Chainalysis-Bericht: Kryptoverbrechen auf Allzeithoch

Die Blockchain-Analysefirma Chainalysis gab in einem aktuellen Bericht bekannt, dass die Kryptoverbrechen auf einem Allzeithoch sind.

Verbrechen, die im Zusammenhang mit Kryptowährungen stehen, haben sich im vergangenen Jahr um 80% im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Dies geht aus einem Bericht der Blockchain-Analysefirma Chainalysis hervor, der heute veröffentlicht wurde. Demnach erhielten Wallet-Adressen, die im eindeutigen Verhältnis zu illegalen Tätigkeiten stehen, ca. 14 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr 2020 betrug dieser Wert noch 7,8 Milliarden US-Dollar.

Unrechtmäßige Wallet-Adressen halten zurzeit mindestens 10 Milliarden US-Dollar, wobei der Großteil des Geldes mit Kryptodiebstählen im Zusammenhang steht. Allerdings ist der Anteil am kompletten Kryptomarkt sehr gering mit nur 0,15 Prozentpunkten. Das gesamte Transaktionsvolumen stieg auf 15,8 Billiarden US-Dollar. Dies ist eine Erhöhung um mehr als das fünffache im Vergleich zu 2020 laut Chainalysis. Sie fügten allerdings hinzu, dass sich der Anteil der rechtswidrigen Geldmittel noch erhöhen könnte, da die Ermittlung unrechtmäßiger Wallet-Adressen ein laufender Prozess sei.

In ihrem letzten Bericht über Kryptoverbrechen konnten Chainalysis noch 0,34 % der Kryptotransaktionen mit illegalen Aktivitäten in Verbindung bringen. Diese haben sich nun auf 0,62 % erhöht für 2021.

Der kriminelle Missbrauch von Kryptowährungen stellt enorme Hindernisse für die weitere Einführung dar, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Beschränkungen durch Regierungen und schikaniert unschuldige Menschen auf der ganzen Welt.

Chainalysis

Steigendes Diebstahlsvolumen auch auf DeFi-Plattformen laut Chainalysis

Alles in allem jedoch zeigt der Bericht, dass mit Ausnahme des Jahres 2019, kriminelle Aktivitäten nur einen sehr kleinen Teil der Kryptowelt ausmachen. Des Weiteren zeigte sich, dass der Aufstieg des dezentralisierten Finanzmarktes (DeFi) ein großer Faktor in der Erhöhung der gestohlenen Kryptowährungen war. 2020 konnten etwa 162 Millionen US-Dollar Diebstählen von DeFi-Plattformen zugeordnet werden. Dies betrug 31 % des Gesamtwertes gestohlener Kryptodevisen und stieg im Vergleich zu 2019 um mehr als das dreifache. 2021 erhöhte sich diese Zahl weiter um mehr als 1330 % auf 2,3 Milliarden US-Dollar, so der Chainalysis-Bericht.

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Kryptoplattform ARBIX war ein rugpull

Zuletzt zeigte sich, dass die Kryptoplattform ARBIX ein sogenannter rugpull war. Dies bezeichnet das Erschaffen von pseudoanonymen Kryptoplattformen oder -währungen mit dem Ziel, Investoren für einen legitimen Dienst anzulocken und mit den eingelagerten Coins und/oder NFT zu verschwinden. Die Scammer hinter ARBIX minteten 10 Millionen ARBIX an Wallet-Adressen, die mit den Eigentümern in Verbindung stehen, und verkauften sie anschließend für Ethereum. Des Weiteren übertrugen die Scammer 10 Millionen US-Dollar von Benutzern an „unverifizierte Pools“, welche sie ebenfalls in Ethereum konvertierten. Danach transferierten sie die Coins an Tornado.cash, welches ein Kryptomixer ist, um die weitere Nutzung von zumeist rechtswidrig erlangten Kryptowährungen zu verschleiern. Zwar werden die Devisen weiter verfolgt, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie zurückerlangt werden können.

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