Luigi
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Bildquelle: stockcake

Hekate: Aprilscherz sorgte bei Switch-Nutzern für böses Erwachen

Der Macher des Bootloaders Hekate hat sich dieses Jahr wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Diesmal aber mit erheblichen Nebenwirkungen.

Gemeint ist nicht etwa die griechische Göttin der Magie. In diesem Fall ist Hekate ein Custom Bootloader und Firmware-Patcher für die Nintendo Switch. Die Software gilt seit etwa 2018 als zentrale „Schaltzentrale“ für viele Custom Firmware-Setups. Die Aprilscherze des Entwicklers CTCaer sind bekannt als ein Running Gag in der Szene.

Aprilscherze haben bei Hekate Tradition

Jedes Jahr kommt der Programmierer mit anderen Scherzen um die Ecke. Seien es kleine Easter Eggs, visuelle Änderungen oder versteckte Features, die am 02. April automatisch wieder verschwinden. So etwa behauptete früher die Software, die Switch bekomme einen 8GB RAM Boost. Auch wurde behauptet, die Nintendo Switch könne mit dem Update jetzt PS5 Spiele nativ emulieren. Das ist natürlich schon aufgrund der völlig unterschiedlichen Hardware komplett ausgeschlossen. Wer einen Blick auf die Software werfen will, kann dies hier tun.

Hekate, Bootloader
Hekate – die Göttin, die deine Switch segnet.

Der Aprilscherz des Hekate-Entwicklers war nicht ungefährlich

Bei Reddit beschwerte sich jemand, er habe aufgrund der absichtlich fehlerhaften Steuerung der Maus aus Versehen seine Nintendo Switch kaputt gemacht. Hekate führte als Aprilscherz genau das Gegenteil aus. Wer die Maus nach unten bewegen wollte, dessen Mauszeiger ging nach oben. „Ich finde das nicht lustig“, schrieb der Switch-Modder auf Reddit, nachdem er ein Video des Streichs der Entwickler hochgeladen hatte. „Manchmal hasse ich den Aprilscherz“, schrieb ein anderer überraschter Nutzer.

Hekate

Mehrere Spielkonsolen gingen deswegen kaputt

Die umgekehrte Steuerung lässt sich durch eine Veränderung des aktuellen Datums wieder deaktivieren. Was diesen Streich für CFW-Nutzer jedoch gefährlich macht, ist, dass die Aktivierung einer falschen Option dazu führen kann, dass sich die Switch aus Versehen mit dem Internet verbindet oder auf die neueste Firmware-Version aktualisiert. In dem Fall kann es passieren, dass Nintendo die zuvor modifizierte Switch sperrt. Während einige Nutzer die gewöhnungsbedürftige Hekate-Steuerung mit etwas Mühe umgehen konnten, hatten andere nicht so viel Glück.

„R.I.P. an meine Switch“

RIP an meine Switch, die gerade gesperrt wurde, weil ich unwissentlich auf den falschen Knopf getippt und versehentlich eine Online-Verbindung mit installierten Mods hergestellt habe“, schrieb ein Nutzer des Bootloaders in dem Thread, in dem der Streich vorgestellt wurde. Jemand anderes schlug vor, die Programmierer sollten die Trollerei mit den Aprilscherzen doch besser jetzt für ein Jahr (oder länger) bleiben lassen. Letztes 2025 verwandelte sich der Cursor der Hekate-Modder in ein „Trollface“-Meme. Das fand auch nicht gerade jeder wirklich lustig. Zwar wurde in der Folge offenbar keine Switch gebricked. Doch mit dem Trollface statt dem Mauszeiger konnte man die Spielkonsole nur noch mit viel Mühe bedienen.

Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.