Asylbewerber: Software soll Dialekt untersuchen und Herkunft bestimmen

Article by · 20. März 2017 ·

Oftmals ist die Herkunft von Asylsuchenden nicht leicht festzustellen, werden sie doch häufig ohne Papiere bei den Behörden vorstellig. Laut Informationen der Tageszeitung „Welt“ hätten etwa 60 Prozent der seit 2015 angekommenen Asylbewerber keine gültigen Ausweispapiere vorgelegt. Nun setzt die Bundesregierung verstärkt auf Technik: Computer sollen die Sprechweise von Asylsuchenden analysieren und so ihre Herkunft bestimmen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wird bereits innerhalb der kommenden zwei Wochen mit den Tests einer Software zur Dialekterkennung beginnen. Das System soll auf Technik zur Sprecherauthentifizierung basieren und so speziell auf Dialekte zugeschnitten werden, was die Zuordnung der Flüchtlinge auf ihr Herkunftsgebiet erleichtern soll. Julian Detzel, BamF-Referent im Bereich Grundsatzstrategie Digitalisierung und IT-Programm-Management, sagte der „Welt“: „Die Idee ist, von Asylantragstellern eine separate Sprachprobe aufzunehmen und einer automatischen Dialektanalyse zu unterziehen“. Mit einem routinemäßigen Einsatz des Systems sei jedoch nicht vor 2018 zu rechnen.

Bei der Sprecherauthentifizierung lernt eine Software mithilfe von Trainingsdaten verschiedene Sprecher zu unterscheiden. So soll die Software dem BAMF als weiterer „Indikator“ für die Einschätzung der Asylanträge dienen. Dirk Hovy, deutscher Computerlinguist an der Universität von Kopenhagen, äußerte jedoch Bedenken. Er sagte der „Welt“: „Einen perfekten Datensatz zu erstellen, ist praktisch unmöglich“ – schon weil sich Sprache dauernd ändere. Wenn man aber über eine breite Datenbasis verfüge, könne man zumindest eine verwendbare Annäherung schaffen. Das sei jedoch sehr aufwändig. So müssten die Trainingsdaten, aus denen die Software die Dialekte lernt, möglichst repräsentativ die Gruppe der zu untersuchenden Asylbewerber abbilden, was etwa das Alter oder die echte Herkunft angeht.

Um die Identität von Asylbewerbern noch genauer festzustellen, führen weitere Überlegungen dazu, ob das Bamf die Handys der Flüchtlinge auslesen darf. Ein dafür entworfenes „Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht“ soll die rechtliche Grundlage dafür schaffen. Doch schon jetzt können die Ausländerbehörden der Bundesländer Personen dazu zwingen, ihnen Mobiltelefone, USB-Sticks, Tablets oder Laptops auszuhändigen, um diese für die Feststellung der Identität zu nutzen entsprechend der Regelung im Aufenthaltsgesetz unter § 48 Abs. 3, das die Mitwirkungspflichten bei der Beschaffung eines gültigen Identitätspapiers festlegt. Für Kritiker ist das unverhältnismäßig und es wäre zu bezweifeln, ob dass das Vorhaben mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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5 Comments

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    Birgit

    Wir sind ein Rechtsstaat für Verbrecher und Asylbetrüger. Es kommen Verbrecher und Dauer Arbeitslose.
    Wenn ich als Deutscher der 30 Jahre gearbeitet hat Geld vom Staat will muss ich einen Ausweis und Papiere vorzeigen. Gilt das Recht nicht für alle ? Ich sehe dumme fette Deutsche Frauen die einen kleinen schwarzen Neben sich haben einen Kinderwagen vor sich her schieben und wieder Hochschwanger sind beide Leben ewig vom Staat und Er hat eine Bleiberecht weil Er die dumme fette Kuh geheiratete hat.

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      Ich bin froh in einem Rechtsstaat zu leben. Der gilt natürlich auch für Kriminelle. Du nicht? Menschen mit einem weniger hohen IQ gibt es überall, antriebsschwache oder übergewichtige Menschen auch. Sorry, ich finde Deinen Kommentar einfach daneben.

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    Sir

    Thema ist schon sehr interessant! Politisch ist diese Lösung völlig sinnlos!

    1.) Grenzen sichern und für alle erst mal Auffanglager und Asylanträge prüfen. Hier kann dann das
    Dialektgerät eingesetzt werden.

    2.) Illegal eingereiste solange im Extra-Auffanglager behalten, bis sie glaubhaft ihr Heimatland preisgeben!
    Das nennt sich in Deutschland Beugehaft! Hier kann dann das Dialektgerät verstärkt eingesetzt werden.

    Das extra Auffanglager Ist sowas Ähnliches, wie als wenn anständige Bürger keine GEZ (falls ein Eierkopp mich belehren will, dass es ja keine GEZ mehr gibt, der bekommt eine geklatscht) mehr zahlen. Dann kommen sie in den Knast bis sie zahlen. Den Beugehaftschergen isz es dann auch egal, ob Mütter mit Kindern von der Beugehaft betroffen sind – alle in den Knast! Müsste doch dann auch für die illegal eingereisten Männerhorden möglich sein.

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    Alois

    „Für Kritiker ist das unverhältnismäßig und es wäre zu bezweifeln, ob dass das Vorhaben mit dem Grundgesetz vereinbar ist.“

    Dann muss das Grundgesetz eben angepasst werden!

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      Sachse03

      Sie meinen wohl „abgeschafft“…


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