Bitcoin-Mining: Polnische Polizei entdeckt illegales Schürfen in eigenem Hauptquartier

Die polnische Polizei deckte einen Fall von illegalem Bitcoin-Mining auf. Dieser spielte sich direkt im eigenen Warschauer Hauptquartier ab.

Bitcoin-Mining
Bildquelle: Violka08

Die polnische Polizei hat eine illegale Bitcoin-Mining-Operation in ihrem eigenen Hauptquartier in Warschau aufgedeckt. Ein ziviler Angestellter habe Strom für den Vorgang abgezweigt, teilte Polizeisprecher Mariusz Ciarka dem Fernsehsender TVN24 mit.

IT-Spezialist betrieb im Warschauer Polizei-Hauptquartier illegales Bitcoin-Mining

Polizisten deckten in dem Fall das illegale Mining-Geschäft auf. Der Miner entpuppte sich als ziviler IT-Spezialist, der die Polizei-Firmenrechner für Bitcoin-Mining missbrauchte. Dafür hat er sie mit speziellen Grafikkarten ausgestattet. Dem Fernsehsender zufolge hat man den betreffenden Angestellten sofort entlassen. Die Staatsanwaltschaft hat zudem Ermittlungen gegen ihn aufgenommen. Auch eine weitere, in den Vorfall involvierte Person, steht wegen des Vorfalls vor der Kündigung.

In einer Erklärung für TVN24 betonte die Polizei, dass durch das Kryptowährungs-Mining keine sensiblen Daten veröffentlicht wurden.

„Die Stützpunkte sind sicher. Wir haben keine Verbindung über das interne Netz, also das polizeiliche Datenübertragungsnetz, gefunden.“

Polizeisprecher Mariusz Ciarka bringt gegenüber dem Fernsehsender TN24 sein Bedauern über den Vorfall zum Ausdruck. „Leider hat sich das in den Räumen der Polizei abgespielt“. Das Vorgehen des Mannes hätte man jedoch „ziemlich schnell“ aufgedeckt.

Bitcoin-Mining verbraucht viel Strom und ist entsprechend teuer. Darum versuchen zahlreiche Miner die Stromkosten völlig zu sparen. Erst kürzlich hat der ukrainische Staatssicherheitsdienst (SBU) illegale Krypto-Mining-Aktivitäten in Winnyzja, einer Stadt in der Ukraine, wegen des hohen Stromverbrauchs aufgedeckt. Der SBU hat dabei eine riesige Krypto-Mining-Farm wegen groß angelegtem Stromdiebstahl geschlossen.

krypto-miningOffenbar verwendete diese u.a. PlayStation 4-Spielekonsolen für das Mining. Die Betreiber machte man für regionale Stromausfälle verantwortlich. Die Miningfarm in der Ukraine verursachte dem Staat nach vorläufigen Schätzungen immerhin monatliche Verluste in Höhe von etwa fünf bis sieben Millionen Griwna (umgerechnet 183.200 bis 256.400 US-Dollar). Die Betreiber manipulierten die Stromzähler, um ihre rechtswidrigen Handlungen zu verbergen.


In einem weiteren Fall beschlagnahmte die Polizei der malaysischen Stadt Miri 1.069 Bitcoin-Mining-Rigs. Acht Personen wurden im Zuge der Aktion festgenommen. Auch ihnen wurde zu Last gelegt, Stromdiebstahl in großem Maße begangen zu haben. Hier soll der regionale Stromanbieter Sarawak Energy (SEB) durch den Stromdiebstahl für die Bitcoin-Mining-Aktivitäten finanzielle Schäden in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro erlitten haben.

Tarnkappe.info

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.