ParrotOS
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Bildquelle: ChatGPT

Parrot OS 7.1 bringt die Community-Images zurück

Parrot OS 7.1 bringt MATE, LXQt und eine weitere Variante mit Enlightenment als Community-Images zurück. Das KDE bleibt Standard.

Parrot OS 7.0 hatte KDE Plasma 6 als Standard gesetzt und die leichten Desktop-Varianten erst einmal aus dem sichtbaren Angebot entfernt. Mit 7.1 holt die Distribution MATE, LXQt und eine weitere Variante mit Enlightenment als fertige Community-Images zurück, ohne den KDE-Kurs wieder zu verlassen. Zur Erklärung: KDE ist eine Desktop-Umgebung, also die grafische Benutzeroberfläche des Betriebssystems.

Entwickler von Parrot OS 7.1 bringen Community-Images zurück

Parrot OS ist eine Debian-basierte Linux-Distribution für die Arbeit im Bereich der IT-Sicherheit. Aber eben nicht nur. Neben der Security-Edition gibt es mit Home auch eine schlankere Variante für alle, die es lieber minimalistisch mögen. Das System kann man wahlweise als reguläre Installation, VM oder als Live-Medium nutzen.

Was sich mit Version 7.0 ändert

Mit der Version 7.0 stellte Parrot OS den Standard bei Neuinstallationen um. Die Editionen Home und Security starten seitdem mit der Benutzeroberfläche KDE Plasma 6. Das Display-Server-Protokoll Wayland läuft beim aktuellen Download auf dem System. Gleichzeitig haben die Entwickler auf das aktuelle Debian 13 und Linux 6.12 LTS umgestellt.

Viele nutzen Parrot kurzzeitig in virtuellen Maschinen (VMs) oder auf Hardware ohne große Leistungsreserven. In solchen Setups passte MATE lange besser, da die Oberfläche wenig Leistung benötigt und sehr schlicht aber gut gestaltet ist.

Parrot OS
50 Millionen Downloads weltweit sprechen für sich.

Mit Version 7.1 bringt Parrot die Varianten zurück und hält an KDE als Standard fest. Gleichzeitig bietet die Distribution wieder richtige Community-Images mit MATE und LXQt. Erklärung: LXQt ist eine leichte Desktop-Umgebung für Linux, ähnlich wie Xfce oder KDE. Dabei hat man LXQt aber noch stärker auf einen besonders geringen Ressourcenverbrauch ausgelegt. Hinzu kommt bei Parrot OS eine weitere Variante mit Enlightenment. Diese Images hatte Parrot nach dem Wechsel zu KDE erst einmal ersatzlos gestrichen. Zum Glück stehen sie jetzt wieder als fertige Downloads bereit.

Bei den Raspberry-Pi-Images zeigt sich, dass KDE nicht für jedes Szenario die beste Wahl ist. Dort setzt Parrot in Version 7.1 wieder auf MATE als Standarddesktop und testet parallel LXQt. In Parrot 7.1 stecken außerdem Boot-Fixes, Kernel 6.17, GRUB 2.14, DKMS-Updates und wieder begrenzte i386-Abhängigkeiten für einzelne Tools.

Kali Linux

Kali im Training, Parrot im Alltag

Kali Linux bleibt in Trainings, Zertifizierungen und Labs oft der Standard, weil sich Material, Abläufe und Prüfungsumgebungen seit Jahren daran gewöhnt haben. Man könnte auch sagen: eigentlich schon daran verbissen haben. Für den Alltagsgebrauch ist das zum Glück irrelevant. Es sagt ziemlich wenig über die Realszenarien aus. Parrot OS passt für viele Einsätze schlichtweg besser. Gegen den eingespielten Kursbetrieb hat es aber denselben Nachteil wie jede andere Alternative: Parrot steht eben nicht in jeder zweiten Schulungsfolie.

Kontopflicht, Altersabfragen, Identitätsbindung

Zum Glück bleibt Parrot auch bei Themen wie der Kontopflicht, Altersabfragen und Identitätsbindung bisher außen vor und plant bis jetzt keine Umsetzung. In den aktuellen Unterlagen tauchen weder eine Projektkonto-Pflicht noch eine eingebaute Alters- oder Identitätsbindung auf, ohne die das System nicht genutzt werden kann. Parrot wird nach aktuellem Stand dabei bleiben und nicht, wie andere Distributionen, auf den ID-Zwangs-Zug aufspringen.

Hack The Box als eigener Startpunkt

Parrot OS bietet außerdem eine eigene HackTheBox-Edition. Für HTB spart das den üblichen ersten Umbau. Anstatt erst ein Basis-Image aufzusetzen und danach alles neu zu sortieren, liegt schon alles für den Einstieg fertig vor. HackTheBox (HTB) ist eine legale Online-Lehr-Plattform, auf der man seine Fähigkeiten in Sachen Cybersecurity trainieren kann.

hack the box

Neue Formate erklärt

Im Downloadbereich liegen neben ISO-Paketen auch VM-Pakete (VM = Virtual Machine) vor. Eine OVA-Datei ist ein komplettes Paket für eine virtuelle Maschine, das du direkt importieren und starten kannst. QCOW2 ist das Standardformat für KVM, QEMU und Proxmox. Die Virtualisierungs-Software UTM richtet sich an iOS- und macOS-VMs, vor allem auf Apple Silicon. Apple Silicon sind von Apple entwickelte Chips (z. B. M1, M2, M3), die CPU, GPU und weitere Komponenten in einem System vereinen.

Erklärungen: Die Abkürzung KVM steht für Kernel-based Virtual Machine. Ein Quick Emulator (QEMU) ist eine Software, die komplette Computer emulieren oder virtualisieren kann. Proxmox hingegen ist eine Virtualisierungs-Plattform, mit der man gleich mehrere virtuelle Maschinen und Container auf einem Server verwalten kann. OVA bedeutet, dies ist eine Open Virtual Appliance, also ein Komplettpaket für eine virtuelle Maschine.

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MCPwn – Parrot OS goes KI

Mit Version 7.1 haben die Entwickler außerdem ihrer Linux-Distribution das Tool MCPwn hinzugefügt. Dabei handelt es sich um einen MCP-Server, der Tool-Aufrufe anbietet und am Ende lokale Programme startet. Welche Werkzeuge damit laufen und wie, legt die Konfiguration fest. Entscheidend ist, welche Programme tatsächlich aktiv sind und welche Rechte sie haben.

Erklärung: Ein MCP-Server ist ein Bestandteil des Model Context Protocols (MCP). Das ist ein Standard, mit dem KI-Modelle sicher auf externe Tools, Datenquellen und Systeme zugreifen können.

XFCE nicht mehr Bestandteil

Xfce (XForms Common Environment) ist, ähnlich wie KDE, eine Desktop-Umgebung für Linux. Es steht in Version 7.1 nicht als eigenes neues Image im Vordergrund. Wer XFCE nutzen möchte, greift zu Community-Builds, sofern Parrot welche anbietet, oder installiert den Desktop manuell. Weitere Informationen kann man hier einsehen.

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Ausblick

Für das Jahr 2026 plant Parrot die Veröffentlichung der Versionen 7.2 im Juli und 7.3 im November. Weitere Informationen und die Roadmap der Programmierer kann man diesem Link entnehmen.

Parrot OS – unser Fazit

Kein Zweifel, Parrot ist eines der besten Security-Systeme, die es gibt. Viele setzen es sehr gerne ein. Es ist nicht so gehyped wie Kali. Es bietet aber bei dem angebotenen Umfang die gleichen Möglichkeiten, ohne die Nachteile, die Kali hat. Wer ein Security-System sucht, das man auch mal zum Spielen über Steam mit den Kollegen nutzen kann, ist dort richtig. Es besitzt außerdem einen sauberen Netzwerkaufbau ohne eigene und somit speziell angepasste Security wie Kali Linux.

Auch normale Nutzer ohne besondere Ansprüche dürften damit glücklich werden. Ich persönlich nutze es seit Jahren als Dualboot-System neben Windows in der MATE-Edition und bin damit bis heute sehr zufrieden.