Cyber-Attacke: 23 deutsche Universitäten betroffen

Article by · 22. April 2018 ·

Iranische Hacker haben im Rahmen einer weltweiten Cyber-Attacke auf Universitäten und Unternehmen offenbar auch 23 Hochschulen in Deutschland angegriffen. Betroffen ist demnach auch die Göttinger Georg August Universität.

Die Hacker sollen unter anderem unveröffentlichte Forschungsergebnisse, Dissertationen und Konferenzberichte kopiert haben. Mitarbeiter der Göttinger Uni hatten E-Mails erhalten, in denen zum Beispiel um eine wissenschaftliche Zusammenarbeit gebeten wurde. Klickte der Empfänger einen Link an, wurde er auf eine echt aussehende Seite mit dem Logo der Universität geleitet. Dort wurden sie aufgefordert, ihre Login-Daten erneut einzugeben. Die Angreifer erbeuteten auf diese Weise Nutzernamen und Passwörter von 34 Uni-Mitarbeitern. Die Generalbundesanwaltschaft von Deutschland hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf geheimdienstliche Agententätigkeit eingeleitet. Ein Institut namens Mabna in Teheran soll hinter der Operation stecken. Dieses Institut gilt als Tarnfirma der Revolutionsgarden, einer paramilitärischen Organisation des Regimes.In den USA geht man davon aus, dass sich die Verdächtigen im Iran aufhalten.

IT-Spezialist und Ex-FBI-Mitarbeiter Crane Hassold sagt:

„Sie haben nicht aufgehört, die Attacke läuft weiter.“

Eine Spur in Deutschland lief offenbar ins Leere. Bei einer Hausdurchsuchung eines iranischen Staatsbürgers in Wuppertal trafen die Ermittler einen Mann an. Der konnte glaubhaft machen, dass er mit der vorgeworfenenCyber-Attacke nichts zu tun hatte. Möglicherweise haben die Täter eine falsche Spur zu dem Mann gelegt.

Welche Universitäten außer der in Göttingen noch betroffen sind, ist derzeit noch nicht bekannt. Erst in März 2018 klagte das US-Justizministerium neun iranische Staatsbürger an. Die Anklage lautete Hackerangriffe auf mehr als 300 Universitäten weltweit verübt und dabei etliche Daten gestohlen zu haben. Die Angriffe sollen im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erfolgt sein. Neben 144 Universitäten in den USA waren den Angaben zufolge 176 Hochschulen in zahlreichen anderen Ländern betroffen, darunter auch in Deutschland.

Sie sollen in unterschiedlichen Funktionen für eine Organisation mit dem Namen Mabna Institut tätig gewesen sein. Dieses Institut habe Hacker und anderes Personal beschäftigt, um mit digital geführten Angriffen akademische Daten, E-Mails und andere Informationen zu stehlen, erklärten Vertreter des Justizministeriums bei einer Pressekonferenz. Das Institut habe sowohl mit der iranischen Regierung als auch privaten Unternehmen Verträge gehabt, um Hackerangriffe auszuüben. Bei den Attacken auf die Universitäten seien die Konten von etwa 8.000 Professoren gehackt worden, hieß es weiter. Die Aktion begann nach Angaben des Ministeriums voraussichtlich im Jahr 2013 und dauerte bis mindestens in den Dezember 2017 an. Die Angeklagten hätten dabei mindestens 31,5 Terabyte an Daten kopiert. Diese Datensätze seien von den Revolutionsgarden benutzt oder im Iran verkauft worden.

Zeitgleich zur Anklage verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen das Mabna Institut und die neun Beschuldigten. Das Justizministerium geht aber davon aus, dass sie sich im Iran aufhalten. Damit werden etwaige Vermögen in den USA eingefroren. US-Bürgern und Unternehmen ist es künftig verboten, mit den Betroffenen Geschäfte zu machen.

 

Quelle Beitragsbild: Board Teaching, thx! (CC0 1.0)

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1 Comment

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    Noname


    „Möglicherweise haben die Täter eine falsche Spur zu dem Mann gelegt.“ Joaa..möglichweise dachten die sich auch einfach „der Iraner muss was damit zu tun haben“


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