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Bildquelle: Markus Spiske, thx!

HolmeZ – Betreiber stellt Usenet-Reader ein

HolmeZ ist eine Android-App, ein Usenet-Reader als auch eine Seite, über die man Filme streamen konnte. Doch damit ist es jetzt vorbei.

Das war’s für HolmeZ. Wer die Webseite des Projekts unter holmez.com besucht, erhält nur noch die Fehlermeldung „Sorry, we closed Farewell!“

Tensai entdeckte die vielen übertragenen Daten

Betreiber von Momentum, HolmeZ als auch von NewZBee ist die HolmeZ SoftSolutions Pte. Ltd. mit offiziellem Sitz in Singapur. Letztes Jahr fiel dem Tech Admin des Forums Fileleechers auf, dass Momentum ungewollt jede Menge Nutzer-Daten des Usenet-Clients an die Server des Unternehmens übertragen hat. Tensai informierte die Leitung der anderen Foren. Daraufhin erteilte man den Nutzern aller deutschsprachigen Usenet Boards ein Verbot, weiterhin die Software dieses Herstellers zu benutzen. Wer es doch tat, musste mit der sofortigen Löschung seines Accounts rechnen.

Einsatz von HolmeZ verboten

Das Update des Clients, der anschließend weniger Daten preisgegeben haben soll, änderte daran auch nichts mehr. Auch die offizielle Erklärung, die Kommunikation von HolmeZ habe ausschließlich internen Zwecken gedient, konnte niemanden mehr vom Gegenteil überzeugen. Die deutsche Usenet-Szene hatte damit offenbar genau die Lücke gefunden, über die ihre Uploads an kommerzielle Usenet-Anbieter gelangt waren.

Seit dem Verbot der Programme als auch der Tatsache, dass die meisten Usenet-Foren keine neuen User erlauben, ging der Diebstahl der eigenen Usenet-Uploads stark zurück. Seitdem sind die Archive weitaus länger online, weil sie niemand mehr abused. Die Admins hatten ja gar nicht grundsätzlich etwas dagegen, dass man ihre Uploads weitergegeben hat. Doch in der Folge waren sie bei manchen NZB-Indexern bzw. Usenet-Providern öffentlich, weswegen die Dateien nach kürzester Zeit auf Antrag der Rechteinhaber wieder gelöscht werden mussten.

Fortsetzung lohnte sich nicht mehr?

holmez, lupe

Nach dem Ausschluss von HolmeZ und Momentum dürfte die Nutzung der Programme hierzulande stark rückläufig sein. Von daher wird es für den Hersteller wohl keinen großen Sinn mehr gemacht haben, das Projekt unter dem verbrannten Namen fortzusetzen. Wir haben heute bei der Betreibergesellschaft eine Presseanfrage gestellt, um mehr Hintergründe in Erfahrung zu bringen. Bisher erhielten wir allerdings noch keine Antwort.

Bei newzbee.org heißt es schon seit vielen Monaten, man sei in einer Minute wieder da. Die Webseite des Programms Momentum ist hingegen noch online.

Tarnkappe.info


Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.