Denuvo-DRM
Denuvo-DRM
Bildquelle: techraptor.net

Denuvo-DRM sperrt bei Pragmata zahlende Linux- und Steam-Deck-Spieler aus

Denuvo-DRM blockiert Pragmata-Spieler auf Linux und Steam Deck. Die Käufer leiden unter den Aktivierungslimits. Bei Steam ist die Hölle los.

Mit Pragmata wollte Capcom eigentlich einen starken Sci-Fi-Titel abliefern. Das Spiel kam bei vielen Gamern gut an. Doch das Denuvo-DRM sorgt bei den Kommentaren von Steam für massive Kritik. Besonders betroffen sind die Nutzer von Linux-Systemen und dem Steam Deck. Während Raubkopierer längst eine funktionierende Version haben, stehen zahlende Kunden immer wieder vor verschlossenen Türen.

Denuvo-DRM erlaubt 5 Aktivierungen pro Tag

Der Grund liegt in einer altbekannten Einschränkung von Denuvo: Erlaub sind maximal fünf Aktivierungen innerhalb von 24 Stunden. Was auf den ersten Blick nach einer simplen Anti-Piracy-Maßnahme klingt, entpuppt sich in der Praxis als gravierendes Problem – vor allem für Spieler, die auf Proton angewiesen sind.

Pragmata, cracked

Proton wird ungewollt zur Falle

Linux- und Steam-Deck-Nutzer greifen auf Valves Kompatibilitätsschicht Proton zurück, um Windows-Spiele auszuführen. Doch genau hier liegt das Problem: Jede Änderung – sei es ein Wechsel der Proton-Version oder bestimmte Launch-Optionen – wertet Denuvo als neuen „PC“. Wer also versucht, die Performance zu optimieren oder Features wie Raytracing freizuschalten, kommt schnell seine Grenzen. Ist aber das Limit überschritten, dann folgt automatisch eine 24-stündige Sperre, obwohl die Käufer ihr Spiel legal erworben haben.

Denuvo

DRM schadet legitimen Käufern

Ein Blick in die Steam-Kommentare und die Bewertungen zeigt ein klares Muster. Trotz insgesamt positiver Resonanz häufen sich kritische Stimmen, die genau dieses Verhalten bemängeln. Ein Nutzer bringt es auf den Punkt: Die Denuvo-Implementierung sei „kaputt und nachteilig für echte Kunden“. Ein Workaround – etwa das Verifizieren der Spieldateien – scheint in manchen Fällen zu helfen. Das ist aber keine zuverlässige Lösung, die Unsicherheit bleibt bestehen.

Steam Deck „verifiziert“ – aber mit Einschränkungen

Besonders brisant: Pragmata trägt das Label „Steam Deck Verified“. Valve weist jedoch nicht explizit auf die Denuvo-Problematik hin, obwohl das Gerät vollständig auf Proton angewiesen ist. Für viele Käufer dürfte das ein irreführendes Signal sein. Wer will schon ernsthaft 59,99€ bezahlen, wenn man das Risiko übernehmen soll, immer wieder für einen ganzen Tag gesperrt zu werden!?

Hypervisor, Denuvo

Paradoxe Situation: Crack bereits verfügbar

Während ehrliche Käufer mit Aktivierungslimits kämpfen, ist die ironische Realität kaum zu übersehen. Für das Spiel gibt es schon von der Gruppe DenuvOwO einen funktionierenden Hypervisor-Bypass. Entsprechende Umgehungsmethoden machen Denuvo in vielen Fällen wirkungslos. Irdeto, der Denuvo-DRM-Hersteller, kündigte bereits Gegenmaßnahmen an. Doch bisher ist offenkundig noch keine Denuvo-Version erschienen, die immun gegen die Methoden Hypervisor-Nutzer ist. Auch Microsoft schraubt am Hypervisor-System von Windows, wohl aber aus anderen Gründen.

Fazit zum Thema Denuvo-DRM

Der Fall Pragmata zeigt einmal mehr die grundlegende Schwäche von Denuvo: Der Kopierschutz trifft mal wieder keine Piraten, sondern vor allem dien zahlenden Kunden. Besonders Plattformen wie Linux oder das Steam Deck geraten dabei klar ins Hintertreffen. Bei den Windows-Nutzern kam es bisher zu keinen Ausfällen aufgrund des Anti-Tamper-Schutzes. Die zentrale Frage bleibt: Wie sinnvoll ist ein DRM-System, das legale Nutzer merklich einschränkt, während die illegalen Bypass-Versionen im Internet schon Stunden nach Erscheinen des Spieles auftauchen?

Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.