Der MeloNX Emulator bringt Nintendo-Switch-Spiele auf das iPhone und iPad. Wie installiert man ihn ohne Jailbreak, wie kompliziert ist das?
Wie man unserer Liste entnehmen kann, gibt es unzählige Emulatoren, die auf den verschiedensten Geräten laufen. Doch dieser hier ist neu. Mit MeloNX kursiert ein weiterer Emulator für iOS, der verspricht, Nintendo-Switch-Spiele direkt auf dem iPhone und iPad lauffähig zu machen. Die Anwendung kann man sich natürlich nicht vom offiziellen App Store herunterladen. Dies ist eine sogenannte IPA-Datei, die sich die Nutzer selbst installieren müssen. Doch genau diese Kombination aus Emulator, Sideloading und moderner iOS-Unterstützung sorgt derzeit für Aufmerksamkeit in der Szene.
Was ist MeloNX überhaupt?
Bei MeloNX handelt es sich um einen Nintendo-Switch-Emulator für iOS, der technisch auf dem bekannten Desktop-Projekt Ryujinx basiert. Von Ryujinx und dem Kampf von Nintendo dagegen, dürfte wohl schon jeder einmal gehört haben. Das erklärte Ziel der Entwickler ist es, die Hardware der tragbaren Spielkonsole möglichst exakt nachzubilden und Spiele auf allen Apple-Geräten mit iOS auszuführen.
Die Software richtet sich aber eher an fortgeschrittene Nutzer. MeloNX erfordert zusätzliche Komponenten wie Firmware-Dateien und kryptografische Schlüssel, die man zuvor aus der eigenen Nintendo Switch extrahieren muss, um Nintendos DRM zu überlisten.
Performance abhängig vom verwendeten iPhone & iPad
Je nach Gerät kann die Performance stark variieren. Während moderne iPhones mit aktuellen Chipsätzen bei der Emulation akzeptable Frameraten erreichen, kämpfen ältere Geräte häufig mit Abstürzen und einer wenig zufriedenstellenden Geschwindigkeit. Abhängig vom Gerät sollte man sich entscheiden, ob einem das die ganze Mühe wert ist. Das gilt natürlich auch für die iPads.
Warum taucht MeloNX gerade jetzt auf?
Ein wesentlicher Grund für die zunehmende Verbreitung solcher Emulatoren liegt in Apples gelockerten Richtlinien rund um alternative App-Installationen. Neue Möglichkeiten zum Sideloading machen es deutlich einfacher, nicht signierte Apps außerhalb des App Stores zu nutzen. Davon profitieren auch viele Emulator-Projekte, die früher auf Jailbreaks angewiesen waren oder gar nicht auf Basis von iOS existieren konnten. Dazu kommt: Schon seit längerer Zeit ist bei neueren iOS-Versionen gar kein Jailbreak möglich. Apple hat alle früheren Löcher gestopft. Die Suche nach neuen Exploit gestaltet sich aufwändig, die Programmierer werden dafür auch nicht bezahlt.
Installation des Emulators ohne Jailbreak – so geht’s
Die Entwickler verteilen MeloNX in Form einer IPA-Datei. Diese kann man ohne Jailbreak installieren, allerdings nicht direkt auf dem Gerät. Stattdessen kommt klassisches Sideloading zum Einsatz.
Typischerweise nutzen Anwender Tools wie AltStore, SideStore oder Sideloadly, um die App mit einem Windows-PC oder Mac auf das iPhone oder iPad zu übertragen und zu signieren.
Der Ablauf ist dabei immer recht ähnlich. Zunächst braucht man ein Apple-Entwicklerkonto, auch ein kostenloses reicht aus. Wie kommt man da dran? Ganz einfach, dafür brauchst Du Deine Apple-ID. Nach der Anmeldung mit der Apple-ID auf der offiziellen Entwicklerseite aktiviert Apple automatisch ein Basis-Entwicklerkonto, das Ganze ist kostenlos.
Anschließend wird die IPA-Datei über eines der oben genannten Tools installiert. Danach müssen oft zusätzliche Berechtigungen gesetzt werden, etwa für erhöhten Speicherverbrauch oder Debugging-Funktionen.
Ein entscheidender Punkt ist die Aktivierung von JIT, also der Just-in-Time-Kompilierung. Sie sorgt dafür, dass emulierter Code effizienter ausgeführt wird, was für viele Spiele zwingend erforderlich ist. Allerdings ist die Aktivierung unter iOS kompliziert und erfordert zusätzliche Hilfsprogramme oder Verbindungen zu einem Computer.
Rechtliche Grauzone und Risiken
Wie bei allen Emulatoren bewegt sich auch MeloNX in einer rechtlichen Grauzone. Der Emulator selbst ist in der Regel legal, problematisch wird es erst bei den verwendeten Spielen. Nutzer müssen ihre Titel selbst von einer eigenen Konsole dumpen, andernfalls verletzt man das Urheberrecht von Nintendo beziehungsweise das vom Spielepublisher. Hinzu kommen typische Risiken beim Sideloading: manipulierte IPA-Dateien, unsichere Quellen oder ablaufende Zertifikate können auch zu Problemen führen. Auch die Stabilität der App ist noch weit von kommerziellen Lösungen entfernt. Doch das vergleichsweise aufwändige Prozedere ist bei aktuelleren iDevices durchaus einen Versuch wert.
Fazit
MeloNX zeigt, wie weit das Thema mobile Emulation mittlerweile gekommen ist. Technisch ist es beeindruckend, dass aktuelle iPhones überhaupt in der Lage sind, Nintendo-Switch-Spiele darzustellen. Gleichzeitig bleibt das Projekt klar etwas für Bastler mit viel technischem Verständnis.
Ohne Jailbreak lässt sich der Emulator zwar installieren, der Weg dorthin ist jedoch komplex und mit Einschränkungen verbunden. Für die breite Masse dürfte MeloNX daher vorerst eher ein spannendes Experiment bleiben als eine echte Alternative zur eigenen Spielkonsole. Auf der Hauptseite der Website befinden sich mehrere englischsprachige Schritt-für-Schritt-Video-Anleitungen (siehe auch oben), die man sich anschauen kann. Die Quellcodes sind dort und hier verfügbar. Ein Emulator für die Switch 2 ist übrigens noch in weiter Ferne. Der MeloNX ist auf die Architektur der ersten Nintendo Switch (Tegra X1) ausgelegt.



















