers“. Über ein Python Script und maschinellem Lernen erkennt er, welcher Parlamentarier während einer Sitzung ihr Smartphone verwendet. Und das nur, um anschließend genau diesen Vorfall auf Instagram und Twitter zu veröffentlichen. Dabei wird nicht nur ein kurzes Video erstellt, sondern auch der betroffene Politiker gleich markiert. Damit erhält er umgehend eine Nachricht über diesen „Vorfall“ auf sein Handy. Und seine Arbeitgeber, nämlich jeder Steuerzahler, weiß damit auch umgehend Bescheid.

Ob die Politiker dabei wirklich privaten Dingen nachgehen, ist nicht sichergestellt. Auch sind Smartphones genau darauf optimiert, sie SOLLEN ablenken. Und ob automatisierte Überwachung und umgehende Bloßstellung das Mittel der Wahl sein sollte, ist fraglich. Aber genau dazu soll Kunst animieren: Zum Nachdenken!

Depoorters Projekt „Die With Me“ ging 2018 durch die Medien

Unter dem Name „Die With Me“ präsentierte Dries Depoorter mit David Suprenant 2018 eine Smartphone-Chat-App, die sich ausschließlich nutzen lässt, wenn das Smartphone nur noch weniger als 5% Akku hat. Viele Medien berichteten über seine interessante Idee.

Mit „Jaywalking“ gibt es ein weiteres Projekt, welches einem selbst zum Denken anregen könnte, wenn man es mal wieder eilig hat: An Depoorters Überwachungsstation haben Besucher seit 2015 die Möglichkeit, live ungeschützte Videostreams von Ampelkreuzungen zu beobachten. Anschließend können sie Rotlichtverstöße von Fußgängern per Knopfdruck umgehend an die zuständige Polizeibehörde melden.

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Leider ist „Tinder Me Cards“ von 2016 nicht mehr Online: Eine Webseite, mit der man Visitenkarten mit seinem Tinderprofil erstellen konnte. Das wäre vielleicht etwas für meinen besten Kumpel Roman gewesen ;). So, das war es auch schon wieder mit unseren Lesetipps für euch. Ohh Sorry, doch nicht und nein, Sunny bin ich auch nicht, aber lesen könntet ihr sie trotzdem :D.

Tarnkappe.info

honeybee

honeybee schreibt seit Ende 2020 für die Tarnkappe. Der Einstieg war ein Reverse Engineering Artikel über die Toniebox. Die Biene liebt es, Technik aller Art in ihre Bestandteile zu zerlegen. Schraubendreher und Lötkolben liegen immer in Reichweite. Themen wie Softwareentwicklung, Reverse Engineering, IT-Security und Hacking sind heiß geliebt.