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Bildquelle: Nestor Mehanikov, Lizenz

RPCS3: PS3-Emulator mit großem Performance-Durchbruch

RPCS3 ist ein Open-Source-Emulator für die Sony PlayStation 3 (PS3). Er ermöglicht es, PS3-Spiele auf Linux, Windows und macOS auszuführen.

Schon seit 15 Jahren arbeitet man am plattformübergreifenden PS3-Emulator RPCS3. Um Problemen mit dem Hersteller Sony oder den Spieleherstellern und Publishern aus dem Weg zu gehen, weist man schon beim Betreten der Webseite darauf hin, dass die Emulation nicht der illegalen Nutzung von Games dienen soll.

RPCS3-Update beschleunigt alle Spiele

Das Update von vorgestern verbessert die Kernemulation selbst. Das ist deutlich wichtiger als eine Reihe von Bugfixes bei diversen Spielen. Wir berichteten bereits mehrfach über vergangene Updates der kostenlosen Software. Die Entwickler entdeckten zwischenzeitlich neue SPU-Nutzungsmuster im PS3-„Cell“-Prozessor. Darauf basierend hat man effizientere Recompiler-Codepfade entworfen.

Erklärung: „SPU-Nutzungsmuster“ beschreibt die Art und Weise, wie Spiele die SPUs (Synergistic Processing Units) der PS3 verwenden. Die Emulation nutzt moderne CPUs jetzt besser aus. Bei technisch anspruchsvollen PS3-Games wie Twisted Metal macht das ein Plus von fünf bis sieben Prozent der Menge an angezeigten Bilder pro Sekunde (FPS) aus. Doch die Beschleunigung wirkt sich auf alle Games und genutzte Prozessoren aus, natürlich auch bei Low-End CPUs.

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Der RPCS3 und das Copyright.

Bedienung für das Steam Deck verbessert

Außerdem schraubte man an der Benutzeroberfläche, die jetzt deutlich besser sein soll, insbesondere beim Einsatz bei tragbaren Geräten. Die grafische Oberfläche hat man für Hardware wie das Steam Deck optimiert. Diverse Einstellungen kann man außerdem jetzt auch ohne einen Neustart des emulierten Spiels ändern. Das gilt beispielsweise für die angezeigte Auflösung, die Anzahl der FPS etc.

Das Update brachte zudem diverse Bugfixes, die für weniger Abstürze sorgen. Auch bei der Darstellung der Grafik gab es einige Durchbrüche. Mehr und mehr Games gelten jetzt auch unter Anwendung des RPCS3 als problemlos spielbar, weil die Anzahl der Grafikfehler merklich abgenommen hat.

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Fazit: Update ist ein großer Schritt nach vorne für den RPCS3

Das Update auf das neueste Build bringt keine Vielzahl neuer Features. Der Fokus der Entwickler lag auf der CPU-Emulation (SPU), dem bekanntlich größten Flaschenhals der PS3-Emulation. Derartige Verbesserungen kommen weniger häufig vor, sie haben aber einen systemweiten Effekt auf alle Spiele. Build 0.0.40-19185 bringt bei jeder Hardware eine messbar bessere Performance bei allen Spielen, eine verbesserte Bedienbarkeit und mehrere Stabilitäts- und Grafikverbesserungen mit sich.

Die Version für macOS gilt nach wie vor als experimentell und ist mit Vorsicht zu genießen. Downloaden kann man das Programm für FreeBSD, Linux, macOS und Windows jeweils mit einer arm64- und x64-Version von hier.

Spenden zum Wohl der Entwickler

Es gibt keine Firma, die den Emulator bereitstellt, das machen die Beteiligten komplett in ihrer Freizeit. Die zentrale Möglichkeit, das Entwicklerteam von RPCS3 finanziell zu unterstützen, ist Patreon. Dort kann man einen monatlichen Beitrag leisten, der direkt in die Weiterentwicklung des Emulators fließt. Die Einnahmen nutzt man unter anderem dafür, um Entwicklungszeit zu finanzieren, geeignete Testhardware anzuschaffen und den laufenden Betrieb des Projekts zu sichern.

Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.