Denuvo verschärft DRM
Denuvo verschärft DRM
Bildquelle: Yisan @ X

Denuvo verschärft DRM: Online-Zwang alle 14 Tage

Denuvo verschärft sein DRM. Wer dauerhaft zocken will, muss bei neuen Originalen, die man bei Steam gekauft hat, alle 14 Tage online gehen.

Denuvo verschärft sein DRM. Bei immer mehr Steam-Spielen ist es offenbar nicht mehr möglich, dauerhaft offline zu bleiben. Ein Entwickler von Hypervisor-Bypass-Lösungen entdeckte, dass Denuvo die Spieler nun auffordert, ihre Token alle 14 Tage online zu authentifizieren. Die Irdeto-Entwickler haben Titel von 2K Games wie „NBA 2K26“ und „Marvel’s Midnight Suns“ mit dieser restriktiveren DRM-Lösung ausgestattet.

Aktivierungstoken maximal 14 Tage lang gültig

Der Hypervisor-Bypass hat den Schutz in jedem neuen Denuvo-Spiel überwunden. Dennoch ist Irdeto wie angekündigt dazu entschlossen, seinen Anti-Tamper-Schutz zu verstärken. Andreh, ein Entwickler des Bypasses, stellte fest, dass mehrere Veröffentlichungen von 2K Games, darunter „NBA 2K26“, nun immer wiederkehrende Online-Überprüfungen erzwingen. Bleiben Spieler 14 Tage lang offline, läuft das Aktivierungstoken automatisch ab, wodurch man das Starten der Titel blockiert.

Diese Anforderung kündigt nach Angaben vom X-Account Pirat_Nation weder die Steam-Store-Seiten noch die Nutzungsvereinbarungen (EULA) oder zum Zeitpunkt des Kaufs deutlich an. Das bedeutet, dass vielen Käufern nicht bewusst war, dass sie selbst für Einzelspielermodi regelmäßig eine Internetverbindung benötigen würden.

2K Games führt eine neue Denuvo-Version ein

Quelle der Information ist ein aktueller Discord-Beitrag von Andreh. Der Bypass-Programmierer verrät, dass auch das Spiel „Marvel’s Midnight Suns“ über die restriktivere Version von Denuvo verfügt. In den kommenden Tagen könnten Spieler feststellen, dass andere Steam-Spiele dieselben Anforderungen beinhalten.

Bei der Installation speichert Denuvo einen einzigartigen Aktivierungstoken auf dem System jedes Käufers. Änderungen an der PC-Konfiguration können eine zusätzliche Online-Neuauthentifizierung erforderlich machen.

Außerdem ist die Anzahl der zulässigen Anpassungen oft begrenzt, bevor eine 24-stündige Sperre verhängt wird. Pragmata-Fans unter Linux machten diese Erfahrung, weil neue Proton-Versionen auf das Limit von fünf Geräten angerechnet werden.

Fakt ist, Irdeto, die Muttergesellschaft von Denuvo, erschwerte im Kampf gegen die Piraterie den Zugriff auf die gekauften Inhalte. Bislang konnten Spieler in vielen Fällen monatelang oder sogar noch länger offline bleiben, wenn sie ihre Hardware nicht aktualisierten. Nun müssen sie unabhängig von etwaigen Änderungen alle zwei Wochen eine Internetverbindung aufbauen. Viele Gamer sind deswegen wenig begeistert. Denuvo verschärft sein DRM, wie geht das Hase-und-Igel-Spiel weiter?

Verliert Irdeto den Kampf gegen die Piraterie?

Obwohl Irdeto angekündigt hat, die Hypervisor-Bypass-Releases zu beenden, werden ihre jüngsten Bemühungen keine Wirkung zeigen. Die Virtualisierungsschicht täuscht das DRM so, dass es das System trotzdem authentifiziert. Es gibt in der Folge schon seit Wochen keine neueren ungeknackten Denuvo-Spiele mehr. Von den Neuerscheinungen kommen die Hypervisor-Bypasses innerhalb weniger Stunden heraus. Allerdings sollte man vorsichtig sein, was die erzwungene Deaktivierung der Windows-Sicherheitseinstellungen zur Umsetzung des Bypasses betrifft.

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Anstatt die Nutzung der Hypervisor-Bypasses zu beenden, wirkt sich die neue 14-Tage-Beschränkung unbequem für allen legitime Käufer aus. Immer mehr Gamern stellt sich die Frage, ob es sich bei Schwarzkopien wirklich um Diebstahl handelt. Die regulären User dürfen ihre Werke nicht besitzen, obwohl sie viel Geld dafür bezahlt haben. Ihnen bleibt nur die Nutzung unter den von den Rechteinhabern vorgegebenen Bedingungen. Auch haben sich die Restriktionen niemals positiv auf den Kaufpreis ausgewirkt. „NBA 2K26“ kostet bei Steam fast 70 Euro, „Marvel’s Midnight Suns“ knapp 60 Euro.

Ablaufende Aktivierungstoken sind aber nicht das einzige Argument der Denuvo-Gegner. Ständige Verifizierungsprüfungen während des Spiels können die CPU-Auslastung erhöhen. Der Crack des Spieles „Resident Evil Requiem“ von voices38 läuft beispielsweise merklich schneller als das gekauft Original. Das war in der Vergangenheit schon bei diversen Cracks der Fall, bei denen die Release Groups die DRM-Abfragen deaktiviert haben.

Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.