Back in black – HD Vinyl kommt zurück

Article by · 15. April 2018 ·

Mit der HD Vinyl kommt die Schallplatte zurück. Dann klappt es auch mit dem erfolgreichsten Anmachspruch der späten Sechziger, Siebziger und Achtziger Jahre: „Möchtest du meine Plattensammlung sehen“? Und wie soll man heute ein Mädchen in seine Bude locken? Im Zeitalter von Spotify und Apple Music hat der Besitz von Musik an Glanz verloren. Heute hat jeder auf dem Smartphone Zugriff auf mehr als 40 Millionen Songs.


Trotz aller Digitalisierung verzeichnet die Schallplatte seit Jahren konstante Zuwachsraten. 2017 wurden allein in Deutschland 3,3 Millionen Vinyl-Platten verkauft, der Umsatz lag bei 74 Millionen Euro. So viele Platten wurden seit den Neunzigern nicht mehr verkauft. In Gegensatz zur Schallplatte, fällt der CD-Umsatz in den Keller.

2019 kommt die HD Vinyl auf den Markt.

Das Tullner Start-up Rebeat Innovation konnte sich für sein High Definition Vinyl-Verfahren mit einer Finanzspritze von 3,88 Millionen Euro, von der österreichischen Investmentgesellschaft GW Invest, unter Beteiligung der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) sichern.
Spieldauer und Frequenzumfang von diesen Schallplatten sollen erhöht und Produktionskosten gesenkt werden. Ein weiterer Vorteil: Die neuen HD-Schallplatten sollen auch mit alten Abspielgeräten kompatibel sein, verspricht der Rebeat-Chef., ohne dass dabei die Wiedergabetreue beeinträchtigt wird. Für die maximale Soundqualität wird man sich aber wohl einen speziellen HD-Plattenspieler anschaffen müssen.

Die neuen, verbesserten Platten decken einen größeren Frequenzbereich ab, außerdem passen bis zu 30 Prozent mehr Ton-Informationen auf die Platte. Ein wesentlicher Anteil der Begrenzung lag bisher auch daran, dass insbesondere zur Mitte hin die Klangqualität schlechter wurde. Mit dem besseren Verfahren kann man hier für einen Ausgleich sorgen. Bei dem neuen Fertigungsprozess wird mit digitalem Ausgangs-Material gearbeitet. Eine Software erstellt aus diesem erst einmal ein dreidimensionales Modell des Negativs, das dann mit einem Laserverfahren auf die eigentliche Press-Matrize übertragen wird. Das ist nicht nur genauer, sondern geht auch deutlich schneller als das herkömmliche Herstellungsverfahren mit Schneidemaschinen aus den 60ern, die mechanisch die Toninformationen in die Matrize kratzen. Dadurch sollen Schallplatten entstehen, die präzisere Klanginformationen enthalten und weniger Verluste verursachen. Da weniger Chemikalien zum Einsatz kommen und die Pressmatrizen länger verwendet werden können, wird durch die neue Technik die Umwelt geschont. Immerhin müssen hier nicht mit mehreren Arbeitsschritten erst weiche Modelle erzeugt und dann kräftig gehärtet werden.

Rebeat verspricht eine bessere Klangqualität, einen höher reichenden Frequenzgang (bis zu 100 kHz), bis zu 40 Prozent mehr Spielzeit und 30 Prozent mehr Amplitude als bei aktuellen Schallplatten.

Soll ich dir mal meine Plattensammlung zeigen?“ Dann klappt es auch wieder mit der Nachbarin.

 

Quelle Beitragsbild, thx! (CC0 1.0)

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5 Comments

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    dört


    Einer der Vorteile von Vinyl gegenüber CD ist, dass man den Sound nicht beliebig komprimieren kann, ohne die Platte physikalisch unspielbar zu machen. „30% mehr Amplitude“ bei HD-Vinyl heißt im Wesentlichen, dass sie die gleichen kaputtkomprimierten Master wie für die CD benutzen können.

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    the man


    Vielleicht einfach mal „Abtastfrequenz“ in die Suchmaschine eingeben? Dann sollte jedem erhellend klar werden, warum auch 192khz sein können.

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    Anonymous


    Ich dachte immer der Mensch hört nur von 20Hz bis 20KHz. Wozu 100KHz?

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    Name


    Nice, klingt gut!

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    bert


    omg, die „audiophilen“ kriegen wieder einen grund mehr, ihr geld aus dem fenster rauszuschmeissen. „100khz“ (nicht mal Hunde nehmen das wahr) „30 % mehr Toninformation“ (was soll das bitte bedeuten?)…Schwachsinn, aber hey, jeder wie er mag.


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