Sky Ireland verschickt Abmahnungen an IPTV-Kunden, nachdem Revolut Nutzerdaten herausgeben musste. 200 Kunden müssen mit Abmahnungen rechnen.
Der Pay-TV- und Medienkonzern Sky Ireland geht erstmals direkt gegen IPTV-Kunden vor. Mehr als 200 Personen haben laut Medienberichten Unterlassungsschreiben erhalten. Wie wir bereits berichtet haben, musste die Bank Revolut die Zahlungsdaten der Abonnenten preisgeben. Die Betroffenen sollen ihre IPTV-Abos sofort kündigen und sich verpflichten, künftig keine urheberrechtsverletzenden Streams mehr zu nutzen.
Revolut-Daten führten zu den IPTV-Kunden
Ausgangspunkt der aktuellen Maßnahmen war das Vorgehen gegen den Betreiber des inzwischen abgeschalteten IPTV-Dienstes „IPTV is Easy“. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Ire David Dunbar einem Schadensersatzurteil über 480.000 Euro zugestimmt, nachdem Sky dessen illegales Streaming-Angebot aufgedeckt hatte.
Doch damit war die Angelegenheit für Sky offenbar nicht beendet. Im März ordnete der High Court in Irland an, dass Revolut die Daten von insgesamt 304 Kunden des IPTV-Anbieters herausgeben muss. Grundlage dafür waren Zahlungsinformationen, die während des Verfahrens gegen den Betreiber sichergestellt wurden. Nun verschickte Sky laut Irish Independent die erste Welle von Abmahnungen.
Sky droht mit weiteren rechtlichen Schritten
Wie der P2P-Blog TorrentFreak berichtet, gingen die Schreiben an rund 200 Personen in verschiedenen irischen Regionen, darunter Wexford, Dublin, Cork und Galway. In den Briefen fordert Sky die Empfänger dazu auf:
- sämtliche illegalen IPTV-Abonnements dauerhaft zu deaktivieren,
- künftig keine Sky-Inhalte ohne gültiges Abo mehr zu konsumieren,
- niemals erneut rechtswidrige IPTV-Dienste zu nutzen.
Die Betroffenen müssen innerhalb von 14 Tagen eine rechtsverbindliche Unterlassungserklärung unterschreiben und zurücksenden. Wer dagegen nachweislich verstoßen sollte, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen.
Wer nicht reagiert, muss sich laut Sky auf weitere Maßnahmen einstellen. Dazu könnten einstweilige Verfügungen, Schadensersatzforderungen und die Übernahme der Verfahrenskosten gehören.
Auch Sportrechteinhaber eingebunden
Interessant: In den Schreiben verweist Sky ausdrücklich auf weitere Rechteinhaber wie Clubber TV, LOITV, GAA+ und Premier Sports. Diese habe man „vollumfänglich informiert“. Sie könnten bei fehlender Kooperation ebenfalls rechtliche Schritte einleiten.
Außerdem warnt Sky davor, dass die Nutzung illegaler IPTV-Dienste unter Umständen auch strafrechtliche Konsequenzen nach dem irischen Copyright and Related Rights Act 2000 haben können.
IPTV-Kunden ohne Schadensersatzforderungen – vorerst
Im Gegensatz zu Italien oder Frankreich verfolgt Sky Ireland derzeit noch einen vergleichsweise moderaten Kurs. Während in Italien bereits tausende IPTV-Nutzer identifiziert wurden und teilweise Forderungen über 1.000 Euro plus Geldstrafen erhielten, verzichtet die irische Niederlassung des Pay-TV-Senders bislang auf direkte finanzielle Forderungen.
Laut dem Technologiejournalisten Adrian Weckler wolle Sky Ireland offenbar vor allem abschreckend wirken. Die Nutzer sollen durch die Schreiben eingeschüchtert werden und freiwillig auf illegale Streaming-Angebote verzichten.
Hunderttausende potenzielle Ziele
Ob diese Strategie funktioniert, bleibt abzuwarten. Denn trotz der aktuellen Abmahnwelle geht man in Irland weiterhin von rund 400.000 Haushalten mit sogenannten „Dodgy Boxes“ aus – also illegalen IPTV-Lösungen. Die jetzt angeschriebenen 200 Personen dürften daher nur den Anfang markieren.


















